Mode Suisse: Junges Design aus der Schweiz zeigt sich auf dem Laufsteg

Bereits zum vierten Mal in zwei Jahren zeigte die Mode Suisse junge, Schweizer Designer in Zürich und Genf. Insgesamt 18 Kreativköpfe sowie die Modedesignschüler der FHWN Basel und HEAD Genf präsentierten auf der Edition 4 ihre Kleider. Und dabei konnte sich die Mode Suisse mit anderen Modeschauen durchaus messen. Junges Design aus der Schweiz, einige Highlights.

Mode Suisse: Fair Fashion und junges Design aus der Schweiz
Foto: Simon Habegger / Mode Suisse
  • 0

Das Ziel der nun im vierten Jahr zelebrierten Mode Suisse ist es, den Mode-Designern aus der Schweiz eine einmalige Plattform zu bieten, auf der sie sich einem heimischen Publikum präsentieren können sowie einer stetig steigenden Anzahl internationaler Besucher. So stellte sich das «who is who» der Schweizer Modeszene genauso ein wie zahlreiche Einkäufer und Pressevertreter. Junge Designer aus der Schweiz haben damit eine einmalige Möglichkeit ihr Können und Know-how auf der Mode Suisse zu beweisen.

Und es war diesmal für jeden Geschmack etwas dabei. Die Schweizer Designer präsentierten Lässiges und Glamouröses, Bodenständiges und Zukunftsweisendes. Bei vielen der jungen Designer steht dabei explizit auch nicht nur eine regionale, sondern auch eine faire Produktion ihrer Kleidung im Vordergrund.

Bild: 1 von 18

Dominic Knecht ist einer der jungen Designer auf der Mode Suisse, wo er seine Schweizer Mode präsentiert.

Einer der Designer auf der Mode Suisse war Dominic Knecht. Seine Kollektion vereint leichte Stoffe mit dezenten Farben. Ein junges Design aus der Schweiz, dass nicht nur auf dem Laufsteg etwas her macht, sondern auch abseits davon gut getragen werden kann. Foto: Simon Habegger / Mode Suisse

Weitere Bilder anschauen

 

So war auf der Mode Suisse kein Kleidungsstück aus windigen Produktionsstätten im Fernen Osten zu sehen. Im Idealfall sind die Stoffe der Designer aus der Schweiz oder dem benachbarten Ausland. Mode der meist kurzen, somit nachhaltigen Wege, auch das ist Schweizer Mode. Noch dazu produziert nach strengen Umweltauflagen, die man in vielen weit entfernten Produktionsstandorten vergeblich sucht.

Fair Fashion auf der Mode Suisse

Sie tragen vielleicht nicht das Fairtrade-Logo, dennoch kann sich das eine oder andere Modelabel durchaus an den fairen Kriterien messen lassen. So setzt beispielsweise das mehrfach preisgekrönte junge Designer-Duo, PortenierRoth von Sabine Portenier und Evelyne Roth auf regionales Handwerk und eine eigene High Fashion-Produktion in der Alpenrepublik, ganz nach den Prinzipien der Fair Fashion.

Swiss Made ist genau so bei einer der bekanntesten Designerin der Schweiz, Ida Gut, angesagt. Das renommierte junge Designer-Label huber egloff setzt auf edelste Terry Baumwolle, die in einer kleinen Manufaktur in den Schweizer Bergen gefertigt wird. Weiterhin hat sich Tosca Wyss Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Denn Letztere limitiert ihre Mode, ganz nach dem Motto «wenn weg, dann weg». Überproduktionen Fehlanzeige.

Junges Design nicht nur für das «Obendrüber», sondern auch das «Untendrunter» aus der Schweiz, das hat sich Lyn Lingerie zum Ziel gesetzt. Die Designer aus der Schweiz fertigen edel-sexy Lingerie und sportlich-funktionale Bademode, die in Zürich hergestellt wird. Auch hier sind Fair Fashion-Aspekte durchaus umgesetzt. Es wird in Zürich produziert und auf hochwertige, aber keinesfalls weitgereiste Materialien aus der Schweiz, Frankreich und Italien gesetzt. Ein Spiel mit geometrischen Formen und verspielter Eleganz, von Verhüllen und Transparenz, gepaart mit maximalem Tragekomfort ist es, was die schicke Mode der jungen Designerinnen auszeichnet. Die verschiedenen Teile aus der Lingerie- und Bademodeserie sind zudem so geschickt designed, dass alles miteinander kombiniert werden kann.

Für Aufsehen sorgte die Grande Dame der Schweizer Modeszene, Designerin Christa de Carouge, die anlässlich der Mode Suisse ihren Abschied vom Modebusiness feierte, aus dem sie sich noch in diesem Herbst zurückziehen wird. Sie plädierte im Schweizer Fernsehen dafür endlich schlanke, aber nicht abgemagerte Models in die Designer Fashion zu stecken. Und sie prognostiziert, dass die Zeit der Magermodels vorbei sei, zumindest sein sollte. Junges Design aus der Schweiz kann sich nämlich auch sehen und tragen lassen, wenn man oder frau nicht XS-Masse hat.

Quellen: Mode Suisse, SRF, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann