Gift für die Füsse? So viel Weichmacher & Co. stecken in Schuhen

Gerade bei Schuhen kann ein Fehlkauf teuer zu stehen kommen. Denn schnell  schnüren wir uns damit täglich einen Giftcocktail an die Füsse. Und nicht mal ein hoher Preis schützt immer zuverlässig davor, dass Weichmacher und Co. enthalten sind.

Weichmacher und Co: Welche Giftstoffe in Schuhen stecken
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Tests belegen immer wieder, dass viele Schuhe Giftstoffe enthalten. Dabei hängt die enthaltene Menge von Weichmachern und anderen gefährlichen Zutaten nicht immer vom Preis ab und für den Käufer sind belastete Schuhe oft schwierig zu erkennen.

Ein Hinweis, der auf Giftstoffe schliessen lässt, ist ein beissender Geruch des neuen Schuhwerks. Verströmen Sneaker, Highheels, oder Wanderschuhe beim Öffnen des Kartons einen sehr unangenehmen Duft, sollten Sie besser die Finger davon lassen. Welche Hersteller und Online-Shops schon garantiert auf Giftstoffe verzichten, zeigt der Beitrag «Schuhe im Ökotest».

Gefährliche Weichmacher sogar in Schuhen für Kinder enthalten

Weichmacher, die unter anderem in einem Test mit Wanderschuhen besonders auffielen, sind PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe). Sie machen auch kunststoffhaltige Sneaker so richtig schön flexibel und bequem. Aber die Giftstoffe sind ebenfalls in High Heels und sogar in vielen Kinderschuhen zu finden, wie unter anderem dieser Test zeigte: «Kinderkleidung vom Discounter teils mit zu vielen Schadstoffen.»

Das Problem dieser Weichmacher in Schuhen ist, dass sie, auch durch die Socken, über die Haut aufgenommen werden können. Besonders Kinder reagieren recht schnell darauf, zum Beispiel mit Hautausschlägen. Längerfristig können diese Giftstoffe zudem das Krebsrisiko erhöhen, wie diverse Studien belegen.

Giftstoffe in Schuhen: Lederschuhe sind oft belastet

Einer der gefährlichsten Giftstoffe in Schuhen ist Chrom, das genutzt wird, um schnell und relativ einfach Leder zu gerben. Vor allem Chrom III verwendet man hierzu. Problematisch daran ist, dass dieses als allergieauslösend gilt. Ausgelöst wird die Allergie, die sich oft in unangenehmen Ekzemen äussert, durch Lederschuhe ebenso wie Besteck, Werkzeug und zahlreiche andere verchromte Alltagsgegenstände.

Besteht die Allergie einmal, wird man sie kaum noch los. Bereits 2004 hatten etwa bei unseren deutschen Nachbarn über fünf Prozent der Menschen eine Chromallergie, betroffen sind hierbei meist Frauen.

Noch gefährlicher ist Chrom IV, das im Produktionsprozess aus Chrom III entstehen kann. Dieser Giftstoff gilt sogar als krebserregend. Zu erkennen, ob Schuhe damit gegerbt wurden, ist leider nicht auf den ersten Blick. Meist wird aber in asiatischen Ländern bei der Lederherstellung besonders sorglos mit dem Giftstoff umgegangen.

Eine definitiv gesunde Alternative sind Schuhe, die explizit ohne gefährliche Giftstoffe gegerbt wurden. Mehr dazu lesen Sie in dem Beitrag «Es geht auch Bio: Leder gerben ohne Mensch und Umwelt zu schaden.» Dazu gibt es inzwischen auch Leder, das auch bei genauem Hinsehen wie Tierhaut aussieht, aber gar keine ist. Beispiele für Designer, die solche innovativen Stoffe nutzen, finden Sie hier: «Vegan Style: Diese Streetwear und Schuhe verzichten auf Tierisches.»

Formaldehyd, Triclosan und Co.: Die Liste an Giftstoffen in Schuhen ist lang

Schwermetalle wie Cadmium und Blei sind genauso mögliche Giftstoffe in Schuhen wie das umweltschädliche Formaldehyd, das gleich ein ganzes Bündel an Nebenwirkungen mit sich bringt. Die Folgen solch gefährlicher Zutaten können von Allergien über Müdigkeit und Schwächung des Immunsystems bis hin zu Krebs reichen.

Ein weiterer Kandidat unter den Giftstoffen in Schuhen ist der Bakterienkiller Triclosan, welcher besonders häufig bei der Herstellung von Sportschuhen eingesetzt wird. Wer ihm längere Zeit ausgesetzt ist, kann nicht nur Leberschäden, sondern auch eine Antibiotikaresistenz aufbauen. Wo und wie er auch häufig in Kosmetik verwendet wird, zeigt der folgende Beitrag: «Ungesunde Keimkiller: Triclosan in Kosmetik schadet.»

Quellen: ZDF, Tagesanzeiger, Ökotest, fitforfun.de alles-zur-allergologie.de, 20min.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann