Plastik im Meer: Video zeigt Entstehung riesiger Müllstrudel

Ein Video der NASA zeigt erstmalig, wie Plastikmüll in den Meeren treibt und sich in riesigen Müllstrudeln ansammelt. So gross wie Mitteleuropa soll einer der fünf Müllteppiche sein, doch innovative Projekte wollen den Plastik nun beseitigen.

Plastikmüll im Meer: Tonnenweise Dreck strömen in riesige Strudel
Foto: © Pierre Sabatelli / iStock / Thinkstock
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Eine Simulation der NASA veranschaulicht, wie der Abfall durch die Meeresströmung in fünf riesigen Müllstrudeln endet. Einer der bekanntesten Strömungskreise befindet sich im Pazifik zwischen Nordamerika und Asien. Dort sitzt ein Müllteppich fest, der sich gemäss Schätzungen auf einer Fläche so gross wie Mitteleuropa ausgebreitet haben soll.

Video: So läuft der Plastikmüll im Meer zu fünf Strudeln zusammen

Um die Wege des Plastikmülls von den Küstenregionen in die Müllstrudel nachzuzeichnen, haben Experten der NASA die Meeresströmungen genauer untersucht. Die Basis für die Datensammlung bildeten wissenschaftlich ausgelegte Bojen der amerikanischen Ozeanbehörde NOAA. Diese Bojen sind im Video mit weissen Punkten markiert und wurden in den letzten 35 Jahren immer mehr.

In einem Computerprogramm namens ECCO-2, das die Meeresströmungen simuliert, zeigte sich das gleiche Bewegungsmuster. Virtuelle Plastikpartikel, im Video blau markiert, liefen im Zeitraffer zu den gleichen Strudeln zusammen wie die weissen Punkte. Der gesamte Müll im Meer strömt anhand der Modelle auf fünf geographisch getrennte Strudel zu.

Tonnenweise Plastikmüll im Meer mit Staubsauger beseitigen

142 Millionen Tonnen Plastikmüll schätzt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, treiben nach dem NASA-Modell in den Weltmeeren herum. Jedes Jahr kommen bis zu maximal 12,7 Millionen Tonnen dazu. Ein Gewicht, so viel als würde man etwa 25 Mal den höchsten Turm der Welt, den Burj Khalifa, ins Meer versenken. Nicht nur für Seevögel und Meeressäuger hat der Müllteppich Folgen, sondern auch für den Menschen, wenn Schadstoffe über die Fische in die Nahrungskette gelangt.

Neben der Politik, die im Oktober bei der G7-Wissenschaftskonferenz einen Aktionsplan gegen die Vermüllung der Weltmeere erarbeiten wird, sind es vor allem privaten Initiativen, die nach Lösungen suchen. Das wohl bekannteste Projekt «The Ocean Cleanup» stammt vom erst 21-jährigen Unternehmensgründer Boyan Slat. Der Däne hat bereits einen Prototyp einer Säuberungsanlage entwickelt, die ähnlich einem Staubsauger mit kilometerlangen Schläuchen den Abfall aus dem Meer fischen soll. Ab 2020 planen die Initiatoren, den Plastikmüll im Nordpazifik zu beseitigen.

Quellen: The Daily Catch, Spiegel Online, Wikipedia; Text: Christian Gmür