Mit Taschen und Tüchern von Otter Zurich das Meer schützen

Das Schweizer Start-up Otter Zurich verwendet nur Stoffe, die sonst im Müll landen würden. Was daran besonders toll ist, erzählt uns Marcella Hasters, Gründerin, im Interview.

Mit Taschen und Tüchern von Otter Zurich das Meer schützen
Foto: © Otter Zurich
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Mit dem arbeiten, was es schon gibt, ist das Credo des zweiköpfigen Start-ups. Die Rucksäckli, Sporttaschen, Lunchpacks und Decken von Otter Zurich bestehen deshalb aus ausrangierten Baumwolltüchern und Segelverschnitten.

Alle Stoffe werden in ihrem Zürcher Atelier von Hand geprüft, sortiert und neu zusammengenäht. Natürliche Pflanzenfarbe sorgt für farbliche Akzente in dem sonst minimalistischen, schwarz-weissen Design.

Aber Upcycling ist nicht das einzige, was Otter Zurich für die Umwelt tut. Wir haben Gründerin Marcella Hasters gefragt, wie das Geschäft entstanden ist und wie auch wir etwas Gutes tun können:

Frau Hasters, das sind nicht ihre ersten Gehversuche in der Textilbranche. Wie hat sich Otter entwickelt?

In meinem Textilstudio Greta & Greta habe ich für Probedrucke viel mit gebrauchten Stoffen gearbeitet. Die haben mir am besten gefallen und ich dachte, daraus muss man doch was machen können. Aus dieser Idee und mit der Hilfe von Freundin und Product Managerin Julia, ist letztes Jahr Otter Zurich entstanden.

Wie kommt ihr an die Materialien für eure Taschen und Tücher?

Zu Beginn klapperte ich verschiedene Geschäfte, beispielsweise Hotels, ab und fragte nach, ob sie ausrangierte Baumwolltücher haben. Einige waren sehr erstaunt über die ungewöhnliche Anfrage. Andere interessierten sich für das Projekt und beliefern uns jetzt immer wieder mit Material.

Mit Taschen und Tüchern von Otter Zurich das Meer schützen

Marcella Hasters, Gründerin von Otter. Foto: © Otter Zurich

Können wir euch unsere gebrauchten Baumwolltücher geben und ihr macht daraus Taschen?

Eine tolle Idee, daran haben wir auch schon gedacht. Leider sind wir im Moment noch zu klein, um Stoffe bei Privatpersonen einzusammeln. Irgendwann möchten wir aber gerne die Firma sein, die alle möglichen Arten von Stoffen wiederverwendet.

Gebrauchte Tischtücher und Bettlacken – was finden Sie so toll daran, mit diesen Stoffen zu arbeiten?

Wenn Baumwolle oft gewaschen wurde, wird der Stoff ganz dünn und weich. Dann nimmt er die natürlichen Farbstoffe sehr schön an. Es gibt so viele Stoffe, die bereits da sind und verwendet werden können. Damit möchten wir auch etwas gegen die riesigen Abfallberge und für den Schutz unserer Umwelt tun.

Es gibt bereits einige Firmen die sich mit Upycling beschäftigen, weshalb sollten wir die nächste Tasche bei euch kaufen?

Wir machen Produkte, die man wirklich braucht. Unser Lunchpack beispielsweise ist etwas, was mir persönlich immer gefehlt hat. Viele Leute packen ihr Mittagessen nochmals in einen extra Sack, damit sicher nichts dreckig wird. Dafür verwenden die meisten Einwegplastiksäcke. Unser Produkt können sie waschen und immer wieder verwenden.

Mit Taschen und Tüchern von Otter Zurich das Meer schützen

Marcella und Julia Im Atelier von Otter Zurich. Foto: © Otter Zurich

Sie sprechen von Plastik, der Lunchbag ist jedoch aus Segelstoff, welcher oft auch aus Kunststofffasern besteht. Ist dieses Produkt denn trotzdem noch nachhaltig?

Plastik ist für die Ewigkeit gemacht. Das ist sehr schlecht bei Einwegplastik, weil dieser dann im Meer landet und Tieren schadet. Wenn man das Material aber über eine lange Zeit braucht und vielleicht auch mal flickt, hat es super Eigenschaften. Es ist stabil und wasserabweisend.

Wir tun also etwas Gutes für die Umwelt, wenn wir eure Produkte kaufen?

Ja! Wir wussten immer, dass wir mit unserer Arbeit auch etwas für die Umwelt tun wollen. Deshalb spenden wir auch fünf Prozent unserer Einnahmen für den Schutz der Meere.

Die Schweiz ist ein Binnenland, warum ist euch gerade der Schutz des Meeres so wichtig?

Der Plastikverbrauch hat eine grosse Auswirkung auf alle Meeresbewohner. Das Meer ist aber nicht nur Lebensraum vieler Tiere, ein grosser Teil unserer Erde besteht daraus – somit ist es auch unsere Heimat.

Heisst ihr deshalb Otter?

Ja, der Otter ist unser Maskottchen.

Autor: Olivia Sasse, am 11. Juni 2018

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