Nerz-Qual für Mode & Kosmetik: Warum das gar nicht sein müsste

In Freiheit kann ihr Territorium mehrere Kilometer umfassen. Doch etwa 50 Millionen Nerze müssen noch immer für Mode oder Kosmetik in winzigen Käfigen leiden. Dabei gibt es inzwischen sehr gute Alternativen.

Qualvolle Nerz-Haltung: Für Pelze und Kosmetik
Foto: © MikeLane45 / iStock / Thinkstockphotos
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Der Nerz ist ein Tier, das die grosse weite Welt erkunden will, klettern und jagen als natürlichen Trieb hat. Doch allzu oft fristet es ein Dasein auf kleinen Gittern, voller Panik aufgrund der Enge, des fehlenden natürlichen Umfelds und des unglaublichen Gestanks auf der Nerzfarm. Als Folge sind die Tiere traumatisiert, knabbern sich am eigenen Fell, beissen sich sogar die Schwänze ab, bis das qualvolle Dasein nach einem Lebensjahr in der Tötung durch Vergasung sein Ende hat.

Aus Nerzen wird nicht nur Mode gemacht

15 Millionen Tiere sollen alleine im wichtigsten Zuchtland Dänemark gezüchtet werden. Weitere Länder sind China und Südkorea, aber auch im benachbarten Deutschland gibt es noch die ein oder andere Nerzfarm. 

Einmal getötet gelangen die Felle der Nerze hauptsächlich in die Pelzindustrie. Ebenso werden sie aber in konventioneller Kosmetik verarbeitet. So soll Nerzöl in Shampoos und Hautcremes eine pflegende Wirkung bringen, obwohl es dafür bereits Jojoba- und Mandelöl als ideale natürliche Alternative gibt.

Zudem wird das Fell der Nerze für einige künstliche Wimpern verwendet. Diese nennen sich gar Nerzwimpern, aber auch Seidenwimpern, und werden zur Wimpernverlängerung oder -Verdichtung genutzt. Nerz-Öl ist weiterhin in manchen Tierpflegesprays oder Hundeshampoos enthalten sowie teilweise in hochwertigen Mal-Pinseln.

Wie kann man Nerz in Kosmetik meiden?

Viele lehnen Pelze bereits ab. Doch durch die Kosmetikbranche wird die Pelzindustrie stark gefördert. Denn was genau in der Cremedose drin steckt, kann man als Verbraucher kaum eindeutig feststellen. So versteckt sich Nerzöl auf der Inhaltsliste zum Beispiel als Mink Oil, Mustela Oil oder Mustella Oil.

Wer keinen Nerz im Tigel haben möchte, sollte darum unbedingt auf diese relevanten Bezeichnungen achten. Ganz ausschliessen kann man Nerz in Kosmetik aber am ehesten, indem man nur zertifizierte vegane Kosmetik verwendet. Die Auswahl ist hier allerdings noch überschaubar. Mehr dazu in dem Beitrag «Was vegane Kosmetik bedeutet und welche Marken es gibt»

Wer noch mehr über die Qual der Nerze sehen möchte: Grausame Aufnahmen aus einer dänischen Nerzfarm gibt es hier.

Quellen: Tierschutzbund.de, Pelzinfo.ch, Peta.de, RTL.de, Naturalbeatuy.de, Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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