Wasserstoffantrieb erweist sich als praxistauglich

Schon bald könnten in Schweizer Städten nachhaltige Kehrfahrzeuge für die Sauberkeit der Strassen sorgen. In Basel wurde ein solch energiesparendes Gefährt, das mit einem Wasserstoffantrieb vorwärts kommt, getestet und es hat den Praxistest bestanden. Nun zieht es für die weitere Erprobung nach Sankt Gallen.

Das wasserstoffbetriebene Kehrfahrzeug fährt auf Basels Strassen.
Das wasserstoffbetriebene Kehrfahrzeug wechselt von Basel nach Sankt Gallen. Foto: empa
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Seit 2009 rollt ein wasserstoffbetriebenes Kehrfahrzeug auf den Strassen Basels. Das Pilotprojekt soll den Wasserstoffantrieb «vom Labor auf die Strasse» bringen.

Die Praxiserfahrung in Basel zeigt: Aller Anfang ist schwer. Denn das Brennstoffzellensystem, das die Energie aus dem Wasserstoff generiert, war zu Beginn der Testphase noch nicht vollkommen ausgereift und musste durch ein anderes ersetzt werden. Seit vergangenem Sommer ist das deutlich praxistauglichere «Brennstoffzellensystem 2.0» im Einsatz. Nun ist die Kehrmaschine seit rund drei Monaten so zuverlässig, dass sie im Alltagsbetrieb problemlos eingesetzt werden kann. Daher lautet das Fazit am Ende der Testphase in Basel: Brennstoffzellen sind bereit für den Praxiseinsatz.

Grosses Energiesparpotenzial des Wasserstoffantriebs

Denn anstatt den 5 bis 5.5 Liter Diesel pro Stunde eines herkömmlich angetriebenen Kehrfahrzeugs verbrauchte das getestete nur 0.3 bis 0.6 kg Wasserstoff pro Stunde. Umgerechnet in den Energieverbrauch kann stündlich ein enormes Einsparpotenzial realisiert werden: Herkömmlicher Diesel verbraucht zwischen 180-200 Megajoule Energie, der Wasserstoffantrieb hingegen nur 40-80 Megajoule. Aber nicht nur der Energieverbrauch spricht für den Wasserstoffantrieb, auch in Sachen CO2 Ausstoss kann gepunktet werden. Dieser fällt rund 40 Prozent geringer aus als bei herkömmlichen Diesel-Fahrzeugen.

In Sankt Gallen soll das Fahrzeug nun weiter getestet werden, um so gewissermassen ein ganzes Fahrzeug-Leben mit allen «Alterserscheinungen» begleiten und diese gegebenenfalls verbessern zu können. Neben weiteren technischen Fortschritten muss allerdings besonders am Preis gearbeitet werden. Denn bisher sind die Wasserstoff-Fahrzeuge noch rund dreimal so teuer wie ein herkömmliches mit Diesel betriebenes Kehrfahrzeug. Durch das Kostensenkungspotenzial, das die Brennstoffzellensysteme in den letzten Jahren durchlaufen haben, kann der Preis aber weiterhin optimiert werden. Und so könnte die Testphase bald der Praxis weichen.

Quelle: Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Text: Miriam Dippe