«Ich wünsche mir ein Schweizer Klimaschutzgesetz!»

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

In der Schweiz noch mehr und in ganz Europa, ja in der ganzen Welt mindestens mal ein ÖV- und Mobility-Angebot wie in der Schweiz. Oder noch besser wie eines in Japan. Vor allem die Übernahme des Bahnverkehrs in Italien durch die SBB! Dann kann ich endlich wieder vernünftig nach Süditalien in die Ferien.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

«Nägel mit Köpfen» beziehungsweise Gesetze, die wirken, was sie sollten. Statt fauler Kompromisse, die zu oft auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner basieren, wünsche ich mir Instrumente, die wirken. Endlich ein ambitioniertes globales Klimaschutzabkommen und ein Schweizer Klimaschutzgesetz mit einer Reduktion der Klimagasemissionen um 40 Prozent bis 2020 (halb Inland, halb internationale Reduktionen) und bis 2030 eine komplett klimaneutrale Schweiz mit bestmöglicher Inlandperformance und vollständiger Kompensation der restlichen CO2-Emissionen in internationalen Klimaschutzprojekten.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Wir wollen das weltweite Engagement von myclimate weiter verstärken und innert 3 bis 5 Jahren statt «nur» 300'000 Tonnen CO2-Reduktionen, wie heute, künftig jährlich 3 oder noch besser 30 Millionen Tonnen Klimagasemissions-Reduktionen in unseren Klimaschutzprojekten weltweit realisieren. Mit unseren Bildungsprojekten, unseren Carbon Management Sevices wollen wir konkrete Schritte hin zur «low carbon society» leisten.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Der Wille und das aktive Engagement zu leisten und zu geben, sollten stets grösser sein als der Wille für Profit zum Nehmen!

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?.

Mehr Mut für Veränderungen und für eine positive Gestaltung unserer Zukunft, weniger Festhalten am alten Überholten.

Wem würden Sie selbst die letzten 11 Fragen gern stellen? Und warum?

Bertrand Piccard von SolarImpulse und unser Partner bei Klimapioniere! Er ist ein dermassen starker Botschafter und überzeugendes Vorbild für eine positive Entwicklung unserer Zukunft. Seine Antworten geben sicherlich gute Impulse.

 

Quellen: myclimate.org, Interview: Lea Schwer