Macht der Klimawandel einen Winterschlaf?

Das Klima steht Kopf: Norddeutschland versinkt Ende März immer noch im Schnee. Da fragen sich viele: Wo bleibt denn eigentlich der Klimawandel? Eine Frage auf die Klimaforscher nun Antwort geben. 

Klimawandel im Winterschlaf
So manch einer kann seine Ostereier in diesem Jahr wohl im Schnee suchen. Foto © iStockphoto / Thinkstock
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In vielen Gebieten liegt Mitte März immer noch Schnee und es soll auch bis in den April hinein weiter kalt bleiben, von wärmerem Wetter keine Sicht. Angesichts der kalten Temperaturen sogar bis weit in den Frühling hinein fragen sich viele, wo denn da der oft prophezeite Klimawandel und mit ihm die Erderwärmung bleibt.

Dass es so lange kalt ist, spreche auf lange Sicht nicht gegen den Klimawandel, wie Experten bestätigen. „Für das Weltklima ist dieser außergewöhnlich kalte mitteleuropäische März allenfalls ein Wimpernschlag. Das Klima rechnet nicht nach Monaten, sondern nach Jahrzehnten“, erklärt Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gegenüber tagesspiegel.de. Vielmehr mache der Klimawandel gerade Pause, so Laitif. Die Ursache dafür sei die natürliche Schwankung des Weltklimas, „die unabhängig von den Einflüssen der modernen Zivilisation auftreten“, erklärt der Kieler Forscher weiter. 

Anhand von Computermodellen simulieren Wladimir Petoukow vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Klaus Dethloff in der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts den Klimawandel in Teilen Europas. Einberechnet sind die Verbrennung von Gas, Kohle und Öl, die einen Anstieg der Temperaturen und das Abschmelzen der Nordpoleisschichten bewirken. Die dadurch verursachte Eisschmelze könne laut der Ergebnisse der Forscher sogar verantwortlich für den späten Winter sein. Denn in der Folge könne sich der Luftdruck so verändern, dass er jetzt im März noch in einigen Gebieten Schnee verursache.

Darum stimmen die Wissenschaftler auch darin überein, dass dieser Winter eine Ausnahme war. In wenigen Jahre werde man den Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung etwas deutlicher spüren, so Latif.

Quelle: tagesspiegel.de

Text Katharina Kehler