Nachhaltig Auto fahren mit Elektro, Solar und Biogas

Mit dem steigenden Bedürfnis nach Mobilität wachsen auch die ökologischen Probleme. Eine mögliche Lösung für umweltfreundliches Autofahren bieten alternativ angetriebene Fahrzeuge mit Strom, Bio- und Erdgas oder Sonnenenergie.

Mit dem richtigen Kraftstoff fahren Sie umweltschonend mit Ihrem Auto.
Foto: Serge_Bertasius / iStock / Thinkstock
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Das Auto ist schon längst nicht mehr nur ein Transportmittel, vielmehr steht es heute auch für Freiheit, Individualität und Unabhängigkeit. Diese individuelle Mobilität gehört zu den grössten Herauforderungen innerhalb der Energie-, Klima- und Verkehrspolitik. Der Personen-Wagenpark in der Schweiz umfasst zirka vier Millionen Fahrzeuge. Bis in zwanzig Jahren wird der Personenverkehr nach Schätzungen um 26 Prozent zunehmen.

Bereits heute verursacht der Strassenverkehr fast 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz. Die fossilen Rohstoffe wie Erdölprodukte neigen sich langsam dem Ende zu, höchste Zeit also, dass im Mobilitätsmarkt ein Umdenken stattfindet. Doch welchen Beitrag kann das Auto zur Verminderung von Luftschadstoffen und Treibhausgasemissionen leisten? Eine mögliche Antwort darauf liefern alternativ angetriebene Autos.

Elektrisiert unterwegs

Ein Elektroauto bezeichnet ein Fahrzeug, das durch elektrische Energie angetrieben wird. Es bezieht die Energie aus mitgeführten Speichern, die vor dem Abfahren aufgeladen werden. Da die Schweiz über eine beinahe CO2-freie Stromerzeugung verfügt, wäre die Elektromobilität hierzulande eine sinnvolle Alternative. Noch fahren jedoch wenige Elektroautos auf Schweizer Strassen - 2009 kamen lediglich 72 neue Fahrzeuge dazu. Susanne Wegmann, Geschäftsleiterin von e'mobile, ist überzeugt, dass dies am begrenzten Angebot liegt. Trotzdem ist sie sich sicher, dass es in Zukunft einen sichtbaren Anteil an E-Autos in der Schweiz geben wird. «Mit Probefahrten können wir viele Leute für die neue Technologie begeistern. Es ist ein ganz anderes Fahrgefühl: Es gibt kaum Vibrationen, ist viel leiser und man hat eine sehr gute Beschleunigung.» Es sei heute möglich mit einer Batterie-Ladung 100 Kilometer zurückzulegen. «Der Vorteil der Elektroautos ist, dass sie eigentlich nur eine Steckdose brauchen. Also überall wo es Strom gibt, kann getankt werden.» Heute gibt es in der Schweiz etwa 200 öffentliche Ladestationen. Gemäss einer von Alpiq in Auftrag gegebenen Studie würde eine Marktdurchdringung der Elektrofahrzeuge von 15% den gesamten CO2-Ausstoss des Schweizer Individualverkehrs um ungefähr zehn Prozent verringern. Laut swisselectric müsste die Schweizer Stromproduktion dann lediglich um zwei Prozent erhöht werden.

Die Zukunft der Mobilität wird aber nicht dem batteriebetriebenen Auto allein gehören, sagt David Hart, Direktor des Beratungsunternehmens E4tech. Es gäbe zwar eine gute Chance, dass Strom die zukünftigen Autos antreiben werde - diese Zukunft sei aber noch ziemlich weit entfernt. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass mit batteriebetriebenen Stromautos in naher Zukunft die gleiche Reichweite und die gleichen Kosten erreicht werden können, wie wir es von herkömmlichen Autos gewohnt sind. Die Technologie ist durch die Gesetze der Physik und der Chemie begrenzt.» Wenn der Begriff Elektromobilität jedoch weiter gefasst werde, also mit einer Brennstoffzelle an Bord des Fahrzeugs, dann könne man schon heute ein Stromauto mit einer Reichweite von 500 bis 600 Kilometern erhalten. "Es gibt diese Autos bereits, aber sie sind noch zu teuer." Für längere Reichweiten seien brennstoffzellenbetriebene Autos, bei denen mit Wasserstoff an Bord Strom produziert werde, besser geeignet. Doch auch hier müsse noch viel in die Infrastruktur investiert werden