Kaufen war gestern: Kleidertausch ist günstig und nachhaltig

Der Schrank ist voll und trotzdem finden Sie nicht das richtige zum Anziehen? Kleidertausch ist hier nicht nur eine sehr günstige, sondern auch eine richtig nachhaltige Lösung und liegt zudem total im Trend.

Kleidertausch ist in und in vielerlei Hinsicht nachhaltig
Die «der Schrank ist voll und nichts anzuziehen»-Problematik ist nicht neu. Jetzt gibt es aber viele Onlineangebote und regionale Events, die den Kleidertausch zur nachhaltigen Alternative für einen Neukauf machen. Foto: © ViewApart / iStock / Getty Images Plus
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Eines der beliebtesten Portale in Sachen Kleidertausch in Deutschland, Kleiderkreisel.de, hat bereits über neun Millionen Kleidungsstücke gelistet. Diese können Mitglieder untereinander für kleines Geld verkaufen oder eben tauschen. Jeder – auch eine halbe Million Männerklamotten sind hier zu finden – kann hier seine ungeliebten Kleidungsstücke oder auch Fehlkäufe loswerden. Zum Beispiel coole Jeans tauschen gegen das kleine Schwarze oder Highheels gegen sommerliche Shorts, und das zum Nulltarif oder zu günstigen Preisen.

Angenehme Nebeneffekte dabei: Der Kleiderschrank wird leerer, dafür kommt für kleines Geld etwas Neues herein. Und gefällt das irgendwann auch nicht mehr, geht das Ganze zurück in den Kreislauf. Vielleicht mag es dann ja wieder jemand anderes aus der Kleidertauschbörse tragen.

Dieser nachhaltige Trend zum Klamottentausch schafft es aber nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in der Schweiz, immer mehr Modebegeisterte zu überzeugen. Und so gibt es hierzulande bereits viele spannende Möglichkeiten, seine Kleider zu tauschen.

Kleidertausch in der Schweiz: Clevere App macht es möglich

Auch in der Schweiz boomt der Kleidertausch. Besonders einfach geht dies mit der App von ARMOIR AU REVOIR. Schnell im App-Store oder auf armoireaurevoir.ch downloaden und die Suche nach den neuen Traumkleidern kann beginnen.

Die App wurde von drei Basler Studentinnen entwickelt, die sich bewusst für ungeliebte Kleidung einsetzen, die in so manchen Schränken nur herumliegt. «Durchschnittlich werden rund 60 Prozent der Kleider im Schrank nicht mehr getragen», erklärt Wirtschafts- und Soziologiestudentin Melanie Gabriel im Interview mit 20min.ch ihre Beweggründe dafür, die Kleidertausch-App auf den Markt zu bringen.

Immer mehr Events und Online-Kleidertauschbörsen

Nahezu identisch wie beim deutschen Kleiderkreisel geht es bei Kleiderkorb.ch zu. Anmelden, tauschen, verkaufen oder gar verschenken. Je nach Angebot sind die Preise der Kleidertausch-Anbieter sogar verhandelbar, werden auch mal gesenkt, wenn sie länger online stehen. Hin und wieder ist der Versand sogar gratis.

Auf dem Online-Marktplatz Kleiderberg.ch gibt es für «Kids» und «Moms» schöne Stücke zu ergattern. Hier kann jede Nutzerin der Seite ihren eigenen Shop einrichten. Gefallen einem die Stücke einer Verkäuferin, kann man ihr folgen und fortan als Erste zuschlagen, wenn sie ein neues Kleidungsstück anbietet. Bezahlt wird ganz einfach per Paypal.

Speziell für Eltern mit Kleinkindern wurde LiMaLou.ch ins Leben gerufen. Hier können Sie ein Abo lösen und damit Kleider für die Kleinsten mieten. Sobald Ihr Kind aus den Kleidern heraus gewachsen ist, bestellen Sie neue und schicken die alten zurück. Dann können weitere Kleinkinder sie tragen.

Wer nicht allzu viel vom Online-Kleidertausch hält, ist zum Beispiel mit der Schweizer Initiative «Walk-in Closet» sehr gut bedient. Diese Kleidertauschbörse findet im realen Leben statt, zu unterschiedlichen Terminen, in verschiedenen Städten. Wo und wann die nächste Kleidertauschbörse stattfindet, erfahren Sie direkt auf der Website.

Aber auch andere Initiativen veranstalten immer öfter Events, bei denen man seine Kleider loswerden und Neues finden kann. Sie heissen Kleidertauschbörse, Kleidertauschparty, oder aus dem Englischen entlehnt «Swap Shop», was, auch in Hollywood oder London als Swapping bekannt, schon längst ein angesagter Trend ist.

«Gib dem Recycling eine neue Dimension», heisst es nachhaltig im Spot von ARMOIR AU REVOIR, der zum Mitmachen bei dem neuen Trend animiert:

 

Quellen: 20min.ch, Infoclick.ch, Armoiraurevoir.ch, Kleiderkreisel.de, Kleiderkorb.ch, kleiderberg.ch Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

 

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