Schmutzige Gewässer: Schweizer Flüsse sind voller Pestizide

Flüsse in der Schweiz sind doch nicht so sauber, wie bisher angenommen. Im Auftrag des Bundes haben Forscher fünf Flüsse untersucht und dabei 104 Wirkstoffe im Wasser entdeckt. Der Grossteil davon sind reine Pestizide.

Pestizide in Schweizer Flüssen: Unreineres Wasser als erwartet
Wurde in der Studie untersucht: Die Surb in Endingen AG. © Lutz Fischer-Lamprecht / Wikipedia
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Die Forscher der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung (EAWAG) waren erstaunt, als sie die Wasserproben von fünf Flüssen untersuchten. Bisher galten Schweizer Gewässer als sauber und vorbildlich. Die aktuellen Proben trübten dieses Bild: Über 40 verschiedene Stoffe konnten in dem Flusswasser nachgewiesen werden. Diese setzten sich wiederum aus insgesamt 104 Wirkstoffen zusammen, von denen 82 reine Pflanzenschutzmittel sind.

Um auf das gesamte Schweizer Mittelland schliessen zu können, wurden in der Studie fünf dafür typische Flüsse untersucht: Die Salmsacher Aach (SG), Furtbach (ZH), Surb (AG), Limpach (SO) und Mentue (VD). Die EAWAG untersuchte die Gewässer im Auftrag des Bundes auf lösliche synthetische Pflanzenschutzmittel und Biozide. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, die relevantesten Wirkstoffe gezielter zu überwachen und ihren Einsatz eventuell einzuschränken.

Gefährlich hohe Stoffkonzentration der Pestizide

Laut der Studie sind Schweizer Gewässer erheblich von Pestiziden belastet. Die Forscher der EAWAG führen dies auf die Landwirtschaft zurück: Dort werden oft grosse Mengen an Pflanzenschutzmitteln eingesetzt, die bei Regen oder via Entwässerungseinrichtungen in die Gewässer fliessen und deren Organismen gefährden können.

Bedenklich ist nicht nur das Gemisch verschiedener Pestizide im Wasser, sondern auch die teilweise sehr hohe Konzentration der Stoffe. Diese lagen laut EAWAG vereinzelt bei über einem Mikrogramm pro Liter. Damit verletzten 31 Substanzen den Grenzwert der Wasserschutzverordnung.


Quellen: news.admin.ch, schweizerbauer.ch, tagesanzeiger.ch.
Autor: Cristina Bürgi

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