Wie aus alten Zementsäcken trendige Taschen werden

Für seine Produkte verwendet das Start-up Elephbo Zementsäcke. Was daran nachhaltig und besonders ist, erzählt Nicolas Huxley im Interview.

Wie aus alten Zementsäcken trendige Taschen werden
Nicolas Huxley, der Gründer von Elephbo. Foto: © Elephbo
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Die Taschen und Accessoires von Elephbo sind Unikate, die unter fairen Bedingungen produziert werden. Dass dafür alte Zementsäcke mit aufgedruckten Elefanten, Tigern, Kamelen und Adlern zum Einsatz kommen, hat nicht nur optische Gründe. Denn die Idee dahinter will auch der Umwelt etwas Gutes tun.

Die verwendeten Zementsäcke stammen aus Kambodscha, wo seit mehreren Jahren intensiv gebaut wird. Nach dem Transport des Zementes sammeln sich die leeren Säcke auf den Baustellen und an den Strassenrändern. Weil es kein richtiges Entsorgungssystem gibt, bleiben sie liegen und bilden Müllhaufen.

Wie die alten Säcke zu trendigen Produkten werden, erklärt der Gründer Nicolas Huxley:

Herr Huxley, sammeln Sie die Zementsäcke einfach am Strassenrand ein?

Nein, wir gehen aktiv auf die Bauherren zu und sammeln die Säcke direkt auf den Baustellen ein. Dafür haben wir ein Team von acht Personen vor Ort. Wir versuchen so mitzuhelfen, dass das Abfallproblem gar nicht erst entsteht.

Wie wurden Sie auf die Problematik überhaupt aufmerksam?

Ich war vor 7 Jahren in einem Auslandssemester in Hongkong und reiste in dieser Zeit viel. Da habe ich gesehen, dass in Kambodscha viele Zementsäcke herumliegen.

Wie aus alten Zementsäcken trendige Taschen werden

Die Zementsäcke werden in Kambodscha gesammelt und aufbereitet. Foto: © Elephbo

Aus dem Material Taschen zu machen war dann eine spontane Idee?

Die Einheimischen verwenden die Säcke zum Teil schon als einfache Jutebeutel oder Transportsäcke weiter. Ich dachte sofort: Da kann man was daraus machen. Und jetzt, ein paar Jahre später, produzieren wir verschiedene Taschen, Sneakers und anderes.

Wenn nicht mehr gebaut wird, gibt es dann keine Produkte von Elephbo mehr?

Das wird so schnell nicht passieren. Wir sind auch in Kontakt mit anderen Ländern wie Ruanda, Simbabwe und Nigeria, die das gleiche Problem mit Zementsäcken haben. Irgendwann wollen wir auch mit diesen Ländern zusammenarbeiten, aber im Moment liegt unser Hauptfokus darauf die Produktion zu verbessern und noch nachhaltiger zu machen.

Autor: Olivia Sasse, am 14.Mai 2018