Nach 100 Jahren sollen Fischadler wieder in der Schweiz brüten

Fischadler sollen in der Schweiz wieder heimisch werden. Damit eine stabile Population entstehen kann, wurden Jungtiere hierzulande ausgesetzt. Die ersten Lebenserfahrungen der Raubvögel sind wichtig für den Erfolg des Ansiedlungsprojekts.

Fischadler kreist wieder durch Schweizer Lüfte
Foto: © VladimirKogan / iStock / Thinkstock
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Sechs junge Fischadler hat Schottland der Schweiz geschenkt. Angesiedelt wurden die 4-5 Wochen alten Raubvögel auf dem Landwirtschaftsareal des Freiburger Gefängnisses Bellechasse in der Region Murtensee. Hier können die Fischadler sich in Ruhe eingewöhnen und ausbreiten, denn auf dem 350 Hektar grossen Gebiet ist aus Sicherheitsgründen der Zutritt verboten. In den umliegenden Seen finden die hungrigen Jungvögel auch ausreichend Beute, um zu wachsen und zu gedeihen.

Wichtig sind die ersten freien Flüge der Fischadler

Noch sind die Fischadler in Volieren untergebracht, Mitte August sollen sie aber in die Freiheit entlassen werden. Für den Erfolg der Ansiedlung ist es wichtig, dass die Vögel ihre ersten Flüge in den Schweizer Lüften starten. Denn Fischadler bleiben ihrer Heimat treu und kehren stets in das Gebiet zurück, indem sie das Fliegen lernten.

Auf diese Weise konnten die Raubvögel bereits in Italien, Grossbritannien und Spanien angesiedelt werden. Mitte September brechen die jungen Fischadler dann Richtung Westafrika auf. Wenn sie erwachsen sind, kehren die zwei weiblichen und vier männlichen Fischadler hoffentlich in die Schweiz zurück, um hier zu brühten.

Die ersten Fischadler seit 100 Jahren

Zuletzt wurden brütende Fischadler in der Schweiz 1914 gesehen. Seither waren sie aufgrund von Wilderern und Eiersammlern hierzulande verschwunden. Auch in vielen anderen Ländern Europas wurde der Fischadler bereits Mitte der 1950er Jahre durch menschliche Verfolgung ausgerottet.

Fischadler (Pandion haliaetus) sind mittelgrosse Greifvögel, deren Flügelspannweite bis zu 1,70m betragen kann. Durchschnittlich sind die Weibchen etwas grösser und schwerer. Wie schon der Name sagt, ernähren sich die Raubvögel von Fischen und jagen deshalb ausnahmslos über Gewässern.

Quelle: schweizerbauer.ch, Text: Regina Rohland