Sinnloser Auto-Umbau und Alternativen

Ein altes Auto zum Elektro-Fahrzeug umzubauen macht meist keinen Sinn.

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Nicht jeder Umbau macht Sinn

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Elektromotor einzubauen. Hier raten aber viele Hersteller von einem Umbau ab. Denn der ist teuer und nicht bei allen Modellen möglich. Ein grosser Kostentreiber ist die heute noch immer kostspielige Batterie. Trotzdem: Wer unbedingt ein Elektroauto möchte, für den ist ein Umbau eine echte Alternative. Denn originäre Elektroautos sind in der Schweiz noch immer Mangelware. «Das Problem ist wirklich, dass ein breites Angebot an Elektroautos fehlt. Die Nachfrage wäre da», sagt Susanne Wegmann, Geschäftsleiterin von e-mobile. Um die Zeit bis zur Markteinführung zu überbrücken, rüstet beispielsweise das Unternehmen kamoo in Schlieren schon heute Autos um. Das Unternehmen hat umgebaute Renault Twingos sowie umgebaute Fiat 500 im Angebot.

Theoretisch kann ein Auto auch auf Ethanol-Antrieb umgebaut werden. Das Umrüsten ist eigentlich einfach und ein mit Ethanol angetriebenes Fahrzeug stösst bis zu 85 Prozent weniger CO2 aus. Trotzdem stehen die Bio-Treibstoffe in der Kritik. Denn noch ist die Produktion der Agrotreibstoffe zu wenig nachhaltig. Ethanol zutanken kann man währenddessen schon meist auch ohne Umbau. Denn schon heute vertragen die meisten Autos schon zehn bis 35 Prozent des Biotreibstoffes.

Autos teilen - der Umwelt zuliebe

In jedem Falle gilt es mit kühlem Kopf zu rechnen, ob sich die Investition für das alte Auto lohnt. So ist es am Ende vielleicht doch der bessere Weg ganz auf ein neues Elektro-, Erdgas oder Hybridfahrzeug zu setzen und sich ein neues Auto anzuschaffen, auch wenn die Neuproduktion letztlich ebenso Ressourcen verbraucht.

Wer das alte abschafft und noch eine Weile warten will, bis das Angebot der Elektroautos sich zu seiner Zufriedenheit vergrössert hat, dem bleibt in der Zwischenzeit, sich mit anderen ein Auto zu teilen. Denn die Schweizer besitzen einen sehr grossen Fuhrpark. 2006 zählte der Bund rund 3,9 Millionen Fahrzeuge. Das entspricht rund 523 Fahrzeugen auf 1000 Einwohner, wobei die Fahrzeuge aber meist nicht vollständig ausgelastet sind. Mit Car-Sharing wie Mobility kann jeder seine Ökobilanz schnell verbessern.

Text: Raphael Corneo