Klimawandel: Wichtiger CO2-Speicher ist bedroht

Torfmoore und Sumpflandschaften entziehen der Luft das klimaschädliche CO2 und speichern es über Jahrtausende hinweg. Doch diese klimaschützende Funktion sehen Schweizer Forscher durch die Erderwärmung bedroht. Statt den Klimawandel zu bremsen, könnten ihn Torfmoore zukünftig mit vorantreiben.

Torfmoore: Durch die Erderwärmung werden die CO2-Speicher zunehmend von Büschen verdrängt
In Mooren breiten sich zunehmend kleine Sträucher aus. Foto: © Luca Bragazza / WSL
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Bei steigenden Bodentemperaturen gedeihen Büsche und Sträucher besser als Torfmoore. Durch die Erderwärmung werden die Moore deshalb zunehmend verdrängt. Zusätzlich bauen Mikroorganismen die bereits bestehenden Torfe ab und lassen so das gespeicherte CO2 in die Atmosphäre entweichen. Statt das Klima wie bisher abzukühlen, könnten Moore somit künftig zu seiner Erwärmung beitragen.

Das Team aus Wissenschaftlern der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf und der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL in Lausanne haben Torfmoore über drei Jahre hinweg untersucht. Mit ihrer Studie erforschten sie, wie sich der für die Nordschweiz erwartete Temperaturanstieg bis 2050 auf die Torfmoore auswirken wird.

Quelle: wsl.ch

Text: Leena Heinzelmann

Torfmoore schützen das Klima

Torfmoore bedecken nur rund drei Prozent der Erdoberfläche. Trotzdem binden sie ungefähr 30 Prozent der organischen Bodensubstanzen, was ungefähr der Hälfte des Kohlenstoffdioxidgehalts in der Luft entspricht. Weltweit enthalten Torfmoore doppelt soviel Kohlenstoff wie die Biomasse der Wälder.

In der Schweiz sind Torfmoore bereits seit den 1980er Jahren per Gesetz geschützt.