Zara zeigt es Nike: Einige Billigmarken nutzen am wenigsten Gifte

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Einige Hersteller von Wergwerfmode sind auf dem Weg zu giftfreier Kleidung bereits viel weiter als manche teure Marken und sogar Luxuslabels. Viele grosse Textilhersteller interessieren sich auch noch überhaupt nicht dafür, wie viel Gift in ihrer Kleidung steckt.

Zara zeigt es Nike: Einige Billigmarken nutzen am wenigsten Gifte
Foto: © Ciaran Griffin / stockbyte / Thinkstock

Über 70 Unternehmen haben sich nach einer Kampagne von Greenpeace dazu verpflichtet, dass ihre Produktion bis 2020 giftfrei wird. Bereits alles dafür in die Wege geleitet haben H & M und Benetton, ebenso wie die Inditex-Gruppe, zu der Zara und Bershka gehören.

Zumindest Fortschritte bei ihren Plänen hin zu giftfreier Produktion machen unter anderem die  Sporthersteller Adidas und Puma. Auch die angesagten Modemarken Mango und Primark steuern auf die Erfüllung der Ziele zu, ebenso wie die Luxuslabel Valentino oder Burberry und einige weitere.

Wenig Interesse am Entgiften zeigen dagegen Esprit, Nike oder auch Limited Brands, wozu Victoria’s Secret gehört. Hier lässt sich laut dem umfassenden Detox-Report von Greenpeace nur schwer ein Engagement erkennen, Giftstoffe aus der Herstellung zu verbannen. Marken wie Armani, Diesel und Versage sind zudem bisher nicht bereit, sich den Detox-Zielen anzuschliessen.

Mehr zur Detox-Kampagne von Greenpeace

2011 lancierte die Umweltschutzorganisation die Detox-Kampagne. Diese fordert Textilhersteller dazu auf, bis 2020 giftfrei zu produzieren. Zusätzlich sollen sie Lieferketten transparent darstellen und offenlegen, inwieweit ihre Kleiderproduktion die Umwelt belastet.

Bisher sind mehr als 70 Modemarken, Discounter und Lieferanten aus der Textilbranche dem Aufruf gefolgt. Greenpeace kontrolliert regelmässig ihren Fortschritt und veröffentlicht dann die Ergebnisse im sogenannten Detox Catwalk.

Giftfreie Kleidung ist nicht immer auch nachhaltig

Die Detox-Kampagne konzentriert sich ausschliesslich darauf, Giftstoffe aus der Textilherstellung zu verbannen. Das ist zwar ein wichtiger Schritt. Viele andere Probleme bleiben dabei allerdings ausser Acht. Schlechte Arbeitsbedingungen, lange Transportwege oder auch bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Kleidung führen ebenso dazu, dass Kleidung wenig nachhaltig produziert wird.

Autorin: Anja Stettin