Auto-Umweltliste 2011: Elektroautos kein Wundermittel

Elektroautos sind kein Wundermittel, um den Strassenverkehr umweltverträglicher zu gestalten. Bedeutend sinnvoller seien intelligente wirtschaftliche Anreize, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, bei der Präsentation der Auto-Umweltliste 2011 des VCS Verkehrs-Club der Schweiz. Diese führt erstmals in ihrer Geschichte zwei Sieger: den Lexus CT 200h mit Hybridantrieb und den Fiat 500 erdgas turbo MTA.

Die Auto-Umweltliste 2011 hat gleich zwei Gewinner.
Die Auto-Umweltliste 2011 hat gleich zwei Gewinner. Foto: © Pulvret80 / iStock / Thinkstock
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Reine Elektroautos könnten im Moment keinen Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung leisten, sagte Jürgen Resch vor den Medien in Bern. Zu viel Strom werde derzeit noch mit Kohle oder Atomkraft produziert. Elektroautos seien deshalb nicht das Wundermittel im Kampf gegen die Klimaerwärmung, als das sie manchenorts angepriesen würden.

Hingegen komme den Hybridfahrzeugen in der derzeitigen Übergangsphase eine wichtige Funktion zu. Sie verbrauchten deutlich weniger Benzin als konventionelle Autos und stiessen entsprechend weniger CO2 aus. Der Schadstoffausstoss sei ebenfalls ausserordentlich niedrig.

Jürgen Resch plädierte dafür, umweltgerechtere Autos durch finanzielle Anreize wie Bonus-Malus-Systeme zu fördern. Hingegen mache es keinen Sinn, Elektroautos undifferenziert zu subventionieren. Im Vordergrund müsse immer das Ziel stehen, die Emissionen des Verkehrs zu senken.

Auto-Umweltliste: Pragmatische Hilfe

Der Strassenverkehr könne nicht umweltverträglicher gestaltet werden, indem das Auto verdammt werde, ergänzte VCS-Zentralpräsidentin Franziska Teuscher. Pragmatische Ideen seien weitaus viel versprechender. Die Auto-Umweltliste (AUL) verfolge diesen Ansatz und biete den Konsumentinnen und Konsumenten wertvolle Informationen für den Autokauf.

Zusammen mit der AUL 2011 legt der VCS auch seine Position zur Elektromobilität vor. Nach Ansicht des VCS können Elektroautos unter bestimmten Umständen einen Beitrag leisten, um den Verkehr ökologischer zu gestalten. Dies ändert jedoch nichts daran, dass auf anderen Ebenen Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Verkehr menschen- und umweltgerechter zu gestalten.

Erstmals zwei Sieger

Die 28. Ausgabe der AUL wartet mit einer Premiere auf: Erstmals klassieren sich zwei Wagen als ex-aequo-Sieger. Zwar liegt der Lexus CT 200h um einen Zehntelpunkt vor dem Fiat 500 erdgas turbo MTA. Dieser Unterschied ist jedoch vernachlässigbar gering – insbesondere, wenn man bedenkt, dass der AUL eine Vielzahl unterschiedlichster Bewertungskriterien von den Klimagasen über den Lärm bis zu den gesundheitsschädigenden Abgasen zu Grunde gelegt werden. Der beste Weg besteht deshalb darin, beide Wagen im ersten Rang zu klassieren.

Beim Lexus handelt es sich wie beim Vorjahressieger Toyota Prius um ein Hybridauto mit einem kombinierten Benzin- und Elektroantrieb. Hybridwagen führen seit 2004 die Auto-Umweltliste des VCS an. Die Firma Lexus gehört zum Toyota-Konzern.

Die Auto-Umweltliste (AUL)

Diese Spezialausgabe des VCS-Magazins erscheint einmal pro Jahr. Der Umweltführer bewertet Fahrzeuge auf Grund ökologischer Kriterien. Zusätzlich zu den Vergleichstabellen informiert die AUL über die Ökobilanz der verschiedenen Treibstoffe und berichtet über Neuigkeiten und Interessantes rund um das Thema Auto.

Anfangs als wenig seriös abgestempelt und von der Automobilbranche bekämpft, hat sich die Auto-Umweltliste inzwischen zu einer Art «Guide Michelin für saubere Fahrzeuge» gemausert und wird heute von Behörden und von Fahrzeugimporteuren als Arbeitsgrundlage genutzt. Damit trägt die Auto-Umweltliste schon seit langem zum Schutz der Gesundheit, der Umwelt und des Klimas bei.

Die pdf-Version und die Gewinner der einzelnen Kategorien (vom Mini bis zum Van) sowie die Onlinedatenbank sind abrufbar unter: www.autoumweltliste.ch . Auf derselben Homepage ist auch die Lieferwagen-Umweltliste als pdf-Datei zu finden.

Quelle: verkehrsclub.ch