Jäger der Nacht: Welche Käuze und Eulen unsere Wälder durchstreifen

Ob mit gellendem Schrei, der einen in Angst und Schrecken versetzt, oder mit sanftem «Uhuuuu». Die nächtlichen Jäger in unseren Wäldern machen sich auf viele Weisen bemerkbar. Zu sehen bekommt man sie selten. Aber wenn doch, macht es einen imposanten Eindruck, wie zielsicher sie sich durch die Dunkelheit bewegen. Eine Übersicht von Eulen und Käuzen in der Schweiz.

Eule und Kauz
Eulen kriegt man nur sehr selten zu Gesicht. Foto: Steve Garvie / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)
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Man kann eine Nachteule sein, blind wie eine Eule oder ist ein seltsamer Kauz. Es gibt viele Sprüche, die sich um die heimischen Nachtvögel drehen. Dies zeigt deutlich, dass der Mensch sich seit jeher mit Eule und Kauz beschäftigt. Kein Wunder, sind die meisten dieser Vögel doch nachtaktiv und deshalb für uns geheimnisvoll oder manchmal auch Furcht einflössend. Eulen und Käuze sind jedoch alles andere als gefährlich. Ganz im Gegenteil ist der Mensch selbst eher gefährlich für die faszinierenden Jäger der Nacht, den viele Eulenarten stehen bereits auf der Liste bedrohter Tierarten.

Die Unterscheidung in Eule und Kauz ist übrigens eine Besonderheit des deutschen Sprachgebrauchs. Denn beide Vögel gehören zu gleichen Familie, den Strigidae. Forscher vermuten, dass diese unterschiedlichen Bezeichnungen von der Statur her rühren. Eulen sind die eher grösseren Vertreter mit schlanker Statur, wohingegen der Kauz meist kleiner und rundlicher aussieht.

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Eulenarten: Schleiereule in der Schweiz

Eulen und Käuze sind geheimnisvolle, meist nachtaktive Vögel. Was die kleinen Räuber unterscheidet, wie gefährdet sie sind und welche Arten in der Schweiz vorkommen.

In der Schweiz brüten jährlich ungefähr 1.000 bis 2.500 Schleiereulen-Paare. Ihr Bestand schwankt je nach Härte des Winterwetters und gilt als potentiell gefährdet. Foto: Luc Viatour / www.Lucnix.be / Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

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Immer weniger Eulen-Arten in der Schweiz

Es gibt in der Schweiz insgesamt fünf Eulen-Arten, die mehr oder weniger häufig vorkommen. Während die Schleiereule und die Waldohreule noch die häufigsten Raubvögel sind und beide Arten mit 1.000 bis 2.500 brütenden Paaren vergleichsweise häufig vorkommen, sind die Sperbereule und die Sumpfohreule eher selten. Sie brüten kaum oder gar nicht in der Schweiz und verirren sich nur dann und wann hierher. Ganz wenige Paare gibt es indes von der Zwergeule. Der kleinste Vertreter der Strigidae soll in der Schweiz nur noch mit fünf bis zehn Brutpaaren vorkommen. Dieser Jäger der Nacht ist eine der gefährdetsten Vogelarten in der Schweiz.

Nicht alle Eulen sind übrigens reine Nachtvögel. Die Sumpfohreule, ebenso wie die Sperbereule, ist tagaktiv. Auch lebt nicht jede Art der hier heimischen Eulen in Wäldern. So bevorzugt die Schleiereule stattdessen Kulturland und siedlungsnahe Habitate. Doch, wie bei vielen Tierarten, ist auch der Lebensraum der Eule stark gefährdet. Der Rückgang natürlicher Habitate bedroht ihre Bestände stark, wie bei der Zwergohreule, die Insekten auf naturbelassenen Wiesen jagt.

Kauz-Arten in der Schweiz noch stärker vertreten

Der kleinere Vertreter der Eulen, der Kauz, kommt in vier verschiedenen Arten in der Schweiz vor. Die heimischen Nachtvögel sind der Raufusskauz, der Sperlingskauz, der Steinkauz und der Waldkauz. Der kleinste Eulenvertreter ist der nur etwa 16 bis 17 Zentimeter Länge messende Sperlingskauz. Die Besonderheit des kleinen Jägers der Nacht ist ein sogenanntes Scheingesicht am Hinterkopf, das den Kauz vor Angriffen aus dem Hinterhalt schützen soll. Zudem heisst es bei dieser Kauz-Art «klein aber oho», denn sie ist so kräftig, dass sie sogar Jagd auf die etwas grössere Drossel macht.

Mit sechs bis siebentausend Brutpaaren ist der Waldkauz die am häufigsten vertretene Art. Der Steinkauz mit nur noch 60 bis 70 Paaren der seltenste.

Quellen: Vogelwarte.ch, Wikipedia, Deutsches-Jagd-Lexikon.de, Nabu.de

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