Bio-Baumwolle vs. konventionelle: 5 entscheidende Unterschiede

Konventionell angebaute Baumwolle ist nicht nur für die Umwelt problematisch. Aber leider spüren wir den Unterschied zu Bio-Baumwolle auf der Haut kaum. 5 gewichtige Gründe trotzdem auf Bio zu setzen.

Bio-Baumwolle: Fakten und Infos
Bio-Baumwolle ernten, verlangt vollen Körpereinsatz. Foto © zVg BioRe
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Obwohl Baumwolle als natürlicher Rohstoff nachhaltiger ist als künstliche Stofffasern, weil er nachwächst und biologisch abbaubar ist, bringt die konventionelle Baumwollproduktion teils massive Umweltprobleme mit sich. Bei biologisch angebauter Baumwolle sieht die Bilanz für unsere Umwelt deutlich besser aus: Die fünf entscheidenden Unterschiede.

1. Genmanipuliertes Saatgut

Während für Bio-Baumwolle die Verwendung von genmanipuliertem Saatgut verboten ist, sind heute rund 70 Prozent der Baumwolle genetisch verändert. Anfänglich bekämpfte man damit erfolgreich den ärgsten Feind der Baumwolle, den Baumwollkapselbohrer. Doch gleichzeitig öffnete man damit nicht nur anderen Schädlingen Tür und Tor, sondern der Baumwollkapselbohrer wurde allmählich resistent gegen das Gift der genveränderten Baumwollpflanzen. Die Folgen: Die Bauern müssen noch mehr Pestizide spritzen und sind vom Saatguthersteller abhängig, weil die Bauern aus den genmanipulierten Pflanzen keine neuen Samen gewinnen können.

Facts & Tipps

2. Pestizide

Rund 2,5 Prozent der weltweiten Agrarfläche wird für die Baumwollproduktion verwendet, gleichzeitig verbraucht die Herstellung von Baumwolle satt 16 Prozent der jährlich versprühten Pestizide. Der massive Einsatz dieser chemischen Pestizide vergiftet die Böden und gefährdet die lokale Artenvielfalt.

Für Bio-Baumwolle dürfen weder chemische Dünger noch Pestizide oder Herbizide eingesetzt werden. Hier setzt man auf natürliche Methoden, zum Beispiel indem man Pflanzen kultiviert, die gezielt die Feinde der Schädlinge anlocken und die Baumwollpflanzen «beschützen».

3. Qualität der Böden

Wettbewerb

Da Bio-Felder frei von Pestiziden sind, ist die Qualität der Böden deutlich besser. Unterstützt wird dies von der eingehaltenen Fruchtfolge. Sie verhindert, dass Monokulturen den Boden auslaugen. Auf demselben Feld wird zum Beispiel im ersten Jahr Baumwolle angepflanzt und in den darauf folgenden Hirse und Kichererbsen, bevor wieder die Baumwolle zum Zug kommt.  Der Boden bekommt die Möglichkeit, sich wieder zu regenerieren, und Schädlinge werden an der Ausbreitung gehindert. Übrigens ebenfalls ein Grund, warum Bio-Felder weniger gespritzt und gedüngt werden müssen.

4. Wasserverbrauch

Baumwolle stammt eigentlich aus feuchten, tropischen Regionen. Die Baumwollpflanze braucht nämlich sehr viel Wasser, um zu gedeihen. Doch weil Regen schlecht ist beim Ernten, wird sie in eher trockenen Regionen angebaut, in denen oft Wasserknappheit herrscht. Dies gilt für konventionelle wie für Bio-Baumwolle.

Da Bio-Baumwolle die Böden weniger auslaugt, können sie von Natur aus mehr Wasser speichern als Felder mit konventioneller Baumwolle. Somit ist der Wasserverbrauch von Bio-Baumwolle deutlich geringer.

Laut der Organisation Water Footprint sind für ein T-Shirt 2495 Liter Wasser nötig, also rund 17 Badewannen.

5. Das Wohl der Bauern

Bio-Baumwollfelder weisen eine bessere Qualität auf, da sie weniger mit Chemikalien belastet sind. Einerseits kommen Bio-Bauern so weniger mit giftigen Mitteln in Kontakt. Andererseits bietet der Boden, auf dem sie leben und arbeiten, den Bauern so auch die Möglichkeit zur Produktion von Lebensmittel.  Bio-Bauern haben zudem ein faires Einkommen, das höher ist als jenes im konventionellen Anbau. Zusätzlich werden in vielen Fällen Kleinbauern dabei unterstützt, unabhängigen Anbau betreiben zu können.

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung der Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Mit der Einführung der Eigenmarke Naturaline für Textilien gehört Coop zu den Pionieren, die in den 1990er-Jahren Kleider aus Bio-Baumwolle ins Sortiment aufnahmen. Coop Naturaline gehört heute zu jenen Eigenmarken mit den höchsten Standards. Die Menschen profitieren von Ausbildung und Beratung, einer Bio-Prämie sowie einer Abnahmegarantie. Dank der Partnerschaft mit bioRe wurde die Basis geschaffen, dass indische und tansanische Bauernfamilien ihre Baumwolle biologisch und CO2-neutral produzieren und zu fairen Preisen verkaufen können.

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