Wo Sie in der Schweiz fairen Schmuck finden

Der Abbau von Gold oder Silber verursacht oft menschliches Leid und Umweltzerstörungen. Diese Geschäfte halten dagegen und setzen bewusst auf fair produzierten Schmuck.

Fair Trade Schmuck: Diese Juweliere in der Schweiz gibt es
Fotos: © Lesunja Goldschmiede / Signum Fair Jewels
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In Zürich werden Sie gleich mehrfach fündig, wenn Sie Schmuck aus fairem Gold oder Silber suchen. So bietet das cloud8 von Claudia Stebler edlen Schmuck aus Recyclingsilber und Fair Trade Gold. Diesen bekommen Sie als Auswahl der Kollektion in der Werkstattgalerie in der Martastrasse 109. Die Goldschmiedin fertigt aber auch individuelle Stücke an und hat einen Onlineshop unter cloud8.ch.

Fair Trade Schmuck: Diese Juweliere in der Schweiz gibt es

Foto: © Claudia Stebler

Nicht minder schick ist der Schmuck aus Lisa Lesunjas Schmiede. Der Juwelier Lesunja in der Zürcher Europaallee bietet Unikate, Massanfertigungen und edles Geschmeide aus seiner Frühjahrs- und Herbstkollektion. Hier gibt es zudem eine eigene Kollektion für den Mann.

Beim Juwelier Lesunja in Zürich gibt es neben fairem Schmuck auch Workshops.

Fotos: © Lesunja Goldschmiede

Tipp: Lisa Lesunja bietet in Workshops – 10-wöchig, jeweils Donnerstagsabend – die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung das Goldschmiedehandwerk einmal kennenzulernen und das eigene Schmuckstück zu kreieren.

In Basel erhalten Sie beispielsweise im Silberfisch eine Auswahl fairer Schmuckstücke. Goldschmied Sascha Schneider bietet dabei in der Utengasse 20 auch teilweise aussergewöhnliche Metallkombinationen wie Platin und Kupfer. Die Herkunft der Rohstoffe ist hier transparent und absolut fair, Kundenwünsche werden gerne umgesetzt.

Fair Trade Schmuck: Diese Juweliere in der Schweiz gibt es

Foto: © Silberfisch

Auch grosse Geschäfte bieten fairen Schmuck

Neben kleinen Schmieden und Juwelieren haben auch grosse Händler fairen Schmuck im Programm. Beispielsweise Christ und Coop bieten eine Auswahl an Fair Trade Schmuck an. Ausserdem gibt es bei der Thurgauer und Berner Kantonalbank jeweils faire Goldbarren in den Grössen 1 - 10 Gramm zu kaufen.

Schmuck aus Fair Trade Gold, Silber und Edelsteinen in Bern gibt es bei Goldschmiedemeister Jörg Eggimann in der Helvetiastrasse 5. Alle Bezugsquellen für seine einmaligen Schmuckstücke sind nachvollziehbar und fair. So kommt sein Gold beispielsweise von der argentinischen Stiftung EcoAndina, die auf eine giftfreie Goldgewinnung setzt und ausschliesslich auf Vorkommen aus einem Fluss zurückgreift. Jörg Eggimann ist Max Havelaar-lizenziert.

Das Atelier von Jörg Eggimann bietet eine schöne Auswahl an Fair Trade Schmuck

Fotos: © Goldschmiede Jörg Eggimann

Darüber hinaus stammt Eggimanns Silber aus der Beseitigung alter Minenhalden in Bolivien. Diese werden aufgearbeitet, von Schadstoffen befreit und und als Nebenprodukt wird aus den Abbbauresten nachhaltiges Silber gewonnen. Seine Edelsteine bezieht er aus fairen Quellen in Kanada, Australien, Lesotho oder Simbabwe. Eggimann fertigt vorwiegend Einzelstücke aus den fair geförderten Rohstoffen.

Tipp: Schmuck von Gundula Papesch gibt es auch bei Viceversa in Lausanne, bei Essor in Biel sowie bei Friends of Carlotta in Zürich.

In Genf ist die diplomierte Schmuckgestalterin Gundula Papesch in der Rue de Montbrillant 24 eine Ansprechpartnerin für Fair Trade Schmuck aus edlen Materialien. Ihre Kollektionen mit Namen wie «organische Mechanik», «Umkreisung» oder «Walzer» (Kollektion Winter 2017) sind vornehmlich aus Silber, aber sie verarbeitet auch Gold. Besonders ungewöhnlich ist ihre Kollektion «Kieselsteine». Das sind Ringe und Armbänder, in denen tatsächlich Kieselsteine verarbeitet werden.

Fair Trade Schmuck: Diese Juweliere in der Schweiz gibt es

Foto: © Gundula Papesch

Bei Signum Fair Jewels im Hobelweg 6 in Buchs ist der Name bereits Programm. Für fairen Schmuck setzt das Team von Sabine Hellman beispielsweise auf Gold aus dem finnischen Lappland. Die vielseitige Kollektion vom Anhänger bis zum Verlobungsring wird als Unikat, in Kleinserien oder auch nach Kundenwunsch gefertigt.

Fairer Schmuck wird auch bei Signum Fair Jewels angeboten

Fotos: © Signum Fair Jewels

Bei der Schmuckmanufaktur können Sie nach Terminabsprache vor Ort Ihre individuell kreierten Schmuckstücke abholen. Oder Sie bestellen unter signumfairjewels.ch im Online-Shop. Individuelle Wünsche werden auch dabei nach Absprache berücksichtigt.

In Wintherthur geht es für Schmuck aus Fair Trade Gold und Silber ins Schmuck-Atelier mojo design. Die erste Fairtrade-lizenzierte Goldschmiede der Schweiz setzt auf Gold aus kleingewerblichem Bergbau, das von Max Havelaar vertrieben wird.

In Winterthur bietet Mojo design fairen Schmuck und Workshops an

Fotos: © mojo design

Hier gibt es auch eine grössere Auswahl an Schmuckstücken für Männer. Nach Wunsch fertigt die Goldschmiede in Winterthur auch edle Siegelringe.

Weitere Adressen für Fair Trade Schmuck aus der Schweiz gibt es unter: Fairtrade.net.

Darauf sollten Sie für fairen Schmuck achten

Die Herkunft von Gold, Silber oder auch Edelsteinen war lange Zeit kaum nachvollziehbar. Allenfalls der Fachmann konnte diese aufgrund der Qualität der edlen Rohstoffe bestimmen. Doch inzwischen gibt es Zertifikate, welche eine nachhaltige Herkunft der Rohstoffe garantieren.

Das Zertifikat «Fairtrade and Fairmined», vergeben von Fairtrade International (FLO) und der Alliance for Responsible Mining (ARM), gibt etwa Sicherheit beim Fair Trade-Schmuckkauf. Goldschmieden und Bijouterien mit dem Label «Oekogold» verwenden oder handeln zumindest garantiert ohne Minengold. Die Edelmetalle sind ausschliesslich aus Recyclingquellen.

Zudem gibt es Fair Trade Gold von Max Havelaar, mit dem zahlreiche Goldschmieden und Ateliers beliefert werden.

Warum Schmuck fair sein sollte

Für ein Kilo gefördertes Gold brauchen Minenarbeiter heute beispielsweise bis zu 141 Kilo hochgiftiges Cyanid. Das Gift sammelt sich in Becken die bei einem Dammbruch ganze Landstriche auf Jahrzehnte hinweg verseuchen können. So bereits geschehen in Ghana, Rumänien oder Peru, und das ganz legal.

Hinzu kommen illegale Kleinschürfer, die bis zu zwei Gramm billigeres Quecksilbers einsetzen, um ein Gramm Gold zu gewinnen. Laut einer Studie von Südwind verdampfen davon etwa 40 Prozent und der Rest verunreinigt das Wasser. Somit geht die moderne Goldsuche zwar leicht von der Hand, aber «unter die Haut» - und macht Mensch und Umwelt krank.

Quellen: Oekogold.ch, maxhavelaar.ch, fairtrade.net

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann, aktualisiert im Dezember 2017