Kleiderspenden: Was passiert mit den Altkleidern nach der Abgabe?

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Die meisten von uns kennen die Container für Kleiderspenden. Aber auch andere Sammelstellen und sogar Abholservices werben mit der Verwertung unserer Altkleider für gute Zwecke. Doch wo landen diese Kleiderspenden der Schweizer und wie viel nutzen sie bedürftigen Menschen?

Kleiderspende Schweiz: Sinnvoll bei Caritas oder Texaid zu spenden?
Ist es sinnvoll alte Bekleidung in die Kleiderspende zu geben? Zwar werden viele Textilien ins Ausland verkauft, warum es dennoch sinnvoll ist und trotzdem viele Schweizer davon profitieren. Foto: © HarryHuber / iStock / Thinkstockphotos

Insgesamt werden 40.000 Tonnen Textilien jährlich – Bekleidung, Schuhe Bett- oder Tischwareen – in der Schweiz zur sogenannten Zweitverwertung abgegeben, und das meiste davon wird tatsächlich auch wieder verwendet. Der grösste Sammler ist hier Texaid. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss von sechs Schweizer Hilfswerken: Rotes Kreuz Schweiz, Kolpingswerk, Schweizer Winterhilfe, Schweizerisches Arbeiter-Hilfswerk, Evangelische Kirche und auch die Caritas. 

Aber auch andere sind bei der Sammlung von Kleiderspenden aktiv. Denn das Geschäft mit Altkleidern ist lukrativ. Wie der Tagesanzeiger unlängst berichtet, herrscht sogar ein Kleinkrieg unter den Aufstellern von Kleiderspende-Containern. Viele wollen hierbei mitverdienen.

Wo landen die Kleiderspenden?

Leicht nachzuvollziehen ist der Weg der Kleider, den sie bei der Caritas gehen. Die in der Kleiderzentrale Waldibrücke angelangten Altkleider werden nach Verwertbarkeit sortiert. Dabei wird zunächst kontrolliert, welche Kleiderspende wirklich noch tragbar ist. Tragbares landet dann bei Hilfsprojekten in Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Aber auch die Schweizer selbst profitieren davon.

Zum einen gibt es einen Kleiderhilfeladen, in dem sich kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose und Asylbewerber einkleiden dürfen. Zum anderen werden schöne Stücke im Waldibrücker Second-Hand-Laden an Jedermann verkauft. Die Einnahmen gehen an eigene soziale Hilfsprojekte.

Kleiderspende an Texaid und Tell-Tex: Vieles wird verkauft

Unternehmen wie Texaid verkaufen gut Erhaltenes unter anderem in Länder wie Kenia oder Tansania. Dort können sich Menschen für vergleichsweise kleines Geld die in der Schweiz abgelegten Kleider leisten. Die Einnahmen davon werden zum überwiegenden Teil in Hilfsprojekte gesteckt. Somit wird zwar durch die Sammlung im Kleiderspende-Container Geld verdient, aber auch viel Gutes damit vollbracht.

Ähnlich ist es auch bei Tell-Tex. Ein Teil der Kleidung wird hier, in Zusammenarbeit mit der Schweizer Berghilfe, an bedürftige Familien in Berggebieten versandt. Der grösste Teil der Kleiderspenden wird aber ebenfalls ins Ausland verkauft. Mit den Einnahmen werden unter anderem mehrere ZEWO-zertifizierte Hilfswerke unterstützt.

Bei anderen Angeboten zur Altkleidersammlung sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Oft landen inzwischen Flyer von zwielichtigen Firmen im Briefkasten, die lediglich auf den Profit aus sind, der mit alter Kleidung gemacht werden kann.

Zweitnutzung macht Kleiderspende ökologisch sinnvoll

Die Zweitnutzung der durch eine Kleiderspende gesammelten Bekleidungsstücke hat zudem weitere Vorteile. Einer der grössten: Es landet weniger abgelegte Kleidung im Müll. Das schont die Verbrennungsanlagen und damit die Umwelt.

Ausserdem werden erhebliche Mengen an Ressourcen eingespart, die für die Produktion neuer Kleidung verbraucht werden. Wie dieses Beispiel zeigt: «Ganz schön durstig: Unglaublicher Wasserverbrauch für Jeans.»

Mehr zum Pro und Contra der Kleiderspende und was von der Sammlung alter Klamotten bei H & M zu halten ist, erfahren Sie in unserem Artikel über die positiven und negativen Effekte der Altkleidersammlung.

Quellen: Caritas.ch, Texaid, Tagesanzeiger.ch

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann