Public Eye: Für mehr Gerechtigkeit auf der Welt

Public Eye, ehemals Erklärung von Bern, strebt an, dass vor allem die Menschen im Süden genug Arbeit haben. Die Kampagnen informieren, wie Sie mit bewusstem Einkaufen den fairen Handel auf der Welt fördern und die Menschen in den Drittwelt-Ländern unterstützen.

Die EvB setzt sich für fairen Handel auf der Welt ein.
Aktion für einen fairen Handel, Fotoquelle: Public Eye, Marion Nitsch
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Im Jahr 1986 formulierte eine Gruppe von reformierten Theologen ein Manifest über die Schweiz und die Entwicklungsländer, die so genannte Erklärung von Bern. Tausend Menschen unterzeichneten dieses Manifest und erklärten sich dazu bereit, drei Prozent ihres Einkommens für Entwicklungsländer zu spenden. Drei Jahre später wurde daraus der Verein Erklärung von Bern gegründet, der heute Public Eye heisst und rund 25‘000 Mitglieder verzeichnet.

Die unabhängige Schweizer Nichtregierungsorganisation setzt sich seit nunmehr über 40 Jahren für mehr Gerechtigkeit auf der Erde ein. Sie vertritt die Interessen der Entwicklungsländer und möchte verhindern, dass die Schere zwischen den ärmeren Ländern im Süden und den reicheren Ländern im Norden weiter auseinander geht. Public Eye-Mitglied und Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss meint dazu im Kurzportrait der Organisation, dass «das Verhalten von Schweizer Konzernen und der Schweizer Politik einen besonders grossen Einfluss auf südliche Länder hat. Deshalb sind Entscheide, die hier bei uns gefällt werden, mitverantwortlich dafür, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet».

Basierend auf Fakten engagiert sich Public Eye für eine gerechtere Globalisierung und einen fairen Handel auf der ganzen Welt. So bekämpft die Organisation die Armut in den Ländern des Südens mit gezielter Lobby- und Informationsarbeit bei den Medien und der Bevölkerung der Schweiz. Der Verein prangert an, dass weder die Welthandelsorganisation WTO mit Sitz in Genf noch der Internationale Währungsfonds IWF Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Entwicklungsländer nehmen. Daraus resultieren unfaire Handelsbeziehungen zwischen den Ländern im Süden und Norden, was die Armut in den Drittwelt-Ländern weiter verstärkt.

Erfolgreich setzt sich Public Eye gegen die niedrigen Löhne und schlechten Arbeitsbedingungen in Textilfabriken ein. Mit der «Clean Clothes Campaign», einer internationalen Koalition von Aktionsgruppen, Hilfswerken, Menschenrechtsorganisationen etc., die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie einsetzt, erzeugt Public Eye öffentlichen Druck auf Schweizer Mode-Firmen. Der Verein fordert dabei die Konsumenten auf, bei ihren Kleider-Einkäufen auf Labels zu achten, die einen fairen Handel garantieren. Auf den Druck, initiiert von Public Eye, haben dann alleine im Jahr 2005 sieben Schweizer Firmen reagiert, indem sie ihre soziale Verantwortung wahrgenommen und ihre Ethik-Richtlinien verbessert haben. Die meisten Mode-Firmen geben inzwischen Auskunft über ihre Lieferanten und deren Arbeitsbedingungen.

Mehr Angaben zum Verein Public Eye und seinen Themen und Kampagnen finden Sie unter www.publiceye.ch. Dort finden Sie auch Informationen, wie Sie die Organisation mit einer Spende oder einem aktiven Einsatz unterstützen können.

Quelle: www.evb.ch, heute www.publiceye.ch
Text: Lea Schwer