Labortest deckt auf: Echtpelz erneut als Kunstfell deklariert

Tierschützer haben einen weiteren Fall von falsch deklariertem Fell aufgedeckt: Hinter vermeintlichen Kunstfell-Bommeln an Schuhen steckt in Wahrheit echter Pelz! Dieses Mal ist Europas grösster Schuhhändler betroffen.

Kunstfell stellt sich als echter Pelz heraus
Die Fell-Applikation an diesem Schuh von Deichmann besteht aus echtem Pelz. Foto: Kunstpelz ist ECHT
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Nur kurze Zeit nach dem Katzenfell-Skandal schocken Tierschützer mit einer weiteren Echtpelz-Enthüllung: An Graceland-Pumps des Deichmann-Konzerns kleben Bommel aus echtem Tierfell! Dies zeigen aktuelle Labortests, die auf Initiative von Tierschutzorganisationen durchgeführt wurden. Der Schuhhändler, dessen Schweizer Filialen unter dem Namen «Dosenbach» betrieben werden, reagierte umgehend und nahm die falsch deklarierten Pumps aus dem Sortiment.

Um welches Tierfell es sich bei den Bommeln genau handelt, konnte im Labor nicht geklärt werden. Dafür seien die Tierhaare durch chemische Prozesse zu stark bearbeitet worden, erklärt Julia Akra von der deutschen Tierschutzorganisation Animals' Liberty gegenüber rp-online.de.

Skandal um falsch deklariertes Fell weitet sich aus

Auch vermeintliche Kunstfell-Bommel an Mützen des Modeunternehmens Forever 18 mit Filialen in Deutschland und Österreich entpuppten sich im Labor als Pelzprodukte. Angesichts der Ausweitung des Fell-Skandals warnt der Deutsche Tierschutzbund in einer aktuellen Pressemitteilung vor dem Kauf von Textilwaren, die als Kunstfell deklariert sind. «Man kann sich aktuell nicht sicher sein, dass sich unter vermeintlichem Kunstfell, nicht doch Tierqual in Form von Echtpelz findet», so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Hintergrund hierfür ist, dass Tierfelle aus chinesischen Billigproduktionen auf dem Weltmarkt oftmals billiger eingekauft werden als Kunstfell. Auch in der Schweiz kann die falsche Etikettierung von Kunstfell-Produkten deswegen trotz der bestehenden Deklarationspflicht von Echtpelz nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden.

Quelle: Kunstpelz-ist-echt.de, rp-online.de; Text: Petra Zölle