Öko-Mode Trends 2012: Stylisch durch Frühjahr und Sommer

Immer mehr Schweizer kaufen «fair-antwortungsvoll» langlebige und hochwertige Öko-Mode. Hose und Shirt sollen nicht nur stylisch und chic sein, sondern auch mit Umwelt- und Sozialstandards produziert werden... Doch was sind die Öko-Mode Trends 2012? Lesen Sie unsere Fashion-Tipps.

Öko-Kleider werden immer beliebter.
Kleider von Hessnatur sind aus nachhaltiger Produktion. Foto: © Miguel Adrover
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Wenn die Tage wärmer werden, lässt man die hochgeschlossenen Rollis und dicken Mäntel im Kleiderschrank links liegen. Doch was soll man in diesem Frühjahr und Sommer bloss anziehen? Luftig, bunt, chic und «Öko» ist angesagt. Die Redaktion von nachhaltigleben hat Trends gesammelt und Modemacher befragt, damit Sie mit der Wahl Ihrer Öko-Mode «richtig» liegen.

(Öko-)Mode Trends 2012

In diesem Sommer ist vieles erlaubt: knallige Farben, Pastelle, grosse Blumendrucke, Seide und weite Shirts. Besonders bunt geht es beim Colour-Blocking zu, denn auffällige Farbkombinationen – wie grün-orange - sind erwünscht. Dabei ist wichtig, dass sich die einzelnen Farbfelder hart voneinander abgrenzen. Grosse Drucke und grafische Muster finden sich auf vielen Kleidungsstücken wieder. Eine dezente Alternative sind pastellige, natürliche Farben, wie Schoko, Beige und Grau. Gross, grösser, maxi: In dieser Saison sind oversize und Maxishirts angesagt, die in fliessenden Schnitten lässig fallen. Der Strick- und Häkeltrend wird auch im Frühjahr und Sommer mit grobmaschigen Ajour- und Crochetmustern weiterverfolgt. Diese luftigen und transparenten Oberteile passen gut zu den warmen Temperaturen. Auch Schweizer Öko-Modedesigner und -unternehmen haben sich von diesen Trends inspirieren lassen – drei Labels stellen wir vor.

Öko-Fashion im Laden

Raffael Gasparini, Geschäftsführer vom Auras-Store, weiss genau, was Öko-Fashion-Fans in diesem Jahr tragen wollen. Frauen sieht er im Indianer-Hippie-Stil (Ethno), in lang geschnittenen Oberteilen, in grossen Fotoprints oder im «Ömistyle», wobei man trendige Strickshirts mit engen Jeans oder kurzen Hosen kombiniert. Wer als Mann in dieser Saison im Auras-Store einkauft, trifft auf den «Seemann- und Waldknabestyle». Angesagt sind weiterhin Streifen und Longsleeves mit Knöpfen, die körperbetont geschnitten sind. Mann trägt in diesem Sommer Rostrot, Senfgelb, Weiss und Blau. Individueller Stil ist aus Sicht von Raffael Gasparini auch in der Öko-Mode gefragt. Deshalb bietet er neben trendigen Teilen auch zeitlose Kleidungsstücke und Secondhand –   hauptsache Bio und Fair. Weitere Infos unter auras.tv (www.auras.tv).

Ökomode von Hessnatur: zeitlos, langlebig und von der Natur abgeschaut

Hessnatur bietet in diesem Sommer Basics, feminine Kleider, flüssigfallende Blusen und Bundfaltenhosen im Karottenschnitt. Ob in der Natur oder beim Ausgehen – durch die Materialvielfalt, unternehmenstypischen Farben und unterschiedlichen Schnitte ist für jeden Geschmack etwas dabei. In Zusammenarbeit mit der Designerin Eviana Hartman entstanden lässig-zeitlose Kleidungsstücke, die wandelbar und vielseitig einsetzbar sind. Miguel Adrover´s Mode lebt von schlichter Eleganz in neutralen Farben. Dazu liess er sich von der Tönung und der Struktur von glatten Flusssteinen inspirierten.

Öko-Mode von  Hessnatur.

Öko-Mode von Hessnatur. Foto © Eviana Hartman

Der Gewinner vom Humanity Fashion Award 2011, Janosch Mallwitz, entwarf sportlich-lässige Männermode und griff den Trend des Colour-Blocking auf. Bei den Farben setzt man auf modisches Grau, auf Pastellfarben und akzentiert mit kräftigen Tönen - wie beispielsweise Papaya. Man integriert mit Blumendrucken und Crochet-Look aktuelle Trends in die Kollektion. Dafür verwendet das Unternehmen ausschließlich Baumwolle, Seide, Leinen sowie Hanf aus kontrolliert biologischem Anbau und Schaf- und Edelhaarwolle aus kontrolliert  biologischer Tierhaltung. Dabei legt man Wert auf natürliche Farben und verzichtet weitestgehend auf chemisch-synthetische Veredelung. Kombinierbares Design und die Verarbeitung hochwertiger Materialien lassen nachhaltige und langlebige Kleidungsstücke, Accessoires und Schuhe entstehen, die nach strengen Umwelt- und Sozialstandards produziert werden. Wichtig ist, dass Hessnatur die gesamte Textilkette kontrolliert und sämtliche Lieferanten kennt. So arbeitet man mit Projekten zusammen, die Bio-Baumwolle in Burkina Faso oder Alpaka-Wolle in Peru erzeugen. Weiterhin achtet das Unternehmen auf geregelte Arbeitszeiten, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne. Diese Standards prüft eine unabhängige Kontrollinstanz, die Fair-Wear-Foundation. Weitere Informationen unter hessnatur.info (www.hessnatur.info).

Öko-Kleider werden immer beliebter.

Mode von Laure Paschoud. Foto: © Sophie Huguenot

Feminin und zweckmässig - Mode von Laure Paschoud

Sie entwirft Öko-Mode für ihr Label Atelier Laure Paschoud, was sie 2010 gründete. Doch der Markt ist aus ihrer Sicht überschwemmt mit Kleidung. Die einzige Möglichkeit ist deshalb, sozial- und umweltverträgliche Mode zu produzieren. Die Designerin stellt mit ihrem Label sicher, dass die Kleidung unter bestmöglichen Bedingungen gefertigt wird. Deshalb verwendet sie ausschliesslich wiederverwertete, biologische oder Fair-Trade-Stoffe. Für ihre Kollektion setzt sie auf Hanfmix, Baumwolle und Seide und lässt diese komplett in Bosnien fertigen. Dort haben eine schweizer und eine bosnische Familie ein Atelier eröffnet, in dem etwa 15 einheimische Frauen arbeiten. Sie erhalten dadurch eine Perspektive – in einem noch immer vom Balkankrieg gezeichneten Land. Dass sie den Menschen in dieser Situation helfen kann, bedeutet Laure Paschoud viel. Doch auch die Langlebigkeit eines einzelnen Kleidungsstückes gehört zum nachhaltigen Konzept. Als Designerin achtet sie jedoch nicht nur auf hochwertige Materialien und gute Verarbeitung, sondern auch auf kreative Ideen. In diesem Sommer inspirierte sie die grafische Darstellung von Schallwellen. Aus Kurven und Ausschlägen wurden Falten; Raffung und Volumen. Man kann die gesamte Kollektion als eine Melodie verstehen – mit farbigen Highlights - die den Titel  «Hörsinn» trägt. Laure Paschoud ergänzt ihr Farbspektrum um ein helles gelb und fuchsia, dass sie mit Grau und Schoko kombiniert. Ihr Ziel ist auch in diesem Sommer: Frauen sollen sich nicht eingezwängt sondern natürlich-schön fühlen. Weitere Infos unter www.atelier-laurepaschoud.ch.

Exclusive Öko Fashion in der Schweiz

Feminin, elegant und zudem leicht wie eine Sommerbrise - so kann man die aktuelle Kollektion von Christina Krämer beschreiben. Die studierte Modedesignerin entwirft exklusive Mode aus Naturmaterialien und legt gleichzeitig Wert auf traditionelles Handwerk. Dabei orientiert sie sich an den aktuellen Trends und bleibt sich dennoch  treu. Zu ihrem Konzept gehört, dass alle verwendeten Stoffe aus nachhaltiger Produktion stammen. So kommt die schweizer Bio-Seide ursprünglich aus China und ist aus biologisch kontrolliertem Anbau. Bei der Produktion wird zudem auf die Einhaltung von sozialen Arbeitsstandards geachtet, was beispielsweise eine Fünf-Tage-Woche mit einschliesst. Die Designerin lässt alle zertifizierten Biostoffe in Italien färben und die Kleidung in Europa anfertigen.

Mode von Christina Krämer.

Exklusive Mode aus Naturmaterialien von Christina Krämer. Foto: © Julia Blank

«Im Sommer sind knallige Farben angesagt,» erzählt Christina Krämer. «Da fragte ich mich zu Anfang schon, ob ich diesen Trend in meine Kollektion einfliessen lassen kann. Die Lieferanten können nicht immer  nachhaltig produzierte Stoffe in den angesagten Farben oder mit Drucken anbieten. Deshalb entwickle ich nun auch eigene nachhaltige, bedruckte Stoffe für die nächste Sommerkollektion.» Die Shirts, Hosen und Kleider aus Bio-Seide und -baumwolle sollen mit Lebensfreude und einem guten Gefühl getragen werden. Neben fliessenden Schnitten spielen dabei auch Farben eine Rolle. Deshalb setzt Christina Krämer in diesem Sommer auf Orange, Petrol, Blau, Koralle, Weiss, Gold und auf ein warmes Braun/ Schoko. So könne man je nach Stimmungslage und Anlass Shirts, Kleider, Overalls und Hosen kombinieren. Ganz im Trend liegt man mit dem grossmaschigen Sommerpullover aus Bio-Wolle. «Alle Kleidungssstücke sind wandelbar. Man braucht nur aus den Turnschuhen in die High Heels zu schlüpfen, um ausgehfertig zu sein. So genügen wenige Teile, die man zu verschiedenen Anlässen tragen kann,» erklärt die Modedesignerin. Weitere Informationen unterchristinakraemer.com.

Informationen, Labels und Kleiderfirmen zu Öko-Mode finden Sie hier:

  • Übersicht über Öko-Mode-Labels in der Schweiz.
  • Die EVB konntrolliert Kleiderfirmen, wie fair die Modeproduktion ist.
  • Die christliche Initiative Romero informiert über Öko-Fashion.
 

Quellen: Hess-Natur, Christina Krämer, Laure Paschoud, auras vogue, madeleine Text: Kerstin Borowiak