Autosalon 2019: Diese nachhaltigen Premieren gibt's in Genf zu sehen

Auf dem Autosalon 2019 in Genf gehen 900 Modelle an den Start. Doch uns interessieren primär diese 13 nachhaltigen Modelle.

Genfer Autosalon 2019: Elektroautos entdecken
Die Plug-In-Modelle Q 5, A 6, A 7 Sportback und A 8 gibt's am Autosalon zu sehen. Foto © Audi AG
  • 2

Der Genfer Autosalon ist der erste europäische Termin im Jahr, an dem die Autohersteller ihre neuen  Fahrzeuge präsentieren. Supersportwagen, SUV, Familienkutsche oder urbaner Miniflitzer – alle Autokonzepte am Markt sind auf dem 89. Genfer Autosalon vom 7. – 17. März im Palexpo zu sehen.

Am Autosalon können die annähernd 700'000 erwarteten Besucher jede Menge Neuheiten bestaunen. Wir haben die eher nachhaltigen Modelle der über 150 Welt- und Europapremieren herausgepickt und unter die Lupe genommen.

Dass Umweltfreundlichkeit ein Thema am Automobilsalon in Genf ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass das Bundesamt für Energie zum 4. Mal Presenting Partner mit seiner Kampagne «co2tieferlegen» ist. Im Rahmen dieser Kampagne fördert der Bund Fahrzeuge, die maximal 95 CO2/km ausstossen und damit weit unter dem Branchendurchschnitt liegen.

Honda Urban EV: Weltpremiere wird enthüllt

Noch nicht ganz serienreif ist der Stromer Honda Urban EV. Vor zwei Jahren wurde er noch als spannender Prototyp präsentiert, nun feiert er ab dem 7. März in einer seriennahen Darstellung Weltpremiere und wird mit Spannung erwartet. Der kleine wie pfiffige Honda Urban EV ist in ein modernes wie schickes Retrokleid gepackt und glänzt durch zahlreiche Details. Der Flitzer wird das erste Elektro-Serienauto des Konzerns für den europäischen Markt sein und soll 2020 bereits in die Schweizer Autohäuser rollen. Es ist angestrebt, dass jährlich 5000 Fahrzeuge des Honda Urban EV in Europa verkauft werden.

Einschätzung: Es könnten noch mehr werden, wenn der bis dato noch nicht veröffentlichte Preis heiss ist. Das Design ist es jetzt schon und hat zu Recht 2018 den Car Design Award für das beste Konzeptfahrzeug erhalten.

Peugeot e-208: Weitere Weltpremiere startet im Herbst

Peugeot e-208 am Autosalon 2019 in Genf

Der Peugeot e-208 geht im Herbst 2019 in den Verkauf. Foto: © Peugeot Kommunikation

Ebenfalls Weltpremiere feiern die neuen Modelle der erfolgreichen Serie 208 von Peugeot. Der Verkaufsschlager aus Frankreich kommt im völlig neuen, coupéhaften Design nach Genf, das sehr sportlich ausfällt und jede Menge Komfort und Assistenzsysteme aus höheren Segmenten in einen Kleinwagen bringt.

Neben Diesel- und Benzinerversionen ist ab Herbst 2019 auch eine Elektrovariante erhältlich. Der e-208 wird mit einem 100 kW, entspricht 136 PS, starken Antrieb ausgestattet. Verschiedene Fahrmodi machen in sowohl sparsam wie alltagstauglich, optional zum kleinen Flitzer, der von Null auf 100 in 8,1 Sekunden leise und vibrationsarm beschleunigt.

Um das Antriebssystem nicht zu belasten, ist für ein prima Klima ein 5 kW leistendes Heizelement verbaut. Da die Batterie im Boden Platz findet, bieten beide, Elektro- wie Verbrennermodelle, mit 270 Litern einen ausreichenden Kofferraum.

Zudem werden 8 Jahre Garantie (oder 160'000 Kilometer) auf die Batterie gegeben, besser gesagt darauf, dass sie dann noch mindestens 70 Prozent ihrer Leistung bietet.

Einschätzung: Schick, markant, komfortabel. Ein Flitzer, dessen Garantie ein Gefühl der Sicherheit in Sachen Zuverlässigkeit gibt und den Kofferraum nicht mehr stiefmütterlich behandelt.

e.G0: Frisch vom Band

e.Go Auto am Autosalon in Genf 2019

Der e.GO life schafft bis zu 152 Km/h. Foto © e.GO MOOVE GmbH

Das deutsche Start-Up e.GO MOOVE GmbH präsentiert auf dem Genfer Autosalon gleich drei Elektroautos, darunter zwei Weltpremieren und den e.GO life, der aktuell vom Band läuft. Der Mikroflitzer möchte beides, agil wie ein Sportwagen sein und so praktisch wie ein Kompaktauto. In drei verschiedenen Versionen kommt er auf den Markt, als e.GO life 20, 40 und 60.

Unterschiedliche Batteriekapazitäten – von 14,9 bis 23,9 kW/h – und eine Leistung von 20 Kilowatt (20, 40 und 60 im Modellnamen stehen für die kurz verfügbare Peakleistung in kW) schaffen es auf Reichweiten zwischen 121 und 184 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 116 bis 152 Km/h angegeben.

Einschätzung: Schickes Design auf 3,3 m Kürze, dennoch 4 Sitzplätze und mit einem Preis ab € 15.900 (Batterie inbegriffen) ein heisser Anwärter für den Thron unter den urbanen (e-)Flitzern. Vielleicht auch für Fahrer mit grösserem Ego.

Weltpremiere feiern zudem eine Sportversion (e.GO LUX) des kleinen Kompakten sowie ein spannender, sehr individuell ausstattbarer E-Bus (e-GO MOVER), der für Familien geeignet ist oder aber für den Manager, der ihn während der Ladezeit als mobiles Büro nutzen kann.

Ami One: Der Elektrowürfel für die Stadt

Der Ami One ist ein typisches Elektroauto für die Stadt. Gesehen am Autosalon Genf

Ein Stadtflitzer: Der Ami One. Foto: © Citroën Kommunikation

Eine weitere Weltpremiere könnte für Städter ab 16 Jahren interessant werden. Das elektrifizierte Concept-Car Ami One vom französischen Autobauer Citroën hat mit 2,5 m etwa die Länge eines Renault Tweezy, fällt mit 1,5 m und geschlossener Fahrgastkabine für zwei Personen deutlich breiter aus. Ein Führerschein ist für das Fahrzeug nicht nötig.

Der Anspruch, etwas Besonderes auf den Markt zu bringen, startet beim würfelartigen Design und endet noch lange nicht bei der Vernetzung mit der digitalen Welt. Citroën will mit dem 45 Km/h schnellen – Reichweite bis zu 100 Kilometer – Elektroauto insbesondere die Städter ansprechen, die den Kleinstwagen für die Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Terminen in der Stadt nutzen.

Mobilitätslösungen in Sachen Carsharing via Internet und App sind ebenfalls geplant. Dann kann das Würfelmobil lediglich für 5 Minuten, für 5 Stunden, 5 Tage oder auch 5 Jahre gemietet werden. Kosten für Batterie oder Service bei der Langzeitmiete inklusive. Preis und Einführungsdatum sind noch nicht bekannt.

Einschätzung: Eine mögliche Lösung für die urbane Mobilität in rollender Würfelform.

Audi mit Reichweitenverbesserung bei Plug-In-Flotte

Plug-In-Modelle Q 5, A 6, A 7 Sportback und A 8 am Autosalon in Genf

Plug-In-Modelle Q 5, A 6, A 7 Sportback und A 8. Foto © Audi AG

Bei der Mittel- und Oberklasse von Audi wurde die Reichweite der Plug-In-Modelle Q 5, A 6, A 7 Sportback und A 8 hochgeschraubt auf über 40 Kilometer reine Stromfahrt. So kann der Fahrer den Weg zur Arbeit oder den kleinen Wochenendausflug rein elektrisch zurücklegen. Zudem gibt es drei Fahrmodi, die auf reine Stromfahrt oder auf verschiedene intelligente, vom Fahrzeug berechnete Kombinationen mit dem Verbrennungsmotor setzen. Auch ist eine Boost-Funktion vorhanden, die die 80 kW der Batteriezellen zuschaltet. Alle 4 Modelle erhalten ein «e» hinter dem Namenskürzel.

Zudem ist viel State-of-the-Art-Technik verbaut, um das Fahren so angenehm und intelligent wie möglich zu gestalten. Ein Ladesystem für Haushalts- und Industriesteckdosen ist inklusive. An einer Schnellladestation benötigen die Hybride 2 Stunden für eine vollständige Ladung der Batterie.

Weiterhin wird Audi ein rein elektrisches Concept Car präsentieren. Der zukünftige Q 4 e-tron ist ein kompakter e-SUV.

Einschätzung: Mal ehrlich.  Spätestens die Boost-Funktion ist bei Fahrzeugen mit 250 bis um die 400 PS nicht nur für das Schweizer Tempolimit irgendwie unnötig. Eine Begrenzung auf 130 Km wird übrigens derzeit auch in Deutschland, der Heimat des Herstellers, diskutiert. Ansonsten… Viel Auto, viele Annehmlichkeiten und eine eigentlich als Übergangstechnologie geplante Plug-In-Lösung für voraussichtlich viel Geld (Preise noch nicht bekannt). Immerhin: Beide Systeme arbeiten über einen Antriebsstrang.

Getunt: Reichweitenstarke Transporter von Abt

Nachhaltigleben

Der e-Transporter von Abt Sportsline hat eine Reicheweite von bis zu 400 Kilometern. Foto © ABT Sportsline 

Der VW-Tuner Abt stellt auf dem Genfer Automobilsalon einen optisch aufgemotzten e-Transporter auf Basis des VW T 6 vor, der, je nach Batterie, eine Reichweite von 208 bis 400 Kilometer verspricht. Der verspoilerte, tiefergelegte und mit 20-Zöllern ausgestattete Transporter bietet ein Ladevolumen von 6,7 m³. Erste Auslieferungen sind für das 3. Quartal dieses Jahres geplant. Batteriegrössen: 37 beziehungsweise 74 kW.

Ebenfalls vorgestellt wird der e-Caddy, gleichsam optisch aufgehübscht und mit einem Ladevolumen von immerhin noch bis zu 4,2 m³ bei 5 Sitzen. Letzterer wird lediglich mit der kleineren Batterie gefertigt. Dank geringerem Gewicht soll der e-Caddy bis zu 220 Kilometer weit kommen. Die Leistungsentfaltung liegt bei beiden mit 82 kW (111 PS) im ausreichenden Bereich.

Einschätzung: Auch Lademeister können elektrisch.

Elektro-Supersportwagen mit Porsche-Genen

Piëch am Autosalon Genf 2019

Foto © piechautomotive /Instagram

Die Weltpremieren auf dem Genfer Autosalon 2019 komplettiert ein Schweizer Supersportwagen. Piëch Automotive präsentiert mit dem Konzeptauto Piëch GT Mark One einen rein elektrischen Supersportwagen, der Sportwagen- und Designfans gleichermassen begeistern wird. Entwickelt wurde der Mark One vom Sohn der Porsche-Ikone Ferdinand Piëch, dem Schweizer Unternehmer Anton Piëch.

Das Fahrzeug soll eine Reichweite von 500 Kilometern haben und sich wie ein Porsche 911er fahren, aber eben rein elektrisch. Auch sei in Zukunft geplant, Brennstoffzellentechnik zu verbauen, Hybrid-Modelle und konventionell getriebene Fahrzeuge herzustellen. Zudem seien weitere Modelle von Piëch Automotive geplant, etwa eine Limousine und ein SUV-Modell.

Einschätzung: Braucht (fast) kein Mensch, optisch eine Eins mit Sternchen.

Weitere E-Highlights, die 2019 auf den Markt kommen

Die genannten Premieren auf dem Genfer Autosalon 2019 werden abgerundet durch zahlreiche weitere Elektroauto-Modelle, die 2019 auf den Markt kommen oder zumindest vorgestellt werden. Welche das sind, lesen Sie im Beitrag Elektroautos 2019: 13 Highlights des Jahres.