Luftverschmutzung soll teurer werden

Für einen zu hohen Ausstoss an Treibhausgasen müssen Unternehmen in der EU wie auch in der Schweiz zahlen. Doch die Tonne CO2 ist in der EU wegen der Krise derzeit günstig zu haben und soll deshalb verteuert werden.

Luftverschmutzung soll teurer werden
Für CO2-Ausstoss soll mehr gezahlt werden. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Der verpflichtende Zukauf von Emissions-Zertifikaten sollte Unternehmen mit einem zu hohen CO2-Ausstoss eigentlich dazu animieren, in Massnahmen zum Energiesparen und in ökologische Innovationen zu investieren. Doch aufgrund der europaweiten Krise produziert die Industrie weniger als angenommen. Weil dadurch mehr Zertifikate vorhanden sind als benötigt werden, können diese momentan günstig ersteigert werden.

Eine Tonne CO2 ist derzeit bereits ab etwa sieben Euro zu haben. Im Vorfeld wurde jedoch mit einem Preis um die 30 Euro gerechnet. Dass die Luftverschmutzung so günstig ist, will die EU-Kommission nicht akzeptieren und schlägt vor, 900 Millionen Zertifikate erstmal zurück zu halten, damit der Preis für die verbleibenden Emissionsrechte steigt.

Gegen den Vorschlag stellt sich die Industrie. Sie befürchtet dadurch Verunsicherung und Nachteile gegenüber Unternehmen ausserhalb von Europa.

Quellen: Bundesamt für Umwelt BAFU, welt.de, wikipedia.org, Text: Bianca Sellnow

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Um die Emissionen von Industriezweigen mit besonders hohem CO2-Ausstoss zu senken, wurde 2005 in der EU und 2008 in der Schweiz der Emissionshandel eingeführt. Aktuell fallen rund 11.000 Unternehmen wie Kohlekraftwerke und Ölraffinerien darunter. Für sie gelten Höchstgrenzen für den CO2-Ausstoss. Bis zu dieser Höchstgrenze erhalten sie kostenlose Emissionszertifikate. Für jede Tonne CO2, die über dieses Limit hinaus emittiert wird, müssen Unternehmen Emissionszertifikate zukaufen. Verringern sie ihren Ausstoss an Treibhausgasen, können sie wiederum ihre übrigen CO2-Rechte weiter verkaufen. Dies soll Druck auf Unternehmen ausüben, in klimafreundliche Technologien zu investieren und damit ihren CO2-Ausstoss zu senken.