Kleidung: Schadstoffe vermeiden - so reduzieren Sie das Risiko

Baumwolle: Bis sie zur Kleidung wird, kommen noch viele Schadstoffe zum Einsatz

Auf dem Weg von der Baumwolle bis zur Kleidung werden Hunderte Schadstoffe eingesetzt.

Krebserregende Schadstoffe in der Kleidung: Azofarbstoffe

Zu den gefährlichen Substanzen zählen die Azofarbstoffe. Sie werden von Herstellern gerne eingesetzt, weil sie besonders «farbecht» sind. Azofarbstoffe gelten als krebserregend, daher sind sie in der Schweiz verboten. Da sie jedoch noch in einigen Produktionsländern erlaubt sind, können sie durchaus noch auf Umwegen in den Handel gelangen. Etwa auch auf Märkte in Urlaubsländern, wo häufig sehr preisgünstige Textilien angeboten werden. Auch das ebenfalls als krebserregend eingestufte Formaldehyd ist als Schadstoff in Kleidung ein Thema. Es findet sich in Harzen, die ein Ausleiern verhindern oder Stoffen pflegeleichte Eigenschaften (z.B. «bügelfrei») verleihen. Hierzu gibt es in der Schweiz keinen Grenzwert.

Etikett für schadstofffreie Kleidung

Eine Kontrollmöglichkeit sind Öko-Label wie der «Öko-Tex Standard 100»: Das zugehörige Etikett mit dem Hinweis «Textiles Vertrauen» finden Sie im Handel an vielen Textilien. Zentrale Stelle und Herausgeber des Gütesiegels ist die Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie mit Sitz in Zürich. Ihr gehören derzeit 15 unabhängige und akkreditierte Textilprüf- und Forschungseinrichtungen in Europa und Japan an. Die Prüfparameter umfassen gesetzlich verbotene und reglementierte Substanzen, wie Azofarbstoffe, Phthalate, Schwermetalle wie Nickel sowie gesundheitsschädliche Chemikalien, für die es (noch) keine explizite gesetzliche Regelung gibt. Dazu zählen Pestizide oder Allergie auslösende Dispersionsfarbstoffe. Geprüft werden auch Farbechtheit und Parameter zur Gesundheitsvorsorge wie ein hautfreundlicher pH-Wert.

Auf Nummer sicher gehen

Auch Sie selbst können einiges tun, um das Risiko zumindest zu reduzieren:

  • Neu gekaufte Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen waschen.
  • Bei Kinderregenjacken und Matschhosen kann es sinnvoll sein, Second Hand-Ware zu kaufen. Sie ist bereits gut «ausgelüftet». Neue Ware im Freien ausdünsten lassen!
  • Gefärbte Kunstfasern färben in der Regel leichter ab. Besonders bei vermehrtem Schwitzen (Sommer, Sport) ist es daher besser, Naturtextilien oder ökozertifizierte Funktionskleidung zu tragen.
  • Bei Hitze möglichst weite Kleidung anziehen.
  • Vorsicht bei Plastikschuhen (z.B. «Flip-Flops»). Vorsorglich sollte man sie nicht dauerhaft tragen.
  • Auf Gütesiegel achten bzw. Kleidung von Öko-Herstellern kaufen (z.B. Coop Naturaline, Hessnatur, Switcher)
  • Aktuelle Testberichte verfolgen: Auf diesem Gebiet tut sich viel, zum Beispiel bei Öko-Test.

 

Quellen: Greenpeace, Ökotest, Bundesamt für Gesundheit, saldo, 20 Minuten, Öko-Tex

Text: Christine Lendt