Studie zeigt: Weiterhin Giftstoffe in Marken-Kleidung

Bei vielen bekannten Kleidungs-Labels werden für die Produktion Giftstoffe verwendet. Eine Analyse unterschiedlicher Kleidungsstücke zeigt, welche Hersteller betroffen sind und was für Gifte T-Shirts und Co. enthalten.

Viele Markenhersteller verwenden Gifte bei der Produktion Ihrer Kleidung.
Viele Markenhersteller verwenden Gifte bei der Produktion Ihrer Kleidung.
  • 0

Neueste Analysen zeigen, dass viele Markenhersteller zur Produktion von Kleidungsstücken weiterhin das giftige Tensid Nonylphenolethoxylat (NPE) verwenden. Das fanden Forscher heraus, die im Auftrag von Greenpeace T-Shirts, Hosen, Jacken und Unterwäsche von 15 grossen Markenherstellern untersuchten.

Die Giftstoffe, die bei Puma, Nike, Adidas, H&M und anderen Labels in der Kleidung gefunden wurden, werden zwar beim ersten Waschen herausgespült. Allerdings gefährden sie Natur und Mensch in den Produktionsländern, wie Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen im Interview mit Pressetext angab. «Nonylphenol findet man in Sedimenten, jedoch auch im Körper von Menschen etwa am Jangtse-Fluss», beschreibt Santen die Situation im Interview.

Da NPE in den Produktionsländern als Waschmittel für die hergestellte Kleidung genutzt wird, gelangt es dort ins Abwasser, wo es sich zu Nonylphenol (NP) umwandelt. NP ist ein hormonell wirkender Schadstoff, der durch Fische dann schliesslich in die Nahrungskette gelangt.

Die Verbraucher hierzulande sind zwar nicht direkt gefährdet durch das NPE. Allerdings schadet der Giftstoff der Umwelt und den Menschen in den Produktionsländern. Dennoch können die Konsumenten der Markenhersteller sich dafür einsetzen, das NPE nicht mehr verwendet wird. Eine Möglichkeit ist, generell auf Öko-Kleidung zurück zu greifen. Bei diesen Kleidungsstücken werden solche Schadstoffe grundsätzlich nicht verwendet. «Optimal wäre aber, weiter Marken zu kaufen, jedoch von ihnen den Verzicht auf Gifteinsatz zu fordern. Denn das ist möglich, wie die wenigen verbleibenden Textilhersteller in der EU vorzeigen», erklärt Manfred Santen weiter. In der EU wurden in 2005 bereits die Schadstoffe NP und NPE verboten, was zu einer deutlichen Verringerung führte.

Quelle: pressetext.ch

Für die Studie kauften die Greenpeace-Aktivisten in 18 verschiedenen Ländern Bekleidungsartikel mit Logos von Abercrombie & Fitch, adidas, Calvin Klein, Converse, GAP, G-Star RAW, H&M, Kappa, Lacoste, Li Ning, Nike, Puma, Ralph Lauren, Uniqlo und Youngor. Ein unabhängige Laboranalyse wies in 52 der 78 untersuchten Artikel NPE nach, mit bis zu 27 Gramm pro Kilogramm bei einem Converse-T-Shirt. Dass gerade hier die Maximaldosis gefunden wurde, führt Santen auf einen großen Aufdruck zurück, dessen Herstellung mehr Weichmacher benötigt.

Quelle: pressetext.ch