Sportliche Eco-Fashion: Mehr und mehr Sportbekleidung ist «grün»

Schick aussehen soll sie, funktional sein sowieso. An Sportbekleidung werden heutzutage hohe Ansprüche gestellt. Doch deren Produktion ist noch oftmals mit grossen Umweltproblemen verbunden. Manche Inhaltsstoffe sind zudem gesundheitsschädlich. Aber: Eine Branche denkt um, auch nach der «Detox»-Kampagne von Greenpeace. Eco Fashion für den Sport.

Eco Fashion für den Sport: Auch Sportbekleidung kann nachhaltig sein
Schnell in die Sportklamotten gehüpft und nach Feierabend oder am Wochenende sportlich betätigen. Für viele Alltag. Da gehört es zum guten Ton, funktionelle Sportkleidung anzuziehen. So sinnvoll diese Kleidung ist, so viel Chemie und Energie ist meist in der Herstellung nötig. Dies ist leider auch mit gesundheitlichen Risken verbunden.  © Foto: BONNINSTUDIO / iStock / Thinkstock
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Sportartikel, insbesondere der Bereich der Outdoor-Bekleidung, ist seit Jahren ein boomender Markt und hat die stärksten Wachstumszahlen in der Bekleidungsindustrie. Immer neue, sehr funktionale Sportbekleidung kommt in die Geschäfte und gerade Outdoorfashion ist längst alltagstauglich geworden. Und dies hat leider einen richtig grossen Haken:  Unmengen von Chemikalien werden benötigt, um die High Tech-Stoffe herzustellen. Das beginnt bei den erdölbasierten Kunstfasern und endet noch lange nicht bei toxischen Imprägnierungen oder einer Unmenge an benötigter Energie. Alles andere als Eco-Fashion für die sportlich Aktiven.

Mit gutem Beispiel voran: Recycling-Kleidung für den Sport

Nicht zuletzt um Rohstoffe und Energie zu sparen, werden heute gerne auch mal PET-Flaschen rezykliert und zu neuen, hochfunktionellen Fasern für Sportbekleidung. Aber auch die alte Sportbekleidung selbst wird rezykliert. Der alte Fleece wird zum neuen, auch Membranen aus dem Material Sympatex können problemlos, und ähnlich wie PET-Flaschen, zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Das Gute daran: 50 Prozent weniger CO2 wird hierdurch in der Produktion ausgestossen, bei einem ebenfalls halbierten Energieverbrauch.

Einer der Vorreiter in Sachen Recycling-Kleidung ist der Outdoorausrüster «Polartec», der seine aus Fleece bestehende Sportbekleidung bereits seit 1993 teilweise aus alten PET-Flaschen herstellt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller, die PET zur Kleidungsherstellung nutzen, die Schweizer Labels Zimtstern oder Switcher gehören dazu. Hersteller wie Vaude produzieren zudem nach dem Motto «reduce – reuse - recycle» und führen alte Bekleidung wieder zurück in den Produktionskreislauf. Dieser und andere Hersteller, weiteres Beispiel Patagonia, bieten zudem einen professionellen Reparaturservice für deren sportliche Eco Fashion.

So gar nicht Eco: Fashion für den Sport und die Chemie

Es ist immer das Gleiche: Aktive Menschen in unberührter Natur – so werben die Sportbekleidungs-Hersteller für ihre funktionale Mode. Doch damit wir uns immer schön trocken fühlen, selbst an regnerischen Tagen uns nicht wie ein nasser Hund fühlen und tropfnass von der Bergtour oder der Jogging-Tour nachhause kommen, sind Chemikalien nötig.

Im Herbst 2012 untersuchte Greenpeace im Rahmen seiner Antichemikalien-Kampagne «Detox» wetterfeste und schmutzabweisende Sportbekleidung mit «High Performance»-Ausrüstung. Das Ergebnis war ernüchternd. Denn gut die Hälfte enthielt perfluorierte Chemikalien, kurz PFC und PTFE. Beide Stoffe werden eingesetzt, um Sportbekleidung von innen wie aussen trocken zu halten, finden sich wieder etwa in Gore-Tex-Stoffen.

Schon bei der Herstellung der Stoffe ist PFC, Basis der Antihaftbeschichtung Teflon®, umweltrelevant und findet sich nicht nur in den Abwässern der klassischen Produktionsländer wieder, sondern selbst in Arktis und Antarktis. Über die Umwelt gelangen sie in unsere Nahrung oder das Trinkwasser. PFC steht im Verdacht, die Leber zu schädigen und hormonell zu wirken. Auch PTFE ist umweltschädlich und soll krebserregend wirken. Direkt über die Sportbekleidung können sie allerdings nicht in den Körper geraten.

Unbedenkliche Eco Fashion für den Sport

Wer PFC und PTFE meiden will, sollte insbesondere bei Sport- und Regenschutzkleidung auf Polyurethan oder genanntes Sympatex setzen.

Tencel ist eine heute oft verwendete Faser aus Holz, die ebenfalls unbedenklich für den Träger und die Natur ist, nebenbei gute Eigenschaften in Sachen Feuchtigkeitstransport aufweist und Bakterienwachstum beim schweisstreibenden Sport am besten unterbindet.

Mischgewebe aus Seide (gibt es auch in «bio») und Wolle hat ebenfalls sehr gute Eigenschaften in Sachen Feuchtigkeitstransport.

Wo immer möglich: Auf das bluesign-Label für nachhaltige Produktionsprozesse, den GOTS- oder IVN-Best-Standard achten. Das sind Zertifizierungen, die auf eine nachhaltige Produktionskette achten.

Quellen: Greenpeace, Sympatex, medizininfo, Vaude, bluesign, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann