Schlabberpulli adé: Fair Trade Kleidung ist auch chic

Fair Trade Mode ist heutzutage nicht mehr gleich Schlabberlook.

Heutzutage ist Fair Trade Kleidung auch chic und das modische Angebot wächst beständig. Foto: © WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Obwohl sich stetig mehr Verbraucher für fair gehandelte Kleidung interessieren, wächst das modische Angebot nur langsam mit. Den unförmigen Pulli findet man nur noch selten, weil viele Anbieter inzwischen mit Designern zusammenarbeiten. Viele Kollektionen werden von Modeexperten entworfen, so auch die Fair Trade Fashion von Caritas-Fairtrade. Für die Produktentwicklung fährt die Designerin in die das jeweilige Partnerland, wo die Prototypen für die neue Kollektion vor Ort entstehen. Doch bei Farbkonzept und bei den Schnitten orientiert sie sich an den Modertrends der Schweiz und Italien. Auch Coop Naturaline produziert fair-modische Kleidung aus Biobaumwolle in Zusammenarbeit mit der Remei AG. Diese achtet auf eigene Umwelt- und soziale Standards, die über die gesamte Lieferkette überprüft werden. Dennoch liegt dabei der Fokus auf dem Baumwollanbau. Zwar gibt es keinen Mindestpreis für Produzenten, aber vergibt eine Abnahmegarantie und Prämie. Die Marke Switcher ist Mitglied bei der Fair Wear Foundation, in der sich verschiedene Akteure für verbesserte Arbeitsbedingungen entlang der Produktions- und Lieferkette einsetzen.

Fair Trade Mode in der Schweiz einkaufen

Das international anerkannte Fairtrade-Label hilft bei der Kleiderwahl. Die unabhängige Kontrollorganisation FLO Cert überprüft die gesamte Produktionskette und garantiert gerechte Handelsbedingungen für die Kleinbauern. Regula Weber, Mediensprecherin von Max Havelaar, meint, dass man heute leider oftmals noch Kompromisse beim Kleidungskauf eingehen müsse. Mit den bestehenden Artikeln aus Fairtrade-Baumwolle könne man bis jetzt noch keine modischen Trends mitmachen. Oftmals hätte man eine etwas grössere Auswahl an Basics wie z.B. T-Shirts, Pyjama, Socken und Unterwäsche. Mit einer zeitlosen Basis-Kollektion gehen die Anbieter - u.a. ZB Migros, Switcher - ein geringeres Risiko ein.

Etwas mutiger sind kleine (Online)-Designläden. Beispielhaft sei evilated genannt, der als kleine, aber trendige Eco Street- und Outerwearmarke mit hohem Sozialstandard fertigen lässt. Immer mehr kleine Schweizer Händler suchen bewusst nach fair gehandelten Marken, viele davon ohne entsprechendes Zertifikat, was die Recherche nicht unbedingt vereinfacht. Arbeiten Sie dann jedoch mit einem Partner zusammen, dann wissen sie genau, wer die Stoffe produziert und verarbeitet. Dafür steht der oder die LadenbesitzerIn mit dem eigenen Namen ein. Statt mit einem Gütesiegel können sie mit Hintergrundwissen punkten und so den Kunden Vertrauen vermitteln. Wer als Verbraucher online kauft, ist dann auf sich allein gestellt und muss den eigenen Recherchen, Fashion Guides oder anerkannten Labels vertrauen.

Weitere Tipps für den Einkauf von Fairtrade Fashion:

 

  • Auf Qualität und Fairtrade Label achten: Statt jeden saisonalen Trend mitzumachen, sollte man Labelkleidung den Vorrang geben.
  • Verstärkt dort einkaufen, wo über Herkunft und Arbeitsbedingungen transparent berichtet wird.
  • Kleidung ist kein Wegwerfprodukt. Statt nur nach Schnäppchen zu jagen, sollte man keine Kleidungsstücke unter zehn Franken kaufen.


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Quellen: Swiss Fair Trade Terrafair Wikipedia Max Havelaar Hess Natur EvB Caritas Coop Helvetas