Kleine Flitzer: Diese 4 Arten von Eidechsen leben in der Schweiz

In der freien Natur sind sie oft so schnell weg, dass man sie kaum richtig sieht. Dabei sind die Eidechsen der Schweiz mit ihren farbigen Schuppen spannend zu betrachten. Welche 4 Arten hier leben und wie Sie den bedrohten Reptilien helfen können.

Eidechsen in der Schweiz: Diese 4 Eidechsenarten gibt es
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Besonders bekannt: Die gefährdete Zauneidechse

Wenn der Laie eine Eidechse kennt, dann ist es wohl die etwa 20 Zentimeter grosse Zauneidechse. Ihren Namen hat sie tatsächlich von der gleichnamigen Grundstücksbegrenzung, die ihr früher einen perfekten Lebens- und Nahrungsraum bot. Hier war sie an einem Haufen von Steinen zu finden oder auch im ungemähten Gras, in denen sie sich bestens verstecken konnte.

Doch leider gibt es nicht mehr viele von solchen unberührten Stellen. Der schwindende Lebensraum in der Schweiz macht dieser Eidechse stark zu schaffen. Das Ergebnis: Die vor allem im Mittelland und tieferen Alpentälern vorkommende Zauneidechse wird seltener und steht hierzulande inzwischen auf der Liste der bedrohten Reptilien.

Eidechsen in der Schweiz: Zauneidechse

Zauneidechse, Foto: © TiberiuSahlean / iStock / Thinkstock

Und selbst wenn Sie in ihrem Lebensraum unterwegs sind, kann es gut sein, dass Sie die flinken Tierchen übersehen. Bei den Zauneidechsen sind die Weibchen nämlich, wie so oft im Tierreich, eher farblos und in ein beige-braunes Schuppenkleid gehüllt. Dagegen leuchten die Männchen in strahlendem Grün. Allerdings nur bis zu Paarungszeit. Hiernach sind sie fast so naturfarben wie ihr weibliches Pendant und daher kaum voneinander zu unterscheiden.

Schillernde Persönlichkeit: Die Smaragdeidechse

Für diese Eidechse darf es gerne etwas wärmer sein. Die mit maximal 35 Zentimeter grösste Eidechsenart der Schweiz besticht mit ihrem smaragdfarbenen Kopf und einem grasgrünen Körper. Die markante Färbung wird lediglich von kleinen dunklen Tupfen unterbrochen. Im Gegensatz zu der Zauneidechse sind bei Smaragdeidechsen auch die Weibchen meist grün gefärbt und die Färbung des Männchens überdauert die Paarungszeit.

Eidechsen in der Schweiz: Smaragdeidechse

Smaragdeidechse, Foto: © Vrabelpeter1 / iStock / Thinkstock

Wo die Zauneidechse meist nicht vorkommt, da ist die Smaragdeidechse gerne zuhause. Sie liebt das warme Tessin, die Bündner Südtäler und das Wallis. Smaragd- und Zauneidechse sind übrigens eng miteinander verwandt.

Unscheinbar, aber erfolgreich: Die Waldeidechse

Diese Eidechse ist die kleinste der vier Arten in der Schweiz. Mit lediglich 15 Zentimetern Maximallänge und einer dezenten Braunfärbung ist ihre Erscheinung nicht besonders auffällig – dafür aber ihre Lebensweise.

Eidechsen in der Schweiz: Waldeidechse

Waldeidechse, Foto: © Ian_Redding / iStock / Thinkstock

Die Waldeidechse lebt, neben bewaldeten Flächen, auch in Mooren und in den Bergen. Das brachte dieser Eidechsenart auch die Namen Mooreidechse oder Bergeidechse ein. Gerade dass sie in den Bergen bis in Höhen von 3'000 Metern leben kann, unterscheidet sie von den meist in gemässigterem Klima lebenden Eidechsenarten. Dafür hat sie eine besondere Strategie, um ihren Nachwuchs durchzubringen: Die Waldeidechse ist die einzige der vier Eidechsen in der Schweiz, die in ihrem Bauch den Nachwuchs in den üblichen Reptilieneiern ausbrütet und dann lebend gebärt.

Ganz schön clever: Die anpassungsfähige Mauereidechse

Werden Smaragd- und Zauneidechse eher in ihren Beständen zurückgedrängt, so sieht es bei der anpassungsfähigen Mauereidechse ganz anders aus. Ihre Bestände wachsen.

Diese etwa 20 Zentimeter messende, braun-schwarze Eidechsenart ist richtig anpassungsfähig und kommt mit der Nähe des Menschen, selbst in Städten wie Bern und Zürich hervorragend zurecht. Besonders beliebt bei dieser Eidechsenart sind Bahngleise und weitläufige Bahnhofsareale.

Eidechsen in der Schweiz: Mauereidechse

Mauereidechse, Foto: © mr_coffee / iStock / Thinkstock

Der Grund ist erst auf den zweiten Blick naheliegend, denn nicht selten kommen Mauereidechsen als blinder Zugpassagier aus Italien mit ins Land. Ein Umstand, der dafür sorgte, dass ihre Bestände in der Nordost- und Zentralschweiz in den letzten Jahren vergleichsweise stark anwuchsen.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann