«Ich plane ein Haus aus rezykliertem Material zu bauen.»

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

Ein Solarauto, das sich jeder leisten kann und das mit gratis Energie betrieben wird. Zudem wünsch ich mir eine Firma, die mit «ausgesteuerten» Arbeitern Strohhäuser (die keine Heizung brauchen) erstellt.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

Ganz allgemein: Mehr Mut, mehr Selbstvertrauen, mehr langfristiges Denken, mehr Leadership. Zum Beispiel: Wir brauchen Solarstrom und geothermische Kraftwerke. Wir brauchen Passiv- und Aktivhäuser aus rezyklierten und kompostierbaren Materialien. Wir brauchen sinnvolle Arbeitseinsätze für eine bessere Welt und für Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausgesteuert worden sind, weil sie in ihrem Tun keinen Sinn mehr sehen. Und, und, und…es gibt hier noch unzählige Ideen, die ich aufzählen könnte.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Ich will ein Haus bauen aus rezykliertem Material und Kurse über Nachhaltigkeit anbieten. Und ich will möglichst viele solarbetriebene Elektroautos auf Tourneen durch diverse Länder einladen, um die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren. Und ich will weiterhin meine Vorträge halten. Nächsten Monat leite ich übrigens eine Gruppe mit fünf Elektroautos durch Indien. Ich hoffe, damit 10 Millionen Menschen zu inspirieren.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Ich fürchte, dass wegen der weltweiten Schuldenkrise die nachhaltige Entwicklung ins Stocken gerät. Die Ursache für unsere Finanzkrise, wie auch für die Zerstörung unseres Planeten, sind die gleichen: Wir leben auf Kosten der zukünftigen Generationen. Doch jede Krise bringt die Menschheit auch näher zu deren Ursachen. Vielleicht werden wir uns nun auf andere Werte besinnen. In jeder Schwierigkeit liegt auch eine Chance.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?

Ziegel auf Hausdächern gibt es schon seit Tausenden von Jahren –sehen die nicht auch scheusslich aus? Nur haben wir uns daran gewöhnt. Wollen wir aus ästhetischen Gründen etwas Uraltes verteidigen, statt neue Technologien zuzulassen? Im Fall der Kapellbrücke beispielsweise verstehe ich das. Aber auf allen anderen Gebäude, die kein grosser «Hingucker» sind, kann man Solaranlagen installieren. Das hat was Schönes. Das ist cool. Und wird schon sehr bald sehr normal sein.

Wem würden Sie selbst die letzten 11 Fragen gern stellen? Und warum?

Den aussterbenden Tierarten. Wenn die nur reden könnten…

 

Quellen : solartaxi.com, louispalmer.ch, spiegel.de, Interview: Lea Schwer