Fortschritt in Richtung ökologischerem Bio-Treibstoff

Auch aus Weizen wird Biokraftstoff gewonnen.

Foto: Linjerry / iStock / Thinkstock

Algen tanken

Es wird daran gearbeitet, Biotreibstoff ökologischer herzustellen. Derzeit werden für die Produktion vor allem Nahrungsmittel verwendet. Für die Herstellung von Biobenzin benutzt man Weizen, Mais, oder Rohr- und Rübenzucker, während Biodiesel meist aus Soja-, Raps- oder Palmöl hergestellt wird. Dabei handelt es sich noch um die Biokraftstoffe der ersten Generation. «Biokraftstoffe der ersten Generation sind nicht gut geeignet, um in nachhaltiger Weise das Klima zu schützen», sagt Renate Schubert, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der deutschen Bundesregierung «Globale Umweltveränderungen» (WBGU).

Der WBGU hat in einem Gutachten die Chancen und Risiken von Bioenergie analysiert. Die nächste Generation soll nachhaltiger werden. So sollen in Zukunft auch aus Landwirtschafts- und Forstabfällen oder aus speziellen noch effizienteren Energiepflanzen Biotreibstoffe hergestellt werden. «Die Biotreibstoffe der zweiten Generation sind schon nachhaltiger als die der ersten Generation», sagt Rainer Zah, Leiter der Gruppe Ökobilanzierung der Empa.

Und die Forschung geht voran. Auch die Nutzung von Algen wird intensiv erforscht. Bereits grosstechnisch nutzbar ist Biogas. Hier zersetzen Bakterien Pflanzenreste, Gülle, Klärschlamm oder einfach Müll und setzen dabei Methan frei. Dieses Methan kann man absaugen und anstelle von Erdgas zur Stromerzeugung oder zum Kochen nutzen. Gerade beim Biosprit könnte ein Label zur nachhaltigeren Nutzung führen. «Es sollten Mindeststandards definiert werden, die Biokraftstoffe erfüllen müssen», sagt auch Schubert. Erst bei sehr guten Werten in Punkto Nachhaltigkeit könnte es dann auch eine staatliche Unterstützung geben.

Ergänzung zur Elektromobilität

Die Biotreibstoffe werden auch in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. «Doch die Produktionsmenge der Agrotreibstoffe ist begrenzt», sagt Zah. In der Schweiz liessen sich bis 2030 höchstens acht Prozent der Mobilität mit Biotreibstoffen betreiben. Mehr als die Hälfte davon aus einheimischer Produktion. «Biotreibstoffe können die Elektromobilität aber gerade auf Langstrecken sehr gut ergänzen», sagt Zah.

Text: Raphael Corneo

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