Wie erkennen Verbraucher Bio-Baumwolle?

Bio-Baumwolle in der Schweiz

Bio-Baumwolle wird nach wie vor von Hand gepflückt.

Verbraucher sehen der Kleidung nicht gleich an, aus welcher Baumwolle sie geschneidert wurden. Deshalb sind Label und Zertifikate notwendig, um echte Bio-Textilien auszuweisen.

Baumwolle, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) stammt, wurde streng nach den Kriterien der EU-Bioverordnung angebaut. Zudem haben verschiedene Hersteller kbA-zertifizierte Eigenmarken, wie beispielsweise die Label von Switcher, Hess Natur, Manor, Patagonia, Calida, H&M und C&A.

Coop produziert seine Kollektionen aus kontrollierten Bio-Anbau. Coop Naturaline wird streng nach Umwelt- und Sozialstandards überprüft. Migros Biobaumwolle achtet auf krebserregende und allergene Stoffe sowie soziale Standards.

Das internationale Gütesiegel Global Organic Textile Standard (GOTS) regelt nicht nur den Anbau, sondern auch die Weiterverarbeitung und Kontrolle aller Produkte. Ausführliche Informationen zu Labels und Herstellern bietet der WWF (wwf.ch) auf einen Klick.

Viele Verbraucher glauben, dass Textilien aus Bio-Baumwolle automatisch unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Zwar achten alle Labels auf die Umwelt, doch nicht jedes Gütesiegel kontrolliert die Erfüllung sozialer Arbeitsstandards.

Wann wird organische Baumwolle auch fair produziert?

Wer fair gehandelte Bio-Textilien tragen möchte, sollte auf das Gütesiegel von der Max-Havelaar-Stiftung achten. Zwar ist nicht die gesamte Kollektion aus Bio-Baumwolle gefertigt, doch ist sie garantiert unter gerechten Arbeits- und Handelsbedingungen entstanden. Denn die Produzenten sind nicht gezwungen, die Naturfaser zu Dumpingpreisen zu verkaufen und die Beschäftigten in den Textilfabriken werden gerecht entlohnt. Das sichert ihnen ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen. Darüber hinaus wird Kinderarbeit verhindert und durch ständige Kontrollen die Transparenz erhöht.

Und wie geht es mit der Bio-Baumwolle in der Schweiz weiter? Tobias Meier erzählt: «Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage und das Angebot weiter steigen werden. Die Wachstumsraten werden aber in der Schweiz nicht mehr so gross sein, wie in früheren Jahren und das Ausland holt den Rückstand auf die Pioniere und «Weltmeister» Schweiz auf. Das ist ja auch im Bereich Fairtrade-Produkte festzustellen und für die Natur und die Menschen im Süden eine gute Sache.» Diesen Trend können Verbraucher unterstützen und beim Kauf auf Bio-Baumwolle-Labels achten.

Mehr zum Thema

  • helvetas.org - Als Verein informiert HELVETAS Swiss Intercooperation umfassend über Bio-Baumwolle.
  • Ein Gratis-Buch im PDF-Format erklärt die Auswirkungen der konventionellen Baumwollproduktion und zeigt ökologische Lösungen.
  • organiccotton.org - Die Webseite bietet viel Information rund um das Thema Bio-Baumwolle.

 

 

Text: Kerstin Borowiak Quellen: Helvetas, Greenpeace Magazin, WWF, organiccotton.org, FIBL, Mode mit Zukunft, COOP, Umweltinstitut