Noch viel mehr Plastik im Meer als erwartet

In Europas Meeren sammelt sich der Müll – über das Ausmass der Verschmutzung konnte bisher aber nur gemutmasst werden. Nun hat ein Forscherteam die Ergebnisse einer zehnjährigen Studie vorgelegt und liefert erschreckende Zahlen.  

Plastik im Meer: Europäische Ozeane sind komplett verschmutzt
In europäischen Meeren und an Küsten ist kaum noch ein sauberer Fleck zu entdecken. Foto: Sablin / iStock / Thinkstockphotos
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In den europäischen Ozeanen findet man so einiges. Neben Holzabfällen und Glasflaschen treibt vor allem Plastikmüll – darunter Zahnbürsten, Tampons und Telefonhörer – in den unendlichen Weiten umher. Nur eines sucht man vergeblich, nämlich einen sauberen Fleck Meeresboden. Denn die Meere sind von der Küste bis zum Tiefseegraben vollkommen verschmutzt. Zu dieser ernüchternden Bilanz kam eine internationale Forschungsgruppe der Universität der Azoren aus Portugal.

Die Forscher erhoben während zehn Jahren den Müllgehalt von europäischen Meeren. Die Studie gilt als erste grossflächige Untersuchung ihrer Art in Europa und untersuchte fast 600 Proben aus Atlantik, Mittelmeer und der Arktis sowie 32 Grundschleppnetzfänge. Dass die Ergebnisse so negativ ausfallen, hätten die Forscher jedoch nicht erwartet. Überall fanden sie Müll, sogar in 4’500 Metern Tiefe. Den Grossteil machte dabei Plastik aus.

Plastik im Meer hat gefährliche Konsequenzen

Die enorme Verschmutzung der Meere hat ernste Folgen für die Umwelt. Gefährlich ist sie nicht nur für Fische und Wale, die Plastiktüten schlucken und dadurch verenden. Auch Schildkröten und Vögel können sterben, indem sie sich in Fischernetzen verfangen oder giftigen Müll aufnehmen. Die Forscher fürchten ausserdem die möglichen Folgen der Mikropartikel, die aus Plastikmüll entstehen und sowohl uns als auch der Tierwelt schaden. Diese winzigen Teilchen könnten in die Nahrungskette gelangen und unter anderem Leberschäden hervorrufen.


Quellen: zeit.de, spiegel.de
Autor: Cristina Bürgi
 

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