Kurt Schär: Erfolgreich mit dem «Flyer»

Die Erfolgsgeschichte des Flyers ist eng mit dem Biketec-Chef Kurt Schär verknüpft. Er verhalf dem Flyer C mit verbesserter Technologie und neuer Philosophie zum Durchbruch. Heute kaufen sich Umweltbewusste, Gesundheitsbewusste, Kostenbewusste und Ausflügler einen Flyer.

Mit dem Elektrobike Geld verdienen und etwas Gutes für die Umwelt tun.
Biketec-Chef Kurt Schär, Fotoquelle: presseanzeiger.de
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Im Jahr 2001 übernahm Kurt Schär im Zuge eines Management-Buyouts das Unternehmen BKTech. Aus der Vorgängerfirma ging neu das Unternehmen Biketec hervor. Als erstes erkundigte sich Schär mit einem umfassenden Fragebogen bei 1500 Flyer-FahrerInnen nach Erfahrungen und Wünschen. Die Antworten zeigten auf, dass der bisherige Flyer eine zu kurze Reichweite hatte, die Handhabung zu kompliziert und das Fahrzeug zu schwer waren. Eine Kooperation mit der japanischen Panasonic-Gruppe, die nach dem gleichen Prinzip motorenunterstützte Velos baut und ein ähnliches Patent besitzt, kam zu erfolgreichen Ergebnissen. Die neu entwickelten Motoren und die neue Batteriegeneration verhalfen dem Flyer C technisch zu einem Quantensprung. Der Akku wiegt noch ein Viertel des Vorgängermodells, ermöglicht aber die doppelte Reichweite.

Dazu krempelte Kurt Schär mit seinen Mitarbeitern die bisherige Unternehmens-Philosophie um, die ganz auf den Typus «gut verdienende Grüne» ausgerichtet war. Mit dem neuen Modell Flyer C gelang es, neue Märkte zu erschliessen. Im Gespräch mit dem Velojournal teilt Kurt Schär die Nutzer in drei Gruppen ein: «Die Ökobewussten, die ihren Arbeitsweg mit dem schnellen Fyer zurücklegen. Die zweite Gruppe sind die Gesundheitsorientierten, die sich entweder aus eigenem Antrieb ein solches Fahrzeug leisten oder es brauchen, weil sie zwar gerne Velo fahren, dies aber nicht mehr ohne Unterstützung schaffen, weil Gelenke oder Herz nicht mehr mitmachen. Und an Bedeutung gewinnt eine dritte Gruppe von Nutzern: die Ausflügler. » Daneben legen sich vermehrt kostenbewusste Menschen einen Flyer zu, belaufen sich die Energiekosten bei 100 Kilometer auf nur gerade 20 Rappen.

Kein Wunder, steigen die Verkaufszahlen der Flyer kontinuierlich an. Seit 2002 sind die Verkaufszahlen der Flyer-Velos geradezu explosionsartig von 800 auf 42‘000 im letzten Jahr angestiegen. Auch die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 6 auf heute um die 140 Mitarbeiter. Im Sommer 2009 zog die Biketec von Kirchberg nach Huttwil in einen 14-Millionen-Neubau, der schon ein Jahr später zu klein wurde. In einem Jahr ist nun zur bestehenden Biketec-Fabrik ein 10-Millionen Erweiterungsbau nach Minergiestandard hinzu gekommen. Kurt Schär kann in diesem Jahr einiges feiern. Den Geburtstag zum zehnjährigen Bestehen, den Einzug ins Erweiterungsgebäude und zum ersten Mal produziert die Biketec AG 50‘000 Flyer.

Quelle: bernerzeitung.ch, swissinfo.ch, velojournal.ch Text: Lea Schwer