Wie sinnvoll ist ein Benzinpreis von 12 Franken wirklich?

Anton Gunzinger forderte kürzlich einen Spritpreis von 12 Franken. Doch was der ETH-Professor als «fairen» Preis für die Umwelt errechnet hat, stufen Experten wie Gerhard Tubandt vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) als unsinnig ein.

Kann ein Benzinpreis von 12 Franken wirklich die Umwelt retten?
5, 12 oder noch mehr Franken? Wieviel soll Benzin in Zukunft kosten? Foto: © Jupiterimages / Thinkstock
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Gunzinger rechnete aus, wie viel Benzin kosten müsste, wenn der Preis die Belastungen für die Umwelt mit einbezieht. Dabei kam er auf stolze 11.62 Franken pro Liter, die er gerne im Laufe der nächsten 15 Jahre über gestaffelte Preiserhöhungen erreichen würde.

Die Rechnung, die viele Autofahrer verärgern dürfte, sorgt auch bei Experten für Kopfschütteln. «Wenn man alle Umweltbelastungen zusammenrechnet, wäre ein Benzinpreis von 12 Franken zweifellos gerecht», meint Gerhard Tubandt, Mediensprecher beim VCS. «Aber politisch machbar ist das nicht». Gunzingers Rechnung sei wissenschaftlich einwandfrei, realistische Chancen zur Umsetzung habe sie derzeit aber sicher nicht.

Gunzinger sieht das anders. Seiner Meinung nach würden durch den hohen Spritpreis neue Elektrofahrzeuge besser gefördert. Das mag vielleicht sein. Den schnellen Umstieg auf Elektromobilität sieht Tubandt jedoch kritisch: «Woher soll denn der Strom dafür kommen? Es nützt ja nichts, wenn wir neue AKW oder Gaskraftwerke bauen, damit wir auf Elektromobilität umrüsten können», so der Mediensprecher des VCS.

Dennoch ist auch Tubandt dafür, dass Treibstoff teurer wird. Für sinnvoll hält er das Konzept von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die eine Anhebung von 5 Franken bis 2050 vorsieht. «Wenn man will, dass die Leute bewusster mit dem Auto umgehen, dann muss man das Benzin verteuern». 

Interviews und Text: Bianca Sellnow