Schadstoffe in der Kleidung: Was kann ich noch anziehen?

Kleidung soll attraktiver machen, sich gut anfühlen und möglichst pflegeleicht sein. Doch für leuchtende Farben und Geschmeidigkeit sorgen zahlreiche Chemikalien. Darunter auch diverse Schadstoffe, wie Tests und Studien regelmässig zeigen. Welche gesundheitlichen Risiken bergen diese Substanzen? Und wie lassen sie sich verhindern?

Knitterfrei aber krebserregend: Schadstoffe in der Kleidung
Intensive Farben und pflegeleichte Materialien - doch: in vielen Kleidern stecken Schadstoffe. Foto: © yanta / iStock / Thinkstock
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«Kleider machen Leute» - Die Worte Gottfried Kellers sind heute ein bekanntes Sprichwort. Als der Schweizer Dichter eine Erzählung mit diesem Titel veröffentlichte, dachte er wohl kaum an Schadstoffe in der Kleidung. Vielmehr sollte die Geschichte zeigen, welche Wirkung schöne Kleidung haben kann. Um sie noch glänzender, bequemer, attraktiver zu machen, hat sich die Industrie seither einiges einfallen lassen.

Schadstoffe: Der Preis für die Knitterfreiheit der Kleidung

Wenn Sie beim Kleiderkauf besonders auf Knitterfreiheit, stabile Form oder kräftige Farben achten, kaufen Sie möglicherweise Schadstoffe mit. Die chemischen Substanzen, die für diese Eigenschaften sorgen, können während des Tragens freigesetzt werden. Akut kann das unter anderem zu allergischen Reaktionen und Kontaktekzemen führen. Doch auch die möglichen Langzeitfolgen sind laut Untersuchungen der Umweltorganisation Greenpeace zu bedenken. Farbige T-Shirts etwa können Schwermetalle enthalten, die das Nervensystem schädigen. Antimikrobielle Sportkleidung wird mit Bioziden behandelt.

Einige der in Textilien verwendeten Schadstoffe gelten sogar als Krebs auslösend. Oft und vielseitig eingesetzte Weichmacher beeinflussen zudem den Hormonhaushalt. Sie stecken unter anderem in den Kunstledersohlen von Schuhen, also auch in den beliebten «Flip-Flops».

Bei Kinderkleidung sorgten die Schadstoffe für Aufsehen: Ökotest untersuchte 2011 für das «Jahrbuch Kleinkinder» 13 Regenjacken. Alle Produkte fielen mit «ungenügend» durch die Schadstoffprüfung. Häufig werden Weichmacher eingesetzt, um das spröde Material geschmeidig zu machen, besonders aus der Gruppe der Phthalate (z.B. DEHP und DINP). Viele Jacken enthielten zinnorganische Verbindungen. In neun der Testprodukte steckten das umweltbelastende PVC oder andere chlorierte Kunststoffe.

Hunderte unterschiedlicher Schadstoffe in der Kleidung

Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) werden allein Hunderte verschiedener Substanzen zur Färbung von Textilen eingesetzt. «Aufgrund des hautnahen Kontakts könnte bei den Konsumenten ein gesundheitliches Risiko durch Textilfarbstoffe mit toxischen Eigenschaften bestehen», teilt die Behörde in einer Studie mit.

Dennoch: Längst nicht jedes gefärbte oder anderweitig behandelte Kleidungsstück stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Dies hängt vielmehr von der Gefährlichkeit der jeweiligen Substanzen ab. Auch die Tragedauer und Nähe des Textils zur Haut spielen eine Rolle. So lässt sich das Risiko mitunter bereits durch das Tragen von (schadstofffreier) Unterwäsche oder weiter Kleidung reduzieren.

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