Endlich! Nach Globus verbannt auch Jelmoli Echtpelz aus dem Sortiment

Jelmoli will ab Frühling 2019 komplett auf echten Pelz verzichten – insbesondere auf Druck des Zürcher Tierschutzes. Das Warenhaus ist längst kein Vorreiter.

Mode ohne Echtpelz
Foto: © FXQuadro/ iStock / Getty Images Plus
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Nicht zuletzt auf Druck des Züricher Tierschutzbundes will das Warenhaus Jelmoli bis April 2019 Echtpelz komplett aus dem Sortiment streichen.

Tierschutzorganisationen engagieren sich bereits seit Jahren dafür, dass Tierpelze aus der Mode verschwinden. Denn rund 85 Prozent des Echtpelzes werden unter tierquälerischen Bedingungen gewonnen, bei denen die Tiere in extrem engen Käfigen stecken. 15 Prozent der Tiere werden mit grausamen Fallen gefangen, heisst es in der Medienmitteilung des Zürcher Tierschutzes. 

Schon 2014 lancierte die Organisation die Kampagne «echt Pelz – echt grausam», um  gegen den tierquälerischen Modetrend anzugehen und übte öffentlich Kritik, unter anderem am Warenhaus Jelmoli.

In einem ersten Schritt verzichtete das Warenhaus ab 2017 auf Echtpelz aus China, weil die Produktion dort besonders brutal und qualvoll sei, wie der Tierschutz weiter schreibt. Zudem wurde Echtpelz aus der Jelmoli-Kinderabteilung verbannt.

Das Warenhaus gehört längst nicht zu den Vorreitern, wenn es darum geht, auf tierischen Pelz zu verzichten. Globus führt bereits seit vergangenem Winter keinen Echtpelz mehr im Sortiment.

Auch Marken wie Hugo Boss, Calvin Klein, Tommy Hilfiger oder Jack Wolfskin haben Echtpelz längst aus ihrem Sortiment gestrichen. Sogar das italienische Luxuslabel Gucci gab bereits vor einem Jahr bekannt, künftig auf Echtpelz zu verzichten.

Das Problem mit dem Preis

Weil echter Pelz in den Tierfabriken Chinas billiger zu produzieren ist als teurer Kunstpelz, gab es Fälle, in denen Modehersteller diese Pelze verwendeten und als Kunstpelz deklarierten oder aber die Pelze mangelhaft bis gar nicht deklarierten.

Noch im letzten Herbst führte der Zürcher Tierschutz in mehreren Deutschschweizer Städten Ladenrecherchen durch. Fazit: 14 von 15 Unternehmen deklarierten einen Teil ihrer Pelzartikel nicht. Im Schnitt trugen 3 von 10 Artikeln keine Deklaration.   

Echten und falschen Pelz erkennen

Für Kunden ist es schwierig, echten von künstlichem Pelz zu unterscheiden. Jedoch gibt es Methoden, die gut funktionieren.

  • Genau hinsehen: Echte Pelzhaare glänzen anders als Kunstfasern und die Haare sind unterschiedlich lang.
  • Auseinanderziehen:  Echtpeltz wird mit der Tierhaut verarbeitet. Wer den Pelz auseinanderzieht und Leder entdeckt, hat ein echtes Fell in der Hand. Bei künstlichem Pelz ist ein Textilgewebe zu sehen.
  • Pusten: Bei echtem Fell legt sich das Deckhaar zur Seite, wenn man pustet. Zudem kann man bei echtem Pelz leicht gekräuselte, feine Unterwolle erkennen. Künstlicher Pelz hingegen wirkt steifer und ist oft gleichlang geschnitten. Kommt hinzu, dass Kunstpelz durch statische Aufladung etwas klebrig wirken kann.
  • Anzünden: Das geht im Geschäft natürlich nicht, aber zu Hause. Schneiden Sie einige Haare aus dem Pelz und zünden Sie diese vorsichtig an. Echter Pelz riecht nach verbranntem Haar. Kunstfell schmilzt zu Klümpchen und riecht synthetisch.

Selbst mit diesen Tricks lässt sich nicht immer erkennen, ob man echtes oder künstliches Fell in der Hand hat. Wer auf Nummer sicher gehen will, findet hier eine Übersicht mit Fashion-Labels, die auf Echtpelz verzichten.

 

Autor: Sabina Galbiati, Oktober 2018