Roger Morgenthaler erklärt, warum aktiver Naturschutz so wichtig ist

Promo – Roger Morgenthaler engagiert sich freiwillig in der Gruppe «Naturwerk WWF Bern». Dabei plant er Einsätze zum Schutz der Natur und packt aktiv vor Ort an. Uns erzählt er, warum die Einsätze wichtig sind, wer ihn inspiriert und worauf wir bei unserem nächsten Sonntagsspaziergang achten sollten.

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Seit vier Jahren engagiert sich der studierte Umweltingenieur Roger Morgenthaler (33) ehrenamtlich bei der Gruppe «Naturwerk WWF Bern». Seit rund 40 Jahren leistet die Gruppe (früher unter dem Namen «Heckengruppe») Einsätze zum Erhalt der Natur: Sei es bei der Pflege von Wild-Hecken, Waldrändern, Feuchtgebieten, Tümpel oder Moore. Aus der Bewegung an der frischen Luft und inspirierenden Gesprächen zieht Roger die Energie, um immer weiter zu machen: um etwas zur Verbesserung der Welt beizutragen und eine möglichst gute Zukunft für die kommenden Generationen zu schaffen.

Roger, was machst du beruflich?

Ich bin Umweltingenieur und begleite in meinem Berufsalltag beispielweise Bauarbeiten auf belasteten Standorten, berate Bauleitungen als Umweltbaubegleiter und führe Bauschadstoff-Diagnostiken durch.

Was beinhaltet dein Freizeiteinsatz für die Natur?

Unsere Gruppe «Naturwerk WWF Bern» setzt sich für die Pflege von Gebieten mit einem besonderen Wert für die Natur ein. Das sind beispielsweise Hecken aber auch Feuchtgebiete, Waldränder, Tümpel und Moore. Ich persönlich mache das, weil ich etwas Sinnvolles machen möchte und überzeugt bin vom Nutzen und der Wichtigkeit unserer Einsätze. Ich schätze aber auch die Arbeit im Freien, die Abwechslung zum Alltag bietet und arbeite gerne mit anderen Naturbegeisterten zusammen.

Seit wann engagierst du dich beim «Naturwerk WWF Bern»?

Als ehrenamtlicher Helfer bin ich seit vier Jahren dabei und engagiere mich als Leiter der Gruppe. Pro Winterhalbjahr sind wir rund zehn Mal im Einsatz: Die Einsätze dauern jeweils von 09:00 bis 16:00 Uhr, inklusive Znünipause und Zmittag vom Feuer. Am Ende eines Einsatzes den Vorher-Nachher-Vergleich zu sehen, den wir durch das Teamwork als Gruppe erreichen, erfüllt mich mit Stolz.

Nachhaltiges Handeln beginnt mit dem inneren Antrieb, dem Drang, etwas zu verändern: TATENDRANG. Unter «Taten statt Worte» fasst Coop ihr Nachhaltigkeits-Engagement mit knapp 400 Taten zusammen und engagiert sich seit über 30 Jahren für Mensch, Tier und Natur.

Welche Aufgaben beinhaltet beispielsweise die Heckenpflege?

Dazu gehört das Anlegen von neuen Wild-Hecken und das Pflanzen von bestimmten Pflanzenarten, die gefördert werden sollen. Unerwünschte Arten wie etwa Hasel oder Hartriegel werden entfernt und bestehende Hecken geschnitten und dadurch ausgelichtet. Mit dem Material werden dann Ast- und Steinhaufen für Tiere gebaut.

Welchen Nutzen haben Wild-Hecken für die Natur?

Sie sind ein wichtiger Lebensraum für viele Insekten, Vögel, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger: Sie dienen als Nahrungsquelle und bieten Unterschlupf. Die Tiere sind Nützlinge für die Landwirtschaft in dem sie Blüten bestäuben und Schädlinge fressen. Dadurch wiederum kommen in der Landwirtschaft weniger Pestizide zum Einsatz.

Worauf können wir alle beim Sonntagsspaziergang oder beim Sport in der Natur achten?

Man sollte Rücksicht nehmen auf die Natur, also auf Pflanzen und Tiere. Das heisst: auf den Wegen bleiben, keinen Abfall hinterlassen, Hunde an die Leine nehmen und die Regeln in Naturschutzgebieten befolgen.

Welche Ziele habt ihr euch für die kommenden Jahre gesteckt?

Wir möchten junge Menschen für unsere Arbeit gewinnen. Leider übernehmen zu oft die älteren Generationen diese harte, aber wichtige Freiwilligenarbeit. An alle die sich engagieren möchten: Es gibt keine Voraussetzungen und alle sind willkommen. Für Kinder sind die Einsätze jedoch nicht wirklich geeignet.

Hier geht es zur Agenda und Anmeldung der Einsätze.

Was bedeutet für dich Nachhaltigkeit und wie setzt du sie um?

Nicht auf Kosten der zukünftigen Generationen und des globalen Südens zu leben: Ich versuche, bewusst zu konsumieren und auf regionale, saisonale und langlebige Produkte zu achten. Ein Auto besitze ich nicht, sondern bevorzuge zu Fuss, mit dem Velo oder ÖV unterwegs zu sein. Und für private Ferien mit dem Flugzeug zu verreisen, kommt für mich zurzeit nicht in Frage.

Wer inspiriert dich?

Die Natur und Völker, welche weitgehend noch im Einklang mit der Natur leben. Aber auch Menschen, welche sich stark für den Schutz der Umwelt einsetzen und teilweise viel riskieren.

Was ist für dich Tatendrang?

Tatendrang ist für mich das Bedürfnis, aktiv bei Projekten und Bewegungen mitanzupacken, die das Ziel haben, unsere Welt nachhaltiger und sozialer zu machen.

Dieser Artikel entstand durch die Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Seit 2006 hat Coop als erste Detailhändlerin der Schweiz eine strategische Partnerin mit dem WWF Schweiz. Zusammen engagieren sie sich in den Bereichen Fisch, Palmöl, Soja, Holz und Papier. Ausserdem engagiert sich die Detailhändlerin für Biodiversität, indem sie aktiv die Bio-Landwirtschaft fördert.

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