Asiatischer Marienkäfer: Bedrohung oder Beitrag zur Artenvielfalt?

Mit ihren schwarzen Punkten auf rotem Grund sorgen sie für Freude, wo immer sie auftauchen, unsere heimischen Glückskäfer. Mitsamt ihren Larven sind sie ausserdem nützliche Helfer im Garten. Aber sie haben Konkurrenz bekommen: der asiatische Marienkäfer scheint die heimischen Arten zu verdrängen. Doch ist es wirklich so schlimm um unsere Käfer bestellt? 

Asiatischer Marienkäfer: Bedrohung oder Beitrag zur Artenvielfalt?
Verdrängt der asiatische Marienkäfer unsere heimischen Arten? Foto: Marco Leoniddi, iStock, Thinkstock
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Harmonia axyridis nennt sich der orangene Verwandte aus dem fernen Kontinent. Da er sich schneller vermehrt als heimische Arten und robuster ist, wurde er in den USA, und seit 1982 auch in Europa, zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt.

Leider macht der Hunger des asiatischen Marienkäfers manchmal auch vor seinen europäischen Verwandten nicht Halt, ebenso wenig wie vor Landesgrenzen. Denn obwohl ihn die Schweiz als Schädlingsbekämpfer ablehnte, besiedelte der asiatische Marienkäfer bereits im Jahr 2007 zehn Kantone. Und das, obgleich 2006 noch keine Käfer gefunden wurden.

Asiatische Marienkäfer unterscheiden sich deutlich von heimischen Arten

Der asiatische Marienkäfer lässt sich von den heimischen Arten durch seinen Halsschild unterscheiden: er ist weiss und trägt ein von vorn gesehenes, schwarzes W. Die Hauptfarbe des asiatischen Marienkäfers ist orange und er hat ca. 19 schwarze Punkte auf dem Panzer.

Im Herbst sucht der asiatische Marienkäfer ein warmes Plätzchen zum Überwintern. Dabei kann sein Auftreten schon mal aufdringlich werden: wenn tausende von Tieren an den hellen Hauswänden auftauchen, und nach Lücken in Holzrahmen und Mauerwerk Ausschau halten. Allerdings richten sie keinen Schaden an und sind völlig ungefährlich.

Sind asiatische Marienkäfer bedrohlich oder nur eine Art mehr in der Natur?

Nach neuesten Erkenntnissen ist der asiatische Marienkäfer für die heimischen Arten nicht so gefährlich wie anfangs befürchtet. Zwar vergreift er sich an dem etwas kleineren heimischen Marienkäfer wenn Futtermangel herrscht, aber unser Coccinella septempunctata vermehrt sich dennoch munter weiter. Unsere heimischen Arten scheinen eine Koexistenz mit dem asiatischen Marienkäfer eingegangen zu sein und werden uns auch weiterhin mit ihrer Anwesenheit erfreuen.

Wie nützlich Marienkäfer und andere Nützlinge für die Bekämpfung von Schädlingen im Biogarten sein können, zeigt diese Bildgalerie:

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Einmal mit der Zunge schnalzen und schon findet sich das Insekt im Magen der Eidechse wieder. Auch Kaltblüter wie die Zauneidechse sind in Ihrem Garten gut aufgehoben, denn sie lieben Insekten wie Wespen und Ameisen. Sie fühlen sich besonders wohl, wenn ihnen schützende Versteckmöglichkeiten und einige sonnige Plätze zum Aufwärmen geboten werden. Foto © AtzeK / iStock / Thinkstock

Einmal mit der Zunge schnalzen und schon findet sich das Insekt im Magen der Eidechse wieder. Auch Kaltblüter wie die Zauneidechse sind in Ihrem Garten gut aufgehoben, denn sie lieben Insekten wie Wespen und Ameisen. Sie fühlen sich besonders wohl, wenn ihnen schützende Versteckmöglichkeiten und einige sonnige Plätze zum Aufwärmen geboten werden. Foto © AtzeK / iStock / Thinkstock

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