Erste Strassen aus recyceltem Plastik bereits befahrbar

Was auf den ersten Blick wie jede normale Strasse aussieht, besteht zum grossen Teil aus Plastikabfällen. Das soll aber nicht nur umweltfreundlicher sein als der übliche Belag, sondern auch weitere Vorteile haben.

Erste Strassen aus recyceltem Plastik bereits befahrbar
Foto: © MacRebur
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Die magische Zutat, welche den Asphalt stärker und länger haltbar machen soll, heisst MR6. Dabei handelt es sich um Pellets aus 100% recyceltem Plastik, die bei der Produktion von Asphalt beigemischt werden. Laut dem Hersteller MacRebur sind die neuen Strassen dadurch 60 % stärker und halten 10mal länger, aber sie sind auch deutlich umweltfreundlicher in der Produktion.

Denn normalerweise wird Asphalt aus Sand, Steinen und dem aus Erdöl gewonnenen Bitumen gemischt. Bei der Plastikstrasse wird jedoch ein Teil von Bitumen durch das recycelte Material MR6 ersetzt. Damit wird der Erdölverbrauch beim Bau der Strasse reduziert. Gleichzeitig wird eine Verwendungsmöglichkeit für die unerwünschten Berge an Plastikabfall geschaffen.

Befahren kann man die erste Plastikstrasse auch schon. Seit mehreren Monaten wird der neue Belag in der Region Cumbria im Norden Englands getestet. Die Idee dazu kam McCartney, dem CEO des Start-ups MacRebur, als er im Süden von Indien an einem Charity-Projekt mithalf. Dort beobachtete der Ingenieur, wie Strassenarbeiter Löcher im Asphalt ausbesserten, indem sie diese zuerst mit Plastikabfall auffüllten und danach anzündeten.

Text: Maximilian Comtesse, Quellen: www.macrebur.com, 3. Mai 2017