Im Grünen ist Stress besser zu bewältigen

Dass Grünflächen Oasen der Ruhe und Entspannung sind, war aus Alltagserfahrungen bereits bekannt. Eine neue Studie der University Edinburgh beweist die stresslindernde Kraft von Parks und Gärten auch auf hormoneller Ebene.

Im Grünen Stresshormone abbauen.
Bei Stress fliehen wir gerne ins Grüne - unser Hormonspiegel weiss wieso. Foto: © olly - Fotolia.com
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Lange Spaziergänge im Wald nach einer ermüdenden Arbeitswoche, oder ein Ausflug in den Stadtpark vor einer stressigen Prüfung werden im Volksmund schon seit jeher als wirksames Wohlfühlmittel empfohlen. Die Ruhe, die gelassene Stimmung, das Vogelgezwitscher und der Blumenduft scheinen zum Seelenbaumeln einzuladen. Aber weshalb ist das so?

Forscher der University Edinburgh veröffentlichten laut pressetext kürzlich in der Zeitschrift «Landscape and urban planning» eine Erklärung für den Einfluss von Grünflächen auf unsere Gesundheit. Sie stellten fest, dass Menschen in wirtschaftlich benachteiligten Siedlungen dank grünen Oasen besser mit posttraumatischem Stress und schwierigen Situationen, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, umgehen können. 

Während der Studie wurde aufgrund von regelmässigen Speicheltests der Hormonspiegel von 25 Teilnehmern mit tiefem Einkommen untersucht. Gleichzeitig hielten die Beteiligten auf Fragebögen fest, wie hoch ihre Gefühls- und Stressbelastung war. «Gab es viel Grün in ihrer unmittelbaren Nähe, so reagierten Menschen besser auf störende Ereignisse im Leben: Entweder stieg das Stressniveau dadurch bei ihnen nicht so stark, oder sie gingen besser damit um», erklärten die Forscher laut pressetext. Die Speicheltests ergaben, dass das Stresshormon Cortisol erheblich schneller abgebaut wurde, wenn Parks und Gärten in Sicht waren.

Diese Studie sei bahnbrechend für weiterführende Forschungsarbeiten, sagt auch der deutsche Umweltpsychologe Rudolf Günther im Gespräch mit pressetext. Bis jetzt seien bei ähnlichen Studien die sozio-ökonomischen Faktoren zu wenig beachtet worden. Die Berücksichtigung «eines objektiven Markers, so wie etwa Cortisol» mache diese schottische Studie besonders repräsentativ.

Text: Sabrina Stallone - 20. Februar 2012

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