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Ladekosten-Rechner Schweiz: Was kosten 100 km – zu Hause vs. unterwegs?

Du willst wissen, was dich 100 km mit dem E‑Auto wirklich kosten – und ob Laden zu Hause (oder mit PV) die bessere Wahl ist als öffentliche Schnelllader? Mit den richtigen Eingaben kannst du das erstaunlich präzise überschlagen: Kosten, CO2 und sogar, ab wann sich eine Wallbox lohnt. Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch einen praxisnahen Rechner – transparent, nachvollziehbar und auf die Schweiz zugeschnitten.

Elektriker installiert Wallbox
Zuhause ist meist guenstiger – aber dein Profil entscheidet © Moment Makers Group / Getty Images

So funktioniert der Rechner

Die Idee ist einfach: Du berechnest die Energie pro 100 km (inklusive Ladeverluste) und gewichtest dann die Kosten nach deinem Anteil Zuhause und öffentlich. So bekommst du einen fairen Vergleich – auch wenn du mal zu Hause, mal unterwegs lädst.

Eingaben: Verbrauch (kWh/100 km), Anteil Zuhause/Öffentlich, Preise (Rp/kWh), Ladeverluste

Für einen belastbaren Wert brauchst du nur wenige Zahlen. Wichtig ist: Nimm nach Möglichkeit deinen realen Durchschnittsverbrauch aus dem Bordcomputer über mehrere Wochen (Sommer/Winter unterscheiden sich). Öffentliche Tarife schwanken stark – das zeigen Preisübersichten und Marktangaben von Swiss eMobility; je nach Betreiber, Abo, AC/DC und Standort kann derselbe Ladevorgang spürbar teurer oder günstiger sein.

Diese Eingaben nutzt du:

  • Verbrauch: z. B. 16–22 kWh/100 km (kompakt bis SUV, je nach Fahrprofil).
  • Anteil Laden zu Hause: z. B. 70% zu Hause / 30% öffentlich (oder umgekehrt).
  • Preis zu Hause (Rp/kWh): dein Stromtarif. (Wenn du PV nutzt: dein kalkulatorischer PV-Strompreis oder Opportunitätskosten.)
  • Preis öffentlich (Rp/kWh): dein typischer Mix (AC-Laden in der Stadt vs. DC-Schnellladen an der Autobahn).
  • Ladeverluste: als Zuschlag in % (z. B. 8–15%). Verluste entstehen u. a. durch Umwandlung, Batterie-Temperierung und Ladeelektronik. Planungs- und Effizienzannahmen dazu findest du in technischen Grundlagen von Electrosuisse.

Rechenlogik (vereinfacht): Effektiver Energiebedarf = Verbrauch × (1 + Ladeverlust). Danach: Kosten zu Hause = effektiver Bedarf × Heimpreis × Heimanteil; Kosten öffentlich = effektiver Bedarf × öffentlicher Preis × öffentlicher Anteil. Zusammen ergibt das Kosten pro 100 km.

Ergebnis: Kosten pro 100 km & Jahreskosten

Der Wert «pro 100 km» ist gut, um Angebote zu vergleichen. Für dein Budget ist aber oft entscheidender, was das über ein Jahr bedeutet. Dazu multiplizierst du einfach mit deiner jährlichen Fahrleistung (z. B. 12’000 oder 20’000 km).

Was viele unterschätzen: Der grösste Kostentreiber ist nicht dein Auto, sondern dein Lade-Mix. Wenn du hauptsächlich zu Hause (oder am Arbeitsplatz) zu einem stabilen Tarif lädst, ist das in der Regel deutlich günstiger als häufiges DC-Schnellladen. Swiss eMobility beschreibt für die Schweiz eine breite Tarifspanne im öffentlichen Laden; das erklärt, warum «unterwegs» je nach Situation von «noch okay» bis «deutlich teurer als erwartet» reichen kann.

Praxis-Tipp: Wenn du oft öffentlich lädst, prüfe, ob du unbewusst die teuren Situationen häufst (z. B. Autobahn-DC zu Spitzenzeiten). Ein kleiner Verhaltenswechsel kann viel ausmachen: mehr AC-Laden am Ziel, weniger «Notladungen» unterwegs, Laden wenn das Auto sowieso steht.

CO2-Rechner 

Kosten sind das eine – viele wollen zusätzlich wissen, wie gross der Klimaeffekt des eigenen Ladeverhaltens ist. Für eine pragmatische Orientierung reicht ein vereinfachter CO2-Rechner, der deine kWh mit einem Emissionsfaktor multipliziert. Damit vergleichst du vor allem deine Szenarien (z. B. «mehr PV», «mehr öffentlich»), nicht «die perfekte absolute Zahl».

Strommix vs. PV-Anteil 

Du kannst den CO2-Teil so aufbauen:

CO2 pro 100 km = effektiver Energiebedarf (kWh/100 km) × Emissionsfaktor (g CO2e/kWh).

Für den Emissionsfaktor gibt es zwei typische Näherungen:

1) Netzstrom (Strommix): Verwende einen publizierten Faktor (z. B. für den Schweizer Konsum-/Produktionsmix, je nach Methodik). Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) stellt dafür Grundlagen bereit, die in der Schweiz u. a. für Klimabilanzen und Treibhausgas-Berechnungen genutzt werden.

2) PV-Anteil: Wenn du einen Teil deiner Energie direkt von der eigenen PV beziehst, kannst du den Emissionsfaktor gewichten: Emissionsfaktor gesamt = (PV-Anteil × PV-Faktor) + (Netzanteil × Netzfaktor). Für eine alltagstaugliche Vereinfachung setzen viele bei PV «sehr niedrig» an und nutzen das vor allem, um den Unterschied zwischen «viel Eigenverbrauch» und «kaum Eigenverbrauch» sichtbar zu machen.

Wichtig für die Einordnung: Auch beim E‑Auto entstehen Emissionen ausserhalb des Fahrstroms (z. B. Herstellung). Der Rechner hier zielt bewusst auf das, was du direkt beeinflussen kannst: deinen Ladestrom.

Break-even Wallbox

Die Wallbox-Frage ist selten nur technisch – sie ist finanziell und organisatorisch. Eine Wallbox kann sich lohnen, wenn du dadurch günstiger laden, zu PV-Zeiten smarter laden oder öffentliche Ladevorgänge vermeiden kannst. Gleichzeitig fallen Investitionskosten an (Gerät, Installation, allfälliger Grundausbau im Hausanschluss oder Zählerplatz).

Wann sich Installation/Grundausbau rechnet 

Der Break-even ist erreicht, wenn deine jährliche Ersparnis die Investition kompensiert:

Amortisationszeit (Jahre) = (Investition Wallbox + Installation + allfälliger Grundausbau) ÷ jährliche Ersparnis.

Die jährliche Ersparnis ergibt sich vor allem daraus, wie viel kWh du von «öffentlich» zu «zu Hause» verschiebst und wie gross die Preisdifferenz ist. Genau hier helfen dir die Preisbandbreiten aus der Praxis (Swiss eMobility für öffentliche Tarife) und die technischen Planungsannahmen rund um Ladeinfrastruktur und Installation (Electrosuisse).

Vier typische Schweizer Szenarien, die du im Rechner abbilden kannst:

1) EFH (Einfamilienhaus), viel Heimladen: Wenn du schon heute oft zu Hause lädst, ist die Wallbox weniger ein «Sparmotor» als ein Komfort- und Sicherheitsupgrade (stabilere Ladeleistung, weniger Steckdosenbelastung). Finanziell lohnt sie sich besonders, wenn du sonst häufig öffentlich schnelllädst oder wenn du mit PV Überschüsse besser nutzen kannst.

2) MFH (Mehrfamilienhaus), mit Grundausbau: Hier entscheidet oft der Unterbau (Lastmanagement, Zählerkonzept, Leitungswege). Die reine Wallbox ist nicht der Kostentreiber, sondern die Infrastruktur. Wenn du dadurch aber dauerhaft einen grossen Teil öffentlicher Ladevorgänge ersetzt, kann sich das trotzdem rechnen – nur mit längerer Amortisation.

3) «Nur unterwegs»-Profil: Wenn du keinen festen Parkplatz mit Strom hast, ist die Wallbox-Rechnung meist theoretisch. Dann lohnt es sich eher, deinen Tarifmix zu optimieren (z. B. Betreiberwahl, AC statt DC, Ladefenster), statt auf eine Installation zu hoffen, die du kaum nutzen kannst.

4) PV-Profil (Eigenverbrauch optimieren): Wenn du mittags oder am Wochenende oft zu Hause bist, kann eine Wallbox mit Steuerung helfen, mehr PV direkt ins Auto zu laden. Das senkt Kosten (weil weniger Netzstrom) und in vielen Fällen auch die CO2-Bilanz deines Fahrstroms.

FAQ & Annahmen 

«Warum unterscheiden sich meine Kosten pro 100 km so stark von anderen?»

Weil Verbrauch und Preis extrem individuell sind: Winter, Kurzstrecken, Tempo, Reifendruck, Dachbox, Anhängerbetrieb und vor allem der Anteil Schnellladen verändern das Ergebnis stark. Öffentliche Tarife sind in der Schweiz je nach Anbieter und Ladeart breit gestreut, wie Swiss eMobility zeigt.

«Wie setze ich Ladeverluste richtig an?»

Wenn du keine Messdaten hast, ist ein pauschaler Zuschlag (z. B. im Bereich um 10%) für eine grobe Rechnung oft ausreichend. Technische Grundlagen und Planungswerte zu Ladeinfrastruktur und Systemeffizienz werden u. a. von Electrosuisse diskutiert. Im Winter oder beim häufigen DC-Laden können die Verluste höher liegen.

«Ist Laden an der Haushaltssteckdose ok?»

Für gelegentliches Laden kann das funktionieren, aber eine dauerhaft hoch belastete Steckdose ist nicht ideal (Wärme, Alterung, Absicherung). Für regelmässiges Laden ist eine fachgerecht installierte Lösung (Wallbox oder geeignete Ladeinfrastruktur) die sichere und meist auch komfortablere Wahl.

«Stimmt es, dass E‑Autos nur mit ‘grünem Strom’ sinnvoll sind?»

Klimawirkung ist graduell: Je tiefer die Emissionen des Stroms, desto besser. Mit Schweizer Strommix ist die Fahrstrom-Bilanz in vielen Fällen bereits deutlich besser als bei fossilen Antrieben; mit PV-Anteil verbessert sie sich weiter. Für die konkrete Einordnung sind Faktoren und Methodik wichtig – dafür sind BAFU-Grundlagen zu Treibhausgasberechnungen eine solide Referenz.

«Was bringt mir das Tool praktisch?»

Du kannst damit drei Entscheidungen fundiert treffen: (1) Welche Ladeform ist für dich am günstigsten? (2) Wo liegen deine wichtigsten CO2-Hebel? (3) Ob und ab wann sich eine Wallbox (inklusive Installation) finanziell trägt.

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