Pestizide schädigen Böden noch lange nach Verbot

Das gefährliche Pestizid DDT wurde vor über 30 Jahren verboten. Trotzdem belastet es die Umwelt und unsere Gesundheit auch heute noch, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.

Pestizide schädigen Böden noch lange nach Verbot
Foto: © oticki / iStock / Thinkstock
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In den tieferen Erdschichten eines Seebodens in Südostfrankreich fanden Forscher diverse Pestizide. Diese wurden nach der Verwendung in dem angrenzenden Weinbaugebiet über Jahrzehnte hinweg in den See gespült und lagerten sich dort in den unterschiedlichen Erdschichten ab.

Eines der von den Wissenschaftlern um Pierre Sabatier von der Université de Savoie in Le Bourget du Lac gefundenen Pestizide ist das gefährliche DDT, das 1972 verboten wurde. Das Insektengift gehört zu den Schadstoffen, die ähnlich wie Hormone wirken. Es soll sich im Körper von Tieren wie auch Menschen anreichern und dort die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Die in dem Fachmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlichten Untersuchungen konnten nachweisen, dass gerade dieses Gift noch lange nach seinem Verbot weiterhin in den See eingeschwemmt wurde. Dies kann dadurch passiert sein, dass die Böden an den Weinbergen bei Regen weggespült und so die darin gespeicherten Gifte freigegeben wurden. 

Vor dem Einsatz von Pestiziden ihre Beweglichkeit bedenken

Orte, die eine hohe Konzentration gespeicherter Pestizide aufweisen, können zur Quelle von Schadstoffen werden, folgern die Wissenschaflter laut spiegel.de aus ihren Untersuchungen. Ändern sich die Umweltbedingungen, können die Schadstoffe freigesetzt werden und so etwa in unser Trinkwasser oder auf anderem Weg in die Nahrungskette gelangen. Die Forscher plädieren dafür, die mögliche Beweglichkeit von Pestiziden beim Einschätzen ihrer Risiken für die Umwelt mit in Betracht zu ziehen.

Quellen: spiegel.de, welt.de

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