Diese nachhaltigen Neuheiten wären am Autosalon Genf durchgestartet

Der Genfer Autosalon gehört zu den ersten Events, die wegen des Coronavirus abgesagt wurden. Wir zeigen, welche nachhaltigen Elektroautos zu sehen gewesen wären.

Egon Life
Foto © e.GO Mobile AG
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Der Genfer Autosalon wäre dieses Jahr zum 90. Mal über die Bühne gegangen. Doch wegen des Veranstaltungsverbots wird sich dieses Jubiläum um ein Jahr verschieben. Wir haben uns die Autos mit alternativen Antrieben, welche die Besucher zu sehen bekommen hätten, genauer angeschaut und zeigen unsere fünf Favoriten.

1 Erobert der Aiways U 5 bald europäischen Markt?

Er könnte der Verkaufsschlager der Zukunft werden und wurde von der Fachwelt mit Spannung erwartet.

Aiways U 5 heisst das 190 PS-starke, rein elektrisch betriebene Volumenmodell, von dem das erst 2017 gegründeten Start-Up Aiways 300'000 Fahrzeuge jährliche herstellen will, 150'000 hiervon sind für den europäischen Markt geplant. Das Elektroauto soll auf dem europäischen Markt  ab April 2020 erhältlich sein.

Der U 5 ist ein mit 4,68 Metern Länge eher kleinerer SUV, der, so Aiways, das Premiumsegment zum erschwinglichen Preis erobern möchte. Der Neupreis wird bis dato ab China mit umgerechnet 35'000 Euro angegeben. Der theoretische Neupreis für die Schweiz ist noch nicht bekannt. Theoretisch heisst hier: Das Fahrzeug wird es zunächst nicht für den Kauf, sondern ausschliesslich via Full-Serviceleasing geben.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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In Sachen Ausstattung und Komfort will der E-SUV einiges bieten, etwa eine Dank 12 Kameras perfekter Rundumsicht oder auch eine Gesichtserkennung zum Türöffnen.

In Sachen Reichweite schafft es der Mini-SUV auf 503 Kilometer, die Batterien sollen, je nach Ladegerät, in 27 Minuten bei 30 – 80 Prozent der vollen Kapazität geladen sein. Unschlagbar: Ein Service nur alle 100'000 Kilometer.

Einschätzung: Wenn alles so kommt, wie es das junge Unternehmen präsentiert, dann müssen sich vor allem europäische Autobauer warm anziehen. Alleine angesichts der Tatsache, dass vergleichbare Fahrzeuge wie der Jaguar i-Pace mit ähnlicher Ausstattung das Doppelte kosten. Als Benziner wohlgemerkt. Das Fahrzeug wird übrigens komplett selbst gefertigt. So auch die Batterien.

2 Klein, bullig, elektrisch und citytauglich x 2

Letztes Jahr auf dem Autosalon als Konzeptfahrzeug präsentiert, kommt der e.Go Life Concept Cross nun als seriennahe und vorbestellbare Version auf dem Markt. Die Weltpremiere sieht ein bisschen aus wie ein zu heiss gewaschener SUV, kann aber durchaus mit seinem eigenständigen, emotionalen Design punkten.

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Foto © e.GO Mobile AG

Das Elektroauto hat für Parkplatzsuchende Autofahrer mit 3,41 Metern Länge erfreuliche Masse. Dafür ist er mit 1,66 m Höhe komfortabel im Einstieg und bei einer Breite von 1,82 Metern bietet der Viersitzer zumindest vorne jede Menge Platz. Der Elektromotor soll 72 kW leisten.

Ebenfalls mit vergleichbaren Massen und vorbestellbar ist der e.Go Life Sport. Er setzt optisch und vom Fahrwerk eher sportliche Akzente und wird mit einem 80 kW-Motor ausgestattet sein. Über Geschwindigkeit und Reichweite beider Modelle ist noch nichts bekanntgegeben.

Basis beider Elektroautos, die in Kleinserie gefertigt werden wird, ist der e.Go Life, den wir letztes Jahr vorgestellt haben. Dieser schafft bei 130 Km/h Spitze maximal 139 Kilometer.

Einschätzung: Zwei hübsche kleine Flitzer, die aus der Masse der (E-)Autos herausstechen werden und mit ihrem Design Emotionen bei seinem Besitzer – oder eher der Besitzerin? – wecken möchten.

3 BMW (teil-)elektrifiziert X1 und X2

Die absatzstarken BMW-Modelle X1 und X2 fahren zumindest zum Teil in Zukunft elektrisch. So besitzen beide, neben einem 1,5 Liter Benziner mit 125 PS auch noch einen 95 PS starken Elektromotor, der aus einer 10 kWh-Batterie gespeist wird. Platzverlust im Kofferraum: 55 Liter.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Dabei arbeitet der Elektroantrieb entweder selbstständig, das heisst, er schaltet sich dann zu, wenn das Streckenprofil eine maximale Reichweite verspricht. Oder aber, der Fahrer wählt den Max eDrive-Modus. Dann kommen beide Modelle etwas über 50 Kilometer rein elektrisch durchs Land. Als dritte Option gibt es den Fahrmodus zum Energiesparen der Batterie, was dann dem Verbrennungsmotor den Vorzug gibt. So lange, bis der Energiespeicher etwa durch Rückgewinnung der Bremsenergie so viel Kapazitäten hat, dass er im Stadtverkehr ohne Sprit auskommt.

Der Preis für den X1 startet bei 51'500 Franken. Das Fahrzeug ist ab März 2020 erhältlich. Für den BMW X2 gibt es noch keinen Preis und auch kein Datum für den Verkaufsstart 2020.

Einschätzung: Für die Strecken, die Frau und Herr Schweizer im Schnitt am Tag zurücklegen, reicht die Batterieleistung allemal.

4 Metrosnap: Die urbane Zukunft?

Vom Individualverkehr zum Personennahverkehr oder eher zum Transportfahrzeug, zur mobilen Paketstation oder doch zum mobilen Bio-Tante-Emma-Laden für die Landbevölkerung? Mit dem innovativen, bereits weit entwickelten Concept Car MetroSnap geht die Schweizer Ideenschmiede Rinspeed völlig eigene Wege, denn er trennt Fahrwerk und Aufbau. Konkret heisst dass, dass man mit wenig Aufwand beispielsweise eine Fahrgastzelle vom Fahrzeug trennen und eine Cargo- oder eben Shopeinheit auf ihm montieren kann. Damit verschmelzen in dem Smart City-Fahrzeug Personentransport und Versorgungskette.

Metronsnap

Foto © Rinspeed AG

Damit aber noch nicht genug, denn die Batterieeinheit des MetroSnap befindet sich im ‚Pod‘ genannten Aufbau. Der Tauschvorgang klappe in Sekundenschnelle. Damit wären lästige Ladezeiten und die damit verbundene temporäre Stilllegung des Fahrzeugs passé. Aufbau tauschen und weiter geht's.

Einschätzung: Laut Firmenchef und Auto-Visonär Frank M. Rinderknecht ist «der entscheidende Schritt Richtung Serie ist nun getan.» Sollte das Multitalent MetroSnapp in Serie gehen, dann wird es sicher seine urbanen Abnehmer finden.

5 Fiat Panda und 500er mit Mikrohybrid: 19 Prozent weniger Emissionen

Fiat hat sich auf den Weg, hin zu mehr Umweltfreundlichkeit gemacht. Weniger Emissionen bei gleichzeitig günstigen Einstiegspreisen war das Ziel des italienischen Autoherstellers. Der Fiat Panda ist bereits ab 16'490 Franken und der Fiat 500 ab 16'690 Franken erhältlich. Die Preise können sich sehen lassen. Zumal etwa der hybridisierte 500er für 600 Franken weniger als sein reines Verbrennerpendant angeboten wird.

Fiat 500

Foto © Fiat Chrysler Automobiles

Um den Verbrauch zu reduzieren wurde zunächst das Gewicht optimiert. Hinzu kommt ein Energierückgewinnungssystem, dass eine 11 Ampere-Batterie kontinuierlich auflädt. Und diese Energieladung, die der Fahrer auf seinem Display stets angezeigt wird, unterstützt den so sparsameren Verbrennungsmotor mit 70 PS.

Einschätzung: 19Prozent der Emissionen bei einem Modell-Update einsparen ist besser als nichts. Und gerade für den kleinen Geldbeutel und Fahrern, denen so ein kleiner Flitzer reicht, attraktiv.

 

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