Heimische Flugakrobaten: Wie leben Feldermäuse in der Schweiz?

Etwa 30 Arten von Fledermäusen gibt es noch in der Schweiz. Kommt die Dämmerung, erwachen diese lautlosen Jäger. Mit ihrem einmaligen Orientierungssinn sind sie selbst bei völliger Dunkelheit erfolgreich. Doch viele der Fledermäuse in der Schweiz sind vom Aussterben bedroht.

Fledermäuse in der Schweiz: Arten, Lebensraum und Bedrohung
Foto: © Maurizio Bonora / iStock / Thinkstock
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Die Grösse der Fledermäuse in der Schweiz reicht von Streichholzschachtelgrösse der Zwerg- und der Mückenfledermaus, bis hin zu 40 Zentimetern Spannweite des Abendseglers. Sie haben überhaupt spannende Namen, die etwa 30 Fledermausarten in der Schweiz. Graues Langohr, Hufeinsennase, Mausohren, Fransenfledermaus oder auch Mopsfledermaus.

Wie die Organisation Fledermausschutz Schweiz informiert, leben die Fledertiere, so nennt man diese Gattung eigentlich, bereits seit 60 Millionen Jahren auf der Erde und weltweit gibt es über 1'200 verschiedene Fledermausarten. Damit soll jedes dritte Säugetierart eine Fledermaus sein. Doch, gerade in unseren Breitengraden, bekommen wir sie nur noch sehr selten zu Gesicht. Denn es gibt immer weniger der leisen Jäger.

Jagdverhalten der Fledermäuse in der Schweiz

Lange hielten sich die Gerüchte, Fledermäuse seien gefährliche Blutsauger. Dabei sind die hierzulande heimischen Fledermausarten völlig harmlos und eher nützlich. Denn Fledermäuse, welche übrigens nicht mit ihren vierbeinigen Namensvettern am Boden verwandt sind, jagen ausschliesslich Insekten.

Mit rasender Geschwindigkeit manövrieren sie durch einen hindernisreichen Luftraum. Dies gelingt mit dem Ausstoss von für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbaren Rufen im Ultraschallbereich. Das zurückkommende Echo gibt ihnen die Flugroute vor und lässt gleichzeitig umherschwirrende Insekten auf ihrem Radar «aufleuchten».

Dann folgt oft nur ein kleiner, wendiger Schwenk und gefangen sind Maikäfer und Co. Und was die Fledermäuse in der Schweiz in so einer Nacht vertilgen, ist beachtlich. Die Wasserfledermaus beispielsweise, die rasant über Gewässer manövriert, soll bis zu 2'700 Insekten schaffen. Und zwar bei nur einem nächtlichen Ausflug.

Lebensraum der Schweizer Fledermausarten

Je nach Fledermausart ist ihre Nahrung teils unterschiedlich. Sammeln die einen direkt fliegende Insekten in der Luft ab, so picken sich andere Fledermäuse in der Schweiz rastende Beute von Baumblättern oder an der Wasseroberfläche.

Da jedoch durch Insektizide und Pestizide diese Beutetiere an vielen Orten immer seltener werden oder die vorhandenen mit Giften belastet sind, finden viele Fledermäuse immer weniger gesunde Nahrung. Deshalb schrumpfen die Bestände der Fledermäuse in der Schweiz immer weiter.

Auch der geeignete Lebensraum, vor allem passende Schlaf- und Rastplätze, werden seltener. Diese finden sie in unberührten Wäldern und kleinen Spalten rund um alte Hausfassaden oder im Dachbereich. Dort kriechen sie je nach Art nur im Winter unter oder sogar das ganze Jahr über.

Eher selten hängen Fledermäuse direkt unter Dachstühlen oder Scheunendächer. Sie nutzen übrigens nur vorhandene Ritzen oder Öffnungen, wodurch die Fledermäuse in der Schweiz keinerlei Schäden an Haus und Hof verursachen. Da aber immer mehr Häuser und Dächer aus energetischen Gründen «dicht gemacht» werden, sind diese essentiellen Winter- oder Nachtquartiere nur noch selten vorhanden.

Fledermäuse brauchen Schutz: Viele Arten stark gefährdet

Zwergfledermaus, Rauhhautfledermaus und Weissrandfledermaus sind jene drei Spezies, die glücklicherweise noch recht häufig in der Schweiz vorkommen. Dagegen hat es das Graue Langohr oder die grosse Hufeisennase schwer und kann deshalb nur noch selten gesehen werden, wie sie den Nachthimmel in der Schweiz durchstreift.

Um so viele Fledermausarten in der Schweiz wie möglich zu erhalten, ist der richtige Schutz der Tiere deshalb wichtig. Sowohl Insektizid- und Pestizidverzicht als auch der Erhalt von Lebensräumen und Schlafplätzen können dabei helfen.

Dafür setzt sich insbesondere die Stiftung Fledermausschutz ein. Diese hat auch eine App veröffentlicht unter dem Namen «Swiss Bats» mit Fotos aller Fledermausarten der Schweiz, Tipps dazu wie man ihr Überleben unter dem Hausdach unterstützen kann und Vielem mehr. Die Schutzarbeit kann man etwa schon mit dem Erwerb der informativen Fledermaus-App unterstützen. Sie kostet lediglich einen Franken und es gibt sie für Apple- und Android-Geräte.

Quelle: Fledermausschutz.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann