«Das System kollabiert»: Eisschmelze in der Arktis

Die Eisschollen am Nordpol sind so klein wie noch nie zuvor. Forscher alarmieren, schmilzt das Eis in diesem Tempo weiter, müssen wir uns auf kalte Winter einrichten.

Die Eisfläche am Nordpol wird immer kleiner
So wenig Eis wie dieses Jahr gab es am Nordpol noch nie. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Noch nie seit Beginn der Satellitenmessungen in den 1970er Jahren ist das Eis in der Arktis so drastisch zurückgegangen wie in diesem Jahr. Naturwissenschaftler aus ganz Europa berichten, dass die Eisschollen nicht nur kleiner, sondern auch wesentlich dünner geworden seien.

Laut der neuesten Messungen ist die Eisschicht von 3,5 Metern Dicke in den 1980er Jahren auf nur noch knapp 2 Meter geschrumpft. Innerhalb der letzten zehn Jahre
hat sich die Eisfläche im Durchschnitt etwa um die Hälfte reduziert.

Als Ursache der Eisschmelze gilt die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung. «Das System kollabiert». Denn inzwischen schmelze während der Sommermonate mehr Eis, als während des Winters wieder hinzukomme, erläutert Peter Wadhams von der Cambridge University gegenüber dem Spiegel.

Das wird für uns nicht folgenlos bleiben, erklärt Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Eine wärmere Arktis sorge vermehrt für strenge Winter in Europa.

Quelle: Spiegel.de, 20 Minuten.ch

Text: Leena Heinzelmann