Die Schattenseiten von Wasserstoff-Autos

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Tankstellen für Wasserstoff-Autos sind bisher selten zu finden. Foto: © Honda

Die Herstellung des Gases ist noch sehr aufwändig und teuer, weil es nicht in reiner Form in der Natur vorkommt. Dafür benötigt man Wasser oder Erdgas. Zusammengenommen mit Transport und Lagerung wird viel Energie verbraucht. Zudem belastet die jeweilige Herstellungsart die Umwelt. Ziel könnte sein, stattdessen auf Biogas als Primärenergie zurückzugreifen. Wasserstoff ist trotz aller Sicherheitsvorkehrungen der Autohersteller ein noch immer leicht entzündlicher Stoff. Von Nachteil ist, dass es bisher noch kein ausgebautes Netz an Wasserstoff-Tankstellen gibt. Damit wäre die Betankung nicht immer dort möglich, wo es der Autofahrer tatsächlich bräuchte.

Wasserstoff-Autos in der Schweiz

Bisher testet man Brennstoffzellen-Busse, Postautos oder Putzfahrzeuge in Schweizer Städten. Das Paul Scherrer Institut und Belenos entwickeln bereits seit 2008 ein neues Brennstoffzellensystem. Dafür erhielten sie 2011 den Watt d’Or Preis. Statt die normale Aussenluft zu nutzen, speichern sie reinen Sauerstoff, der dann mit Wasserstoff reagiert. Damit wird der Prozess effizienter, die Zelle kleiner und die Lebensdauer erhöht. Obwohl sich das Brennstoffzellen-Auto auf der Strasse bewährt hat, ist der Antrieb noch zu teuer. In wenigen Jahren soll das Gefährt gleich viel wie ein herkömmlicher Benziner kosten.

Kosten für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Toyota erklärte Ende September 2012, dass nach heutigem Stand ein Elektroauto mit Brennstoffzelle etwa 100 000 Euro kosten müsste. Das ist dem durchschnittlichen Autofahrer zu kostspielig. Für diese Summe könnten Sie sich auch eine Luxuskarosse zulegen. Der Autohersteller setzt trotzdem auf die Wasserstoff-Technologie und verzichtet auf Batterien. Laut Toyota soll der Prius mit Brennstoffzellen-Antrieb bereits 2014 in Serienproduktion gehen. Einzige Voraussetzung ist, dass der Anschaffungspreis deutlich sinkt.

Die erste Euphorie scheint abgeklungen. Bisher gibt es keine serienreifen Wasserstoff-Autos, weil diese noch nicht mit den Verkaufspreisen herkömmlicher Fahrzeuge konkurrieren können. Trotz kritischer Stimmen und notwendiger Weiterentwicklungen gehen Firmen wie Toyota davon aus, dass Wasserstoff-Autos in wenigen Jahren marktfähig sind. Voraussetzung wäre dann, dass eine entsprechende Wasserstoff-Infrastruktur – u.a. Tankstellen – existieren. 

Linktipp

Der Verband e´mobile listet in einer Übersicht alle Wasserstoff-Autos auf.

 

Quellen: BFE, VCS, Energy Forum, CO2 Handel, PSI, ACS, Automobilwoche, e´mobile, UZH, Empa, pressetext, wikipedia

Text: Kerstin Borowiak