Bund schnürt Massnahmenpaket für E-Autofahrer

Der Anteil an Elektro-Autos soll bis 2022 massiv steigen. Dafür soll die Roadmap, ein Massnahmenpaket des Bundes sorgen. Welche Vorteile dabei für E-Autofahrern geplant sind.

Bund schnürt Massnahmenpaket für E-Autofahrer
Fot: © MarioGuti/ iStock / Getty Images Plus
  • 10
  • 0

Über 50 Organisationen und Unternehmen  haben gemeinsam mit dem Bund die Roadmap besiegelt. Sie soll dafür sorgen, dass der Anteil von Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen bis 2022 auf 15 Prozent steigt. Zum Vergleich: Heute liegt dieser bei unter drei Prozent.

«Die Schweizer Autoimporteure (auto-schweiz) hatten bereits früher angekündigt, bis 2020 einen Anteil von 10 Prozent erreichen zu wollen», heisst es in der Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Die Roadmap gehe bewusst einen Schritt weiter, um die CO2-Emissionen im Verkehr rascher zu reduzieren.

Lanciert wurde die Roadmap von der abtretenden Bundesrätin und Verkehrsministerin Doris Leuthard. Beteiligt sind Vertreter der Elektrizitäts- und Mobilitätsbranche sowie von Kantonen und Städten. Start der Umsetzung ist im Januar 2019. Dabei plant der Bund für E-Autofahrer so einige Vorteile.

Landesweiter Ausbau bei Ladestationen

Einige der wichtigsten Massnahmen betreffen den Ausbau der Ladestationen. So soll ein schweizweites Schnellladenetz entlang der Nationalstrassen aufgebaut werden. Auf Raststätten und Rastplätzen soll rund 160 Ladestationen entstehen. Womit die Schweiz eines der dichtesten Ladenetze in Europa haben wird.

Zudem sollen mehr Ladestationen an Arbeitsplätzen und in Privatgebäuden und -häusern das Aufladen vereinfachen und beschleunigen.

Fahrschulen können künftig problemlos E-Autos für den Fahrunterricht einsetzen. Dadurch sollen bereits junge Neulenker für Elektromobilität sensibilisiert werden.

Vorerst Steuervorteile für E-Autofahrer

Elektroautos kosten heute noch deutlich mehr als Benziner. Deshalb verzichtet der Bund vorerst auf eine Abgabe, die über die Vignette hinausgeht und bei anderen Fahrzeugen üblich ist. E-Auto sollen erst einen Beitrag an die Strasseninfrastruktur zahlen, wenn die Marktdurchdringung der Elektro-Autos massiv zugenommen hat.

Mehr Sharing-Angebote bei E-Autos und -Velos

Das Angebot für geteilte beziehungsweise gemietete E-Autos und -Velos soll ausgebaut werden. So will unter anderem der Car-Sharing-Anbieter Mobility 120 neue Elektrofahrzeuge bereitstellen. Auch die Mobilitätsakademie, die seit 2015 «carvelo2go» betreibt, will das Angebot in Schweizer Städten auf 500 Fahrzeuge verdoppeln bis 2022.

Gezieltes Marketing

Die Roadmap sieht auch zahlreiche Marketing-Massnahmen vor. Nebst Kampagnen, ist beispielsweise ein E-Driving-Day mit Probefahrten und Infoanlässen geplant.

Über den Stand der Umsetzung soll im Rahmen der Mobilitätsarena vom 17.-18. September 2019 in Bern informiert werden.

Mehr zum Thema Elektromobilität

E-Auto Chevrolet Bolt soll CHF 30'000 kosten und 320 km schaffen

E-Auto Chevrolet Bolt soll CHF 30'000 kosten und 320 km schaffen

Fahrender Rasen: Daimler präsentiert den Green Skin

Fahrender Rasen: Daimler präsentiert den Green Skin

Noch viel Innovationsbedarf bei der Elektromobilität

Noch viel Innovationsbedarf bei der Elektromobilität